Chronik des Kölner Karnevals

von 1823 bis 1938



I. Der romantische Karneval (1823 bis 1844)


1823 --- Thronbesteigung des Helden Carneval

Gegen Ende des Jahres 1822 fanden sich Männer aus dem Kölner Bildungsbürgertum in der kleinen Weinstube "Im Häuschen" bei der Kirche St. Ursula in Köln ("Ursulahäuschen") zusammen in der Absicht, das alte Volksfest Karneval wiederzubeleben und zugleich zu erneuern. Das Fest droht in diesen Jahren an Rohheit und Zügellosigkeit zugrunde zu gehen. Um dies zu verhindern, soll es in geordnete Bahnen gelenkt werden. 1823 steht der Plan, in gehöriger Distanz zum wilden Treiben des "rohen Pöbels" und zu seinen "ekelhaften Masken" am Fastnachtsmontag des Jahres 1823 einen Maskenzug zu organisieren. Zur Vorbereitung verbleiben schließlich nur 14 Tage, an deren Ende ein kurzer, straff organisierter Zug steht. Dies ist die Geburtsstunde des modernen und bis heute gefeierten organisierten Kölner Karnevals, dessen Konzept sich als ausgesprochen erfolgreich erweisen sollte.

Der Maskenzug (erst später heißt er Rosenmontagszug) beginnt mit der Inthronisation des Helden Carneval auf dem Neumarkt, dem größten Platz der Stadt, und bewegt sich mit fünfzehn Gruppen in folgender Reihenfolge durch die Stadt Köln:

1. der Reichsbannerträger,
2. vier Trompeter,
3. Geckenberndchen
4. Fähnrich und Führer,
5. heilige Knechte und Mädchen,
6. Kölnische Funken mit ihrem Kommandanten,
7. Colonia, d.h. die kölnische Jungfrau, mit vier
geharnischten Rittern,
8. Trompetenchor,
9. berittener Kommandant der Leibgarde,
10. berittene Leibgarde “in den mannigfaltigsten Masken-Anzügen”,
11. Musikchor auf Wagen,
12. Minister in vierspännigen Wagen,
13. Oberhofmarschall, Kanzler und Zeremonienmeister im sechsspännigen Wagen,
14. “König Carneval” (Held Carneval) im achtspännigen Triumphwagen von Adjutanten begleitet, zu seinen Füßen der Hofnarr und
15. Führer des Nachzuges.

Programm von 1823

Originalprogramm des Maskenzuges von 1823. Das Programm ist noch spärlich, auch aufgrund der Kürze der Zeit für die Organisation.

 

Der Festzug nimmt Elemente höfischer und kirchlicher Umzüge bzw. Prozessionen auf. Er ist vor allem eine Persiflage auf den Jahrtausende alten feierlichen Herrscherempfang, der “Adventus” genannt wurde. Solche Herrscherempfänge waren auch immer mit großen Volksfesten verbunden. Diese alte Tradition wird nun auf den Karneval übertragen und durch die “Verformung des Zeremoniells” eine ganz neue Festzugsform begründet.

Aus den ersten Jahren nach der Reform des Kölner Karnevals sind uns kaum Namen überliefert, da immer die Figur und nicht der Mensch dahinter im Mittelpunkt stand. Auch traten Prinz, Bauer und Jungfrau nur an den drei Karnevalstagen in Erscheinung.

Das Ursulahäuschen, die Geburtsstunde des Karnevals - Festwagen der Gesellschaft "Alaaf Köllen" aus dem Jahre 1898 -->

Festwagen 1898

König (später Held) Carneval war Emanuel Ciolina Zanoli
Kölnisch Wasser Fabrikant
Casino Gesellschaft
Emanuel Ciolina Zanoli bekleidete die Rolle des Helden bis 1830

Gegen die Bezeichnung “König Carneval” erhebt die Polizei, sobald sie ihr bekannt geworden war, Widerspruch. Um eine befürchtete Majestätsbeleidigung zu vermeiden, muss die Figur bereits nach kurzer Zeit in “Held Carneval” umbenannt werden.

Neben dem Held Carneval tritt bereits im Jahre 1823 die Jungfrau in Erscheinung. Sie wird also in der Anfangszeit mit der Agrippina identifiziert. Sie trägt ein römisches Gewand und als Zeichen der Wehrhaftigkeit der Stadt Köln die goldende Mauerkrone und reitet auf einem weißen Pferd den Zugweg ab. In ihrer linken Hand trägt sie ein Schild mit dem Kölner Wappen und in der rechten einen mit Schlangen umwobenen Stab, der als Sinnbild des Fleißes stand. Überall wo sie erscheint, erschallt der Ruf: "Vivata Colonia Agrippina!".

 

1824 --- Besuch der Prinzessin Venetia beim Helden Carneval

In diesem Jahr wird erheblich aufwändiger gefeiert. Das Comité erfindet um die Figur des Halden Carneval eine ganze Geschichte, mit Hilfe derer die Verbindung des noch jungen organisierten Kölner Karnevals zu dem berühmten alten venezianischen Karneval hergestellt wird:

Venetia, die stolze König des Meeres und Verkörperung des Karnevals des Südens, hat im vorherigen Jahre in ihrer Tafelresidenz vernommen, dass der Held Carneval zu Cöln wieder seinen heiterten Thron bestiegen hat. Ihr edler, biederherziger und allerliebster Gesandte, Graf Geniosottile, akkreditiert am Hofe des Helden weiß durch auf diplomatischen Wege durch seine weisen und jovialen Berichte über den Helden das Herz der Fürstin derart für diesen einzunehmen, dass sie sich entschließt in diesem Jahre höchstselbst an das Hoflager des Helden zu reisen. Unterstützt wird dies durch die Ausführungen des Hofarztes, des Baron Tuccacurore, der die Königin darauf hinweist, dass die vielbesuchten Bäder und Heilquellen des Duffesbach für die Gesundheit des besten Europas sind. Die Nachricht der Anreise der Königin verbreitet sich blitzartig bis hoch zum Rhein und wird stets von großem Jubel begleitet.

Am 06.02.1824 wird das Gerücht endlich bestätigt: In der Kölner Zeitung erscheint ein Artikel über die Anreise der Fürstin Venetia. Am folgenden Tag erscheint ein weiterer Artikel, der die Freunde der Kölner auf geniale Weise weiter steigerte: Die Karnevals-Fürstin soll am Jahrestage der Thronbesteigung des Helden, mithin am 29.02.1824 eintreffen. Endlich war es offiziell. Die Kölner werden aufgefordert, der Königin einen angemessenen Empfang zu bereiten. Bei den Kölnern setzt sich die Idee, dass die Prinzessin Venezia sich mit dem Kölner König Carneval gar verloben würde, in den Köpfen fest. In der Zeitung wird über ihre Reiseroute berichtet und zuletzt glauben nicht wenige Kölner gar tatsächlich an ihre wahrhafte Existenz.

Am 29.02.1984, dem Fastnachtssonntag, um 3 Uhr nachmittags, durchfährt sie das Severinstor. Köln ist reich geschmückt. Überall ziert das Kölner Stadtwappen und dasjenige von Venedig die Straßen. Menschenmassen säumen die Straßen und - obwohl helllichter Tag - kommen die Kölner der Aufforderung nach, ihre Häuser zu erleuchten, um Venetzia den ersehnten würdigen Empfang zu bereiten. 24 Kuriere mit keuchenden Pferden kommen mit bunten Gewändern herbei geritten, auf keuchenden Pferden und verkündeten die nahende Ankunft der Prinzessin Venetia, welche dann um 4 Uhr tatsächlich in einem sechsspännigen geschlossenen Wagen und lautem Donner erscheint. Da ihrem eigenen Wagen die Achse gebrochen ist, sie müde und abgekämpft war von der langen Reise lässt es sich der Held nicht nehmen, ihr über seinen Hofnarren ein Fläschchen Eau de Cologne zur Stärkung zu überbringen.

Am Fastnachtsmontag gehen zunächst zwei Züge auf den Neumarkt zu: der “nordische” Zug mit dem Helden Carneval an der Spitze und der südliche Zug der Prinzessin Venetia. Bei der anschließenden Zeremonie auf dem Neumarkt schlägt der Held den Hanswurst, der als Zeremonienmeister agiert, zum Ritter, die beiden Hoheiten tauschen den venezianischen und kölnischen “Carnevalsorden” und der alte Kölner Bannerrat kredenzt dem “hohen Paare” den Ehrenwein. Danach ziehen beide Maskenzüge vereint durch die Stadt. Das Kölner “Hänneschen” verteilte zusammen mit seinen Adjutanten Bonbons und Blumen an schöne Damen. 14 rote Funken, eine Anspielung auf die Kölner Stadtsoldaten, werden von ihrem Kommandanten Künnigsfeld angeführt.

Der Held fährt in einem mit Blattgold verzierten Delphin. Dieser kostbare Wagen fuhr mehrere Jahre im Zug mit:

 
Wagen Held Carneval 1824

Hier der Wagen der Fürstin Venetia:

Wagen Prinzessin Venetia

Am Abend des gleichen Tages, um 9 Uhr, wird ein Maskenball erfolgen, wo der Held Carneval mit Venetia sich nicht nur dem Volke zeigen, sondern auch den ersten Tanz beginnen.

Der große Saal des Kaufhauses Gürzenich wird zum Saal dieser Veranstaltung gewählt. Dies ist der Beginn des legendären Montagsfestballes der ersten Jahre.

In den Rollen:

Held Carneval Emanuel Ciolina Zanoli
Kölnisch Wasser Fabrikant
Casino Gesellschaft
Emanuel Ciolina Zanoli bekleidete die Rolle des Helden bis 1830

Venetia Simon Oppenheim
Bankier
Er stellte die Venetia mehrere Jahre nach einander dar
Venetia begleitet den Helden, wenn auch in den letzten Jahren unregelmäßig, bis zur Jahrhundertwende.

Eintrittskarte Maskenball im Gürzenich 1824

Eintrittskarte zum ersten Maskenball im Gürzenich 1824


1825 --- Der Sieg der Freude (bzw. "Die Freude des Sieges über das Philistertum" oder "Der Kampf der unbefangenen Fröhlichkeit gegen Stumpfsinn, ängstliche Convenienz und Überklugheit")

Der Held tritt in diesem Jahr nicht in Erscheinung. Der Kölner Bevölkerung sagt man, er statte der Fürstin Venetia einen Gegenbesuch ab und sei nach Italien verreist. Stattdessen kommt der Hanswurst wieder zum Einsatz.

Jungfrau und (erstmals) auch der Bauer nehmen am Zug teil. Namen sind aus den ersten Jahren nicht übermittelt.

In diesem Jahr erinnern im Maskenzug viele historische Figuren - wie der "Haudegen" Jan van Werth, der Maler Rubens und der Astronom Johann Adam Schall von Bell - an die Kölner Erfolge in Krieg, Kunst und Wissenschaft. Große Kölner Familien finden im Zug eine ehrenvolle Darstellung. Der Kölner Bauer erscheint erstmals im Maskenzug und steht für die Wehrhaftigkeit, Stärke und Reichstreue der Stadt Köln; im Programm des Zuges heißt es:

“Der Repräsentant der handfesten Bauerbänke mit den 1288 zu Worringen tapfer vertheidigten Stadtschlüsseln und dem Dreschpflegel."

Karnevals-Zeitung 1825

In diesem Jahr erscheint erstmals eine Karnevalszeitung, die zunächst nur als Spalte in der Kölnischen Zeitung gedruckt werden sollte, sich dann jedoch zu einer eigenen kleinen Zeitung auswuchs. 1830 wird sie verboten werden.

Festheft 1825

Festheft aus dem Jahre 1825

 

 

In diesem Jahr verfasst der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe für die Kölner Karnevalisten sein berühmtes Gedicht "Der Cölner Mummenschanz". Siehe hier: Goethe und der Kölner Karneval


1826 --- Fahrt nach dem Monde

Emanuel Ciolina Zanoli nimmt wieder mit der Venetia an den Festlichkeiten teil.

Bauer und Jungfrau sind nicht im Zug dabei.

Thema des Zuges: An eine Zeitungsmeldung, dass ein Professor auf der Münchener Sternwarte eine Festung auf dem Mond entdeckt habe, knüpft die diesjährige Zugidee an: Der Held Carneval, dem in den Armen der holden Venetia langweilig war, verließ seine herrliche Gondelstadt und machte eine Reise zum Mond, um sich dort nach der entdeckten Festung zu erkundigen. Auf den Mondfluren findet er, was er erhoffte, Tollheit und Narrheit, toll gewordene Romantiker, wahnsinnige Dichter und sonstiges Tollkraut. Mitten unter diesen Tollhäuslern erinnert er sich seinen, nunmehr im Dunkeln liegenden Reiches, und entschließt sich, dieses mit Narren vom Mond zu bevölkern. Die Mondkolonisten langen auf der Erde an und bringen heillose Verwirrung, weil sie alles ändern und verbessern wollen. Sinn: Verhöhnung der Philosophie nach einer Idee des Präsidenten des festordnenden Komitees Heinrich von Wittgenstein. Der Hanswurst lehnt sich auf und wird als Demagoge verbannt. Aus dem Volk wird eine Deputation der Klügsten zum Mond entsandt. An Weiberfastnacht reist sie ab und kehrt am Karnevalssonntag mit der freudigen Nachricht zurück, dass das gegen den lustigen Rath und den Hanswurst erlassen Verbannungsdekret auf der Stelle zurückgenommen sei und beide wieder in ihre vorigen Rechte und Würden eingesetzt seien. Am Rosenmontag war es endlich soweit: Auf dem Neumarkt hat sich das Volk eingefunden, um der Wiedereinsetzung des Lustigen Rates und des Hanswurstes beizuwohnen. Das entsprechende Monddekret liegt auf einer Tribüne in der Mitte des Platzes und wurde feierlich verlesen. Und da erschien er: Der Hanswurst. Nachdem einige Lieder gesungen sind, wird ein herrlicher Triumphzug veranstaltet. Bis dahin war es noch nicht allen klar, wer der Regent auf dem Mond war. Es ward geheim gehalten. Erst am Abend im Gürzenich wird enthüllt, wer dieser Mann im Mond ist. Es ist der Held Carneval, der mit seiner Venetia, welches ihm zu Monde nachgeeilt ist, nach Köln zurückgekehrt war.


1827 --- Lit de Justice. Die Prüfung

Held Karneval 1827

Held Emanuel Ciolina Zanoli

Der Held Carneval bittet die Bürger Kölns um Spenden und sie geben reichlich.

In diesem Jahr werden unter dem Motto “Lit de Justice. Die Prüfung” vermutlich nur öffentliche Spiele und kein eigentlicher Maskenzug veranstaltet.

Die Hintergründe sind unklar.

In diesem Jahr entsteht auch die Karnevalsmütze in Köln: Auf der Generalversammlung am 14.01.1827 macht ausgerechnet der preußische Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhauß den Vorschlag, nach dem Motto "Gleiche Brüder, gleiche Kappen!" bei den Versammlungen eine kleine bunte Gesellschaftsmütze zu tragen, was mit frenetischem Beifall auf Zustimmung stößt - die Narrenkappe bzw. die "Fastelovendsdmötz" ist geboren und ziert ab dieser Zeit die Köpfe der Narren.

 


1828 --- Alte und neue Zeit

Held Emanuel Ciolina Zanoli

Die Narren stellen die alte und die neue Zeit dar. Beide Gruppen marschieren getrennt zum Neumarkt, wo der Held zwischen beiden vermittelt. Schließlich mündet dies in einen gemeinsamen Zug durch die Stadt.

Bei dem diesjährigen Maskenball im Kölner Gürzenich fordern zwei Bonner Studenten zum Duell. Das Duell endet für beide tödlich.


1829 --- Der große Narrentag (Allgemeiner Narrenkongress)

Held Emanuel Ciolina Zanoli

Karnevals-Zeitung 1829

Der Karneval wird immer kritischer. In der Karnevals-Zeitung finden sich Beiträge und Bilder mit der Überschrift: "Wie klug sich Thorheit auch versteckt, Der Narr sie dennoch bald entdeckt." Im nächsten Jahr ist die Karnevals-Zeitung verboten.


1830 --- kein Zug: Regierungsverbot

Der Karneval fällt in diesem Jahr aus, da der Einfluss der Regierung auf den Karneval immer stärker wird. Lieder und Reden wurden überwacht, die „Offizielle Karnevals-Zeitung von Köln“ wird wegen möglicher staatsgefährdender Inhalte verboten.

Dagegen formiert sich Protest. Das Karnevalscomité unter der Leitung von Wittgensteins beschließt, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für die Wiederzulassung der Zeitung zu kämpfen und bis zu einer positiven Entscheidung keine Sitzungen mehr abzuhalten. Am Karnevalsdienstag werden Totenzettel zum diesjährigen Karneval verteilt und demonstrativ ein toter, in Ketten gelegter Hanswurst durch Köln geführt und Totenzettel für ihn verteilt.

Die Obrigkeit gab schließlich nach, allerdings bezogen auf die Karnevals-Zeitung, die weiterhin verboten blieb. Diese blieb verboten.

In der königlichen Direktive vom 30. Juni 1830 lautet es:

"Aus Ihrem Bericht vom 13. März habe ich ersehen, dass die Maskenzüge auf den Straßen zu Köln in der Karnevalszeit auch führerhin, sowohl vor als auch während der französischen Regierung, gestattet gewesen sind. Ich habe auch nichts dagegen, dass sie fernerweit stattfinden, so lange sie sich, als eine harmlose Lustbarkeit, in den Schranken des Anstandes und der guten Sitten halten, und nicht durch Persönlichkeiten verletzen. Sie haben die Polizeibehörde hiernach anzuweisen, damit sie die zweckmäßige Aufsicht führe und Sorge trage, jeden Unfug zu verhüten, der durch eine Ausartung dieses öffentlichen Vergnügens veranlasst werden könnte. Bei der Unterdrückung der erst in neuerer Zeit entstandenen Karnevals-Zeitung, welche zu verstecktem Muthwillen gemissbraucht, und durch die Zensurbehörde nicht zu kontrollieren ist, soll es sein Verbleiben haben."

 

 

 

Kölner Karneval

1831 --- Hanswursts Wiedergeburt

Im folgenden Jahr sind alle Feierlichkeiten wieder zugelassen, und der neue preußische Generalgouverneur der Rheinprovinz nimmt das Kölner Karnevalsfest persönlich in Augenschein. Der Hanswurst ist wiedergeboren, was zu einer riesen Jubelfeier führt. Statt dem vornehmen Helden Carneval steht nun (wieder) der derbe Hanswurst im Mittelpunkt des närrischen Treibens. Von ihm gibt es keine Namen und auch keine Hinweise darauf, ob er von einer Person mehrere Jahre dargestellt wurde.

Die Karnevalszeitung bleibt allerdings auch in der Folgezeit verboten.

 

Hanswurst 1831

Im Namen des Hanswurst dichtet man:

Hoffen und Harren
Macht viele zu Narren:
Wenn Hoffnung nicht wär,
So lebt ich nicht mehr!

Wie sich auch der Neidhard brüstet,
Heimlich in das Fäustchen lacht,
Mit der Hoffnung ausgerüstet
Trotz ich jeder Erdenmacht.

Achtzehnhundert ein und dreissig
Wieder neu die Kappe glänzt,
Siehst du, Köln, mich wieder fleissig,
Reich mit Immergrün bekränzt,

Tönen lustig meine Schellen
Glänzt der Narrensonne Pracht,
Ist geprellt, der mich wollt prellen,
Wohl dem, der am Ende lacht !


1832 --- Die Kölner Messe des Jahres 1832

Der Zug stellt eine Kölner Handelsmesse dar, so wie sie 100 Jahre später - 1932 - sein werde.


1833 --- kein Zug: Meinungsverschiedenheiten

Eigentlich wollte man das zehnjährige Jubiläum des "geordneten" Karnevals gebührend feiern, aber durch Uneinigkeit im Comitee kommt kein einheitlicher Zug zustande. Als man über die Art und Weise der Feier spricht, entsteht eine noch nicht dagewesene Differenz in den Meinungen und Ansichten, die zuletzt in vollständige Entzweiung ausartet. Ein Teil der Gesellschaftsmitglieder beschwert sich darüber, dass die Festleiter zu despotisch verführen. Das verantwortliche Festkomitee will unter allen Umständen jede Provokation der Behörden und jede Anspielung auf Persönlichkeiten vermeiden wollen, aber nicht alle Mitglieder sind mit der Selbstzensur einverstanden. Man habe die Grenzen der Reden zu eng gezogen, die Freiheit in den Darstellungen beim Zuge zu sehr beschränkt und der Gemütlichkeit die Zwangsjacke angelegt.

So ziehen am Rosenmontag kein einheitlicher Maskenzug, sondern stattdessen verschiedene kleine Züge durch die Stadt.


1834 --- Das Orakel des Helden Carneval

Plötzlich tritt der Held Carneval wieder in Erscheinung. Von ihm wird berichtet, er habe sich um die Streitigkeiten im Comité gekümmert und dem Karneval wieder zu Ansehen verholfen.

Narren aus der ganzen Welt kommen zum Helden Carneval, um sich bei ihm Rat zu holen. Der Zug stellt die Reise zum Orakel dar.


In den folgenden Jahren nehmen auch Bauer und Jungfrau wieder am Zug teil.

 

 

Held Carneval als Schlichter -->

Held Carneval 1834

1835 --- Der Kölner Karnevals-Sprudel (Der Kölner Carneval als Heilbrunnen)

Der Karneval wird als Gesundbrunnen dargestellt und der Rosenmontagszug als Reise dorthin.


1836 --- Der Stein der Weisen

Eintrittskarte1836

Der diesjährige Zug versuchte unter dem Motto "Der Stein der Weisen" den Nachweis zu erbringen, dass Weisheit auch Narrheit und Narrheit auch Weisheit sei.


1837 --- Carneval der Jahre Bezwinger

Jubelfeier zum 79. Geburtstag von J.B. Farina, dem Alterspräsidenten der Karnevalsgesellschaft.

Im Dezember dieses Jahres stirbt Emanuel Ciolina Zanoli, der in den Jahren seit 1823 den Helden verkörpert hatte.


1838 --- Hanswurst lässt sich erbauen ein Monument

Die damals herrschende Manie, alle möglichen Monumente zu errichten, deren künstliche Ausführung doch in der Regel zu wünschen übrig ließ, wird in dem Maskenzug von 1838 humoristisch aufs Korn genommen. Es wird dem Helden Carneval ein Monument errichtet. Es handelt sich um ein kolossales Römerglas, in welchem der Held im Zuge herumgeführt wird - eine gelungene Persiflage die sich abzeichnende Beliebtheit von Herrscherdenkmälern in Preußen.


1839 --- Aller-Welt-Aktien-Börse

Börsengetriebe und der Aktenschwindel gaben in diesem Jahre dem Maskenzug das Motto.


1840 --- Das Turnier

Über die Protagonisten des diesjährigen Karnevals ist wenig bekannt, auch über den genauen Inhalt und Ablauf des Maskenzuges weiß man nichts. Das Thema ist "Das Turnier" und bringt ein Ritterturnier nach Köln.

Verbürgt ist jedenfalls, dass in diesem Jahr wieder ein Maskenzug stattfindet, an dem auch Held Carneval teilnimmt, über dessen Identität nichts bekannt ist. Ganz allgemein stehen zu Beginn des "modernen" Karnevals die Figuren, im Mittelpunkt und nicht die dahinter stehenden Darsteller, so dass darüber Aufzeichnungen weitgehend fehlen.

Auch findet wieder ein großer Maskenball im Gürzenich statt. Nebenstehend sieht man die Eintrittskarte, welche eine Karikatur ziert, die dafür spricht, dass man pessimistisch in die karnevalistische Zukunft blickt:

Die Vergangenheit wird gut gefiedert, die Zukunft hingegen als ein gerupftes Huhn dargestellt. Mit einer Schere wird dem Pegasus, dem Symbol für die Dichtkunst, die Flügel beschnitten, ein Zeichen für die damalige Verarmung des Karnevals an guten Darbietungen. Es handelt sich wahrscheinlich um eine ironische Anspielung auf vorangegangene entsprechende Diskussionen in der Öffentlichkeit.

 

 

 

Eintrittskarte Maskenball 1840

1841 --- Der gordische Knoten und seine Lösung


1842 --- Die ächt kölnische olympischen Spiele

Wieder fällt der Zug wegen Uneinigkeit im Comité aus. Es kommt zur Spaltung.


1843 --- Die Köllsche Huhschull (Die kölnische Hochschule)

In diesem Jahr gelang die Versöhnung zwischen den zerstrittenen Parteien.



Der bürgerliche Karneval (1844 bis 1888)


1844 --- Zwei Mottos: Die Großjährigkeit des Hanswurstes als Stellvertreter des Helden Carneval (Große KG) / Hanswurst als Emanzipierter (Allgemeine KG)

Es kommt zur Spaltung des Comités, die nicht einmal der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. beizulegen vermag. Diesmal ist die Spaltung endgültig. Grund sind das aufblühende Bürgertum und die beginnende Industrialisierung. Bürger und Handwerker wollen unterschiedlich feiern. Damit gehört der romantische Karneval der Vergangenheit an. Es gibt keinen einheitlichen Rosenmontagszug. Es ziehen zwei verschiedene Züge durch die Stadt mit jeweils eigenem Motto.


1845 --- Erneut zwei Mottos: Der Conkurs-Congreß aller Vereine (Große KG) / Hanswurstliche Kirmes (Allgemeine KG)

Nochmals gibt es zwei Züge.


1846--- Die hanswurstliche Colonie an der Weinküste

Es gibt wieder einen einheitlichen Zug unter der Regie der Allgemeinen Karnevalsgesellschaft.


1847 --- Jubelfeier der 25jährigen Thronbesteigung des Helden Carneval

Jetzt veranstaltet die Große Carnevalsgesellschaft von 1823, die auch das Comité verkörperte, wieder den Zug.


1848 --- Das tag- und nachtvolle, das heißt gescholtene oder Schaltjahr 1848

Im Revolutionsjahr hat man sich wieder zusammengerauft und die Vorbereitung ist im vollen Gange als es in Paris zur Februarrevolution kam. Es erheben sich Stimmen, die mit Rücksicht auf die ernste Lage es nicht passend finden, in diesem Jahr den Karneval öffentlich zu feiern. Der Feier findet schließlich doch statt. Der Rosenmontagszug ist aber klein und zeugt nur von wenig Inspiration. Das Wetter ist allerdings gut. Es scheint die Sonne.


1849 --- Die Reise nach Californien

In Köln gibt es mittlerweile sechs Karnevalsgesellschaften: Die Große KG, die 1844 gegründete Allgemeine KG, das 1846 gegründete “Bürger-Komitee”, die 1847 entstandenen Vereine “Rosenfarben Blau-Montags-Kränzchen” und die “Caecilien-Karnevals-Gesellschaft” sowie das im Jahre 1849 gegründete “Hanswurstliche Kasino”.


1850 --- Narren-Reichstag

Die Reaktion vermiest den Kölnern die Lust am Karneval. Zu allen Veranstaltungen macht


1851 --- kein Zug: Preußische Zensur

Der Karneval fällt aus, da die Polizei befürchtet, im Karneval könnten sich staatsgefährdende Elemente verbergen.


1852 --- Ich hab‘s gewagt - Kappenfahrt

Der Rosenmontagszug ist immer noch verboten. Es findet aber eine Kappenfahrt statt.

In diesem Jahr gründet sich die Große KG Greesberger.


1853 --- Zug ohne Idee und Motto

Es ging wieder ein Zug, aber es fehlt die Organisation. Vermutlich ist es wie 1852 nur eine Kappenfahrt allerdings ohne Motto.


1854 --- Große hanswurstliche Industrie-Ausstellung

Es gibt wieder ein Zugmotto.


1855 -- Zug ohne Motto (nach anderer Darstellung war das Motto: „Ein aus dem täglichen Leben genommenes witzreiches Allerlei“)


1856 --- kein Zug


1857 --- kein Zug

Eintrittskarte Maskenball im Gürzenich aus dem Jahre 1850

Die Karikatur auf der Eintrittskarte zum Maskenball 1850 thematisiert die lokale Auseinandersetzung im Kölner Karneval.


1858 --- Train de Plaisier - der Freudenzug nach der rheinischen Zentralstation

In den letzten Jahren ist eine Vorliebe entstanden, im Zug auch neue technische Errungenschaften wie die Eisenbahn abzubilden. 1858 gründet sich in Köln eine KG unter dem Namen “Train de Plaisir” mit 400 Mitgliedern, die sich beim Eintritt in die KG verpflichten müssen, auch aktiv am großen Maskenzug teilzunehmen.

Der Zug ist prächtig, das Wetter ebenfalls. Mit dem Rosenmontagszug, der unter dem Motto des Vereinsnamens geht, feiert man den Bau des ersten Kölner Hauptbahnhofs. Den Zug eröffnet eine Lokomotive, in “Lebensgröße” aus der Fabrik von “Kuletschhoot und Ko. in Manchester” und getauft “Köln Nr. 11”. Der Führer ist ein Pierrot, der Heizer ein Harlekin und aus dem Kamin lugt ein allerliebster, äußerst beweglicher und lustiger Hanswurst hervor.

Die Namen der Personen, die die Hauptfiguren verkörpern, liegen immer noch im Dunkeln.

Maskenball 1858

Zeichnung vom Maskenball 1858 im illuminierten Gürzenich.

Fußgruppe von 1858

Entwurf für eine Fußgruppe im diesjährigen Maskenzug

 

 

 

 


1859 --- Napoleon und seine Franzosen

Die Namen der Personen, die die Hauptfiguren verkörpern, liegen immer noch im Dunkeln


1860 --- Carnevals-Congreß von 1860


1861 --- kein Zug

Wegen Landestrauer um König Friedrich Wilhelm IV. fällt der Zug aus. Es gibt aber einen Helden, der am Karnevalssamstag mit seinen Anhängern in einem Geisterzug durch die Stadt zieht.


1862 --- Narren-Landtag I


1863 -- Narren-Landtag II

Prinz Karneval 1863


Held Ludwig Ebeler sen.
Architekt
Grosse KG von 1823

Bauer unbekannt

Jungfrau Anton Leinen
Architekt
Grosse KG von 1823

Der Held fährt im Rosenmontagszug zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Fürstin Venetia, in einem sechsspännigen Wagen.


1864 --- Maskenzug, aber ohne Thema

Held Johann Josef Fischer
Justizrat, Stadtverordneter
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau nehmen nicht am Zug teil.

Der Rosenmontagszug geht ohne Motto durch Köln.

Der diesjährige Held Carneval Johann Josef Fischer war bekannt aufgrund seiner genauen Kenntnisse der kölschen Sprache. Er plädierte vor Gericht nur auf Kölsch, was damals nicht ungewöhnlich war.


1865 --- Strauß bunter Ideen

Held Jean Klein
Metzgermeister
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau unbekannt.

1866 --- Hanswurstliche Industrie-Ausstellung

Als Held war Gustav Boisserée vorgesehen. Er erkrankte jedoch zwei Tage vor Karneval. Es konnte schnell Ersatz gefunden werden.

Held Albert Stöckel
Schauspieler
Grosse KG von 1823

Von Bauer und Jungfrau ist nichts bekannt

Die Stadt bezuschusst den Karneval mit 500 Talern, so dass ausgiebig gefeiert werden kann.


1867 --- Prinzessin Venetia beim Helden Karneval

Held Jacob Aleff
Viehkommissionär
Grosse KG von 1823

Von Bauer und Jungfrau ist nichts bekannt.

Der Karneval wird sehr verhalten gefeiert, da die Cholera in Köln grassiert und bereits viele Todesopfer gefordert hat. Der Rosenmontagszug fand trotzdem statt - wenn Regens allerdings erst am Karnevalsdienstag.

In diesem Jahr: Gründung der KG Blomekörfge, der ältesten Familiengesellschaft im Kölner Karneval. Der Ursprung des Blomekörfge war ein Gesangsverein mit einem gemischten Chor, aus dem heraus sich die Karnevalsgesellschaft gründete.

Komitee-Sitzung 1866

Zeichnung einer Komitee-Sitzung aus dem Jahre 1866 mit Elferrat und Büttenredner.


1868 --- kein Zug: wegen Unwetter

Prinz Karneval 1868

Held Peter Stollwerck
Inh. der Firma Gebrüder Stollwerck
Grosse KG von 1823

Bauer Heinrich Stollwerck
Betriebsleiter der Firma Gebrüder Stollwerck
Grosse KG von 1823

Eine Jungfrau gab es nicht


Dieses Jahr ist ein mageres Karnevalsjahr: Die Stadt lehnt es in diesem Jahr ab, den Karneval zu bezuschussen. Der Rosenmontagszug fällt wegen sintflutartiger Regenfälle aus.

Die Hauptpersonen des Zuges diesen Jahres sind die Brüder Stollwerck, wovon einer den Helden spielte. Die Stollwercks sind nicht irgendwer: Ihr Vater ist der berühmte Schokoladenfabrikant Franz Stollwerck.

 


1869 --- Verherrlichung des Weinjahres 1868

Held Heinrich Hennekens
Kölnisch-Wasser Fabrikant und Spirituosenhändler
Grosse KG von 1823

Der Name des Bauern ist unbekannt, eine Jungfrau gab es nicht.

In diesem Jahr gelingt es wieder einen Zuschuss von der Stadt zu bekommen. Auch die Kölner Bürger spenden reichhaltig für ihren Maskenzug. Es wird das vergangene gute Weinjahr verherrlicht. Die Themen rankten sich um den Wein (siehe etwa auf dem nachfolgenden Bild des Zuges das überdimensionale Weinfass hinten links):

Maskenzug 1869

Die “Roten Funken” - eine Persiflage auf die alten Kölner Stadtsoldaten und eine Parodie alles Militärischen - waren fast fünfzig Jahre lang angegliedert an die Großen KG, bis sie 1869 ihren eigenen Karnevalsverein gründen. Bis dahin waren sie jedes Jahr von einer Anzahl junger Leute dargestellt worden oder es meldete sich irgendein Klub "för de Funke ze maache". Das einzige, was zu dieser Zeit Beständigkeit hatte, war ihr Kommandant, der Generalfeldmarschall "Tünn vun Dür" alias der Schlossermeister Anton Reintgen aus Deutz, der über lange Jahre zu einer typischen Figur im Rosenmontagszug geworden war. Als Ferdinand Hellmers Kommandant wird, gründet er eine ständige Gesellschaft: "Die Funken-Infantrie" = rote Funken.

Anmerkung: Die Roten Funken selbst meinen, sie seien bereits früher gegründet worden (siehe hier). Die Geschichte der Funken ist jedoch ungesichert.


1870 --- Die Eröffnung des Suezkanals

Prinz Karneval 1870

Held Julius Thomas
Agentur für Weine und Champagner der Firma Heidsieck und Cie
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt.

Seit 1870 existiert das Kölner Dreigestirn als Einheit, auch wenn es erst seit 1938 offiziell als „Dreigestirn“ bezeichnet wird.

Im Jahr 1870 formieren sich zudem die Blauen Funken - genauer die „Kölner Funken – Artillerie blau-weiß von 1870 e.V.“ - nach dem Vorbild der leichten berittenen Feldartillerie, die Friedrich der Große in der preußischen Armee eingeführt hat. Sie unterscheiden sich dadurch von den Kölner Stadtsoldaten, die bereits seit 1823 als "Rote Funken" im Kölner Karneval eine wichtige Rolle spielten.

Nach ihrer Gründung wollen die Funken natürlich auch im diesjährigen Rosenmontagszug mit marschieren, doch die Roten Funken stellen sich quer: Zwei Funkenabordnungen im Zug, das ist für sie ein unvorstellbarer Gedanke. Das Festkomitee schließt sich dieser Meinung an und so soll nur eine Funkentruppe im „Zoch“ vertreten sein. Damit wollen sich die Blauen Funken nicht abfinden: Sie hecken eine List aus und versammeln sich an einem Punkt des Zugwegs. Als der Rosenmontagszug um die Ecke biegt, setzten sich an die Spitze. Die Zuschauer sind begeistert über das Husarenstück und applaudieren kräftig. Die Spitze ist seitdem der traditionelle Platz der Blauen Funken im Zoch.


1871 --- kein Zug: Krieg mit Frankreich, Verkleidungsverbot, nur Karnevalssitzungen


1872 --- kein Motto

Prinz August Metz
Mitinhaber des Dom-Hotels
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind nicht bekannt.

Nach dem Krieg 1870/71 wird aus dem Helden Carneval in Anlehnung an den preußischen Kaiser offiziell der Prinz Karneval, nachdem bereits in früheren Jahren die Bezeichnung als Prinz aufgekommen war. Möglicherweise ist der Titel ´Held´ für eine Karnevalsfigur nach dem Krieg von 1870/71 unpassend, da man ihn als Persiflage auf die Gefallenen bzw. auf den Kult um die Gefallenen verstehen kann.

Der Zug steht ganz im Zeichen des Sieges über Frankreich. Ein von vier Pferden gezogener Wagen präsentiert die Germania. Auch eine Kanone der Fa. Krupp wird dargestellt. Weitere martialische Gestalten aus Geschichte und Mythologie werden mitgeführt. Der sechsspännige Prachtwagen des Hanswurst ist symbolreich geschmückt: Auf den vier Ecken angebrachte preußische Adler, sodann die allegorischen Figuren und Wappen von Elsaß und Lothringen und eine den Wagen umgebende Schaar von Engeln. Der Wagen gipfelt in einer mächtigen Kaiserkrone, in deren Mitte Prinz Carneval mit zwei kleinen hanswurstlichen Sprösslingen thront, unaufhörlich reiche Gaben seiner Hand nach allen Seiten spendend.


1873 --- Die Jubelfeier der Reform von 1823

Prinz Andreas Hennekens (Bruder von Held 1869)
Kölnisch-Wasser Fabrikant und Spirituosenhändler
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt.

 

Der reformierte Karneval feiert sein 50jähriges Jubiläum. Allerdings haben die Karnevalisten Pech: Der Rosenmontagszug leidet in diesem Jahr unter einem schweren Schneegestöber und schneidender Kälte. Schließlich stoppen die Schneeverwehungen den Zug.

 

 

 

 

 

Schmucktafel 1873

1874 --- Närrische Universität

Prinz Karneval 1874

Prinz Anton Leinen
Architekt
Grosse KG von 1823



Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt. Auch Venetia war wieder mit dabei, sein Name aber ebenfalls unbekannt.

 

Anton Leinen, der Prinz Karneval, hatte schon 1863 die Jungfrau dargestellt.


1875 --- Närrische Lebensversicherungsanstalt

Held Carneval 1861

Prinz Fritz Hönig
Firma für Feuerlöschgeräte und Mundartforscher
Grosse KG von 1823

Bauer Fritz Böhle
Handelsvertreter
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jacob Dreesen
Verwaltungsangestellter, Schriftsteller (hauptsächlich Mundart)
Grosse KG von 1823

Der Rosenmontagszug hat in diesem Jahr mit Schneefall zu kämpfen. Auch Venetia, die wunderhold anzuschauende Erkorene, ist wieder mit dabei. Sie und der Prinz Karneval bilden - wie gewohnt - ein echtes Traumpaar.


1876 --- Internationale Gartenbau - Ausstellung

Prinz Ferdinand Hellmers
Beruf unbekannt
KG Eureka

Bauer Heinrich Fuchs
Brauereibesitzer und Wirt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Ludwig Koerfer
Wein- und Sektgroßhändler
Gesellschaft unbekannt

Zug geht ohne Idee und Motto.


1877 --- Festspiel der Nibelungen

Prinz Laurenz Blatzbecker
Bauunternehmer
Rote Funken



Die Namen von Bauer und Jungfrau sind nicht bekannt.

 

 

 

 

PrinzKarneval1877

1878 --- König Wein

Prinz Louis Steinert
Besitzer einer Hopfenhandlung
Ges. unbekannt

Bauer unbekannt

Jungfrau Diedrich Hönig
Rechnungsrat bei der Köln-Mindener Eisenbahn
Grosse KG von 1823


1879 --- Einzug der Prinzessin Isabella

Prinz Karneval 1877

Prinz Franz von Geisten
ohne Beruf, lebte von einer Erbschaft
Grosse KG von 1823

Bauer unbekannt

Jungfrau Gisbert Erkens

Die Prinzessin Isabella wurde von Peter Prior dargestellt.

 

 

 

 

 


1880 --- Bunter Blumenstrauß

Prinz Karneval 1880

Prinz Heinrich Hollmann
Dekorationsmaler
Grosse KG von 1823

Bauer Johann Kirsch
Delikatessen- und Seefischhandlung
Grosse KG von 1823

Jungfrau Name unbekannt

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage gibt es von den Stadtvätern keinen Zuschuss zum Rosenmontagszug. Da die Kölner ihren Karneval aber schätzen, treffen von überall Spenden ein. Zudem veranstaltet die Große Carnevalsgesellschaft Feste, deren Erlös dem Rosenmontagszug zu Gute kommt. Der Rosenmontagszug kann daher trotz der Schwierigkeiten ziehen - und ist tatsächlich - wie das Motto ankündigt - ein wahrhaft "bunter Blumenstrauß".

Es gibt viele Inspirationen aufgrund der in diesem Jahr erfolgenden Vollendung des Baus des Kölner Doms.

In diesem Jahr: Gründung der Kölner Narren-Zunft.


1881 --- Musik aus allen Ländern

Prinz Albert Mertés
Inh. einer Hutfabrik
Grosse KG von 1823

Bauer Carl Wagner
Juwelier
Grosse KG von 1823

Jungfrau Herr Junkermann
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Kein Zug. Grund: Starkes Schneetreiben


1882 --- Jan und Griet

Prinz Josef Trimborn
Sohn einer Advokatenfamilie mit großen Ländereien in Kalk Bürgergesellschaft Köln von 1863
Josef Trimborn war der erste Prinz aus dem rechtsrheinischen Köln.

 

Bauer Josef Vieten
Teilhaber der Holzhandlung Vetter und Vieten
Grosse KG von 1823

Jungfrau Friedrich Josef Brodt
Weinbauer
Ges. unbekannt

Der Kölner Rosenmontagszug des Jahres 1882 steht unter dem Motto “Jan und Griet” und ist in zwei Teile unterteilt: Der erste Teil stellt “Episoden aus der vaterländischen Geschichte” dar. Ihm liegt das (erfundene) Epos von Jan und Griet zugrunde, das Wolfgang Müller gedichtet hat. Der zweite Teil ist dann der karnevalistische und humorvolle Abschnitt.

Aus der Grossen KG von 1823 heraus gründete sich 1882 die Große Kölner KG.

Wagen Jan und Griet 1882

Wagen von Jan und Griet im Jahre 1882


1883 --- Thema unbekannt

Prinz Heinrich Brunhuber
Teilhaber der Häute- und Lederhandlung Gebrüder Neumann
Grosse KG von 1823

Bauer Josef Geuer
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jean Frankle
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Ab 1883 werden Prinz, Bauer und Jungfrau eine Einheit und treten gemeinsam auf. Der Prinz wird erstmals Tollität genannt.

Durch die Spaltung der Grossen KG gehen zwei Züge ohne Motto durch die Stadt. Der Zug der "Großen Karnevalsgesellschaft" als Rosenmontagszug und der dienstags der Zug der "Großen Kölner Karnevalsgesellschaft".

In diesem Jahr: Gründung der KG Alt-Köllen.


1884 --- Das Weinjahr 1883

Prinz Karneval 1884

Prinz Karl Kracht
Hotelier im elterlichen Hotel Ernst
Grosse von 1823

Bauer Fritz Saurenhaus
Kaufmann Colonialwaren und Kaffeerösterei im Mülheim am Rhein Stadtverordneter in Mülheim
keine Gesellschaft

Jungfrau Robert Schaeben
Kölnisch-Wasser Fabrikant (Bes. der Firma Klosterfrau)
Gesellschaft unbekannt

Der Zug wird vorverlegt auf den Karnevalssonntag. Man feierte das vergangene gute Weinjahr.


1885 --- Held Carneval als Kolonisator

Kölner Karneval 1885

Held Carneval setzt einem "Wilden" die Narrenkappe auf.


Dieses Jahr geht es um Afrika. 1884 und 1885 entwickelt sich Köln ein regelrechtes „Afrikafieber“: Viele Kölner haben mit großem Interesse die Reiseberichte des Geographen und Ethnologen Wilhelm Joest gelesen, die als Artikel in der Kölnischen Zeitung erschienen waren. Dieser hatte ein ganzes Jahr lang das südliche und östliche Afrika bereist. Im April 1994 hatte zudem ein Schutzbrief Bismarcks die erste Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika besiegelt; im Juli folgten Schutzbriefe für die deutschen Kolonien Kamerun und Togo. Und im November 1884 begann in Berlin die Kongo-Konferenz.

Interessanter Artikel zu diesem Rosenmontagszug: hier.

Prinz Heinrich Kaufmann
Kaufmann
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau sind unbekannt

Mit diesen ungewohnten politischen Gegebenheiten machen die Kölner ihre Späße. Das Zugmotto 1885 lautet: „Held Carneval als Colonisator“. In jenem Jahr erleben die Zuschauer einen äußerst ungewöhnlichen Rosenmontagszug: Die Teilnehmer des Zuges sind fast ausschließlich schwarz - Schuhcreme sei Dank.

Kölner Dreigestirn 1885


1886 --- Die vier Jahreszeiten

Prinz Karneval 1886

Prinz Ludwig Deichmann
Kaufmann
Blaue Funken

Bauer Karl Giebmans
Mitbegründer und Inhaber des Luisensaals
(Theater und Varieté)
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Josef Klaus
Kommissionshändler
Vetter von Karl Giebmans, ohne Verbindung zum Karneval

 

 

 

 


1887 --- Die größten Volksfeste der bedeutendsten Culturvölker

Kölner Dreigestirn 1887

 

 

Prinz Werner Gartzen sen.
Inhaber einer Möbelfabrik, sollte den Prinz darstellen erkrankte jedoch vor den Karnevalstagen schwer. Er ließ sich daraufhin von seinem Sohn vertreten.

Werner Gartzen jr. (19 Jahre)
Ab 1889 Besitzer und Direktor des Kaiserhofs (Varieté)
Blaue Funken

Bauer Matthias Haas
Inhaber eines Herrenkonfektionsgeschäfts
Blaue Funken

Jungfrau Johann Heukeshoven
Mitinhaber einer Marmorhandlung
Blaue Funken

Die Stadt Köln bat darum, dem Rosenmontagszug ausfallen zu lassen, da Rosenmontag Wahlen stattfinden, und man um die öffentliche Ordnung fürchtete. So findet er am Sonntag statt unter dem Motto: „Volksfest der Kulturvölker“.


1888 --- Köln in alter und neuer Zeit

Prinz Franz Depenheuer (war erneut 1902 Prinz)
Fabrik für Eisenkonstruktionen
Grosse KG von 1823

Bauer Herr Durst jr. (nur der Name bekannt)

Jungfrau Herr Rott (nur der Name bekannt)

In diesem Jahr findet sich zunächst kein Prinz bis Franz Depenheuer einspringt. Dies tat er nicht nur in diesem Jahr, sondern auch 1902.

 


Der Karneval nach der Stadterweiterung bis zum 2. Weltkrieg (1889 bis 1939)


 

1889 --- Die Künste huldigen dem Prinzen Karneval

Prinz Karneval und Venetia 1889

Prinz Mathieu Aldendorff
Weingroßhandlung
Grosse KG von 1823

Bauer Carl Wagner (schon einmal 1881 Bauer)
Juwelier
Grosse KG von 1823

Jungfrau Fritz Reuther
Architekt
Grosse KG von 1823

Venetia Carl Düren
Porzellanwarenhandlung Holstein und Düren
Kölner Männer-Gesang-Verein

In diesem Jahr istauch Venetia wieder mit dabei (siehe Bild). 1881 hatte man mit dem Abriss der Mittelalterlichen Stadtmauer begonnen. 1888 ist das Jahr der großen Eingemeindung. Das wirkt sich auf den Karneval nicht nur positiv aus. Er verflacht und droht auszuarten. In den Folgejahren kommt es immer wieder zu Forderungen, den Karneval wegen den Anzüglichkeiten und Übergriffen zu verbieten.


1890 --- Italien, Land der Sonne, huldigt dem Prinzen Karneval

Prinz Jean Ewald
Architekt
Große Kölner KG

(nach anderen Quellen soll auch 1890 Franz Depenheuer als Prinz fungiert haben,
der 1888 und 1902 Prinz Karneval war)

Bauer Hermann Faßbinder
Kaufmann
Rote Funken
 
Jungfrau Adolf Cader
Drogerie und Farbwarenhandel
Bürgergesellschaft Köln von 1863

Der Zug geht ohne Musik wegen Tod der Kaiserwitwe Augusta.

 

 

Speisekarte zum Rosenmontag 1890 -->

Speisekarte Rosenmontagszug 1890

1891 --- Närrische Ausstellung

Prinz Jacob Friedrichs
Geschäftsführer im Hotel du Nord
Grosse KG von 1823

Bauer Jacob Geub
Maschinen und Eisengießerei Geub
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Paul Hoppe
Gesangspädagoge und Komponist vieler Rhein- und Weinlieder
Kölner Narren-Zunft


1892 --- Köln als Seehafen

Eine Woche vor Karneval ist man noch immer auf der Suche nach den Hauptakteuren. Fünf Tage vor Rosenmontag springen drei Herren in die Bresche.

Prinz Jean Schmitz
Metzgermeister
Große Kölner KG

Bauer Mathieu Aldendorf (Prinz 1889)
Weinhändler
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jacob Friedrichs (Prinz 1991)
Geschäftsführer im Hotel du Nord
Grosse KG von 1823

In diesem Jahr startet das Kölner Festkomitee einen Aufruf an alle Mitbürger, doch die im letzten Jahre vorgekommenen Ausschreitungen v. a. das “Einschlagen der Hüte”, das Belästigen von Frauen und das Singen anstößiger Lieder zu vermeiden. Die Aufrufe sind erfolgreich. Der Karneval verläuft ruhig.

In diesem Jahr veranstalten zum ersten Mal eine Reihe angesehener Vereine unter dem Namen "Vereinigte Diensts-Ball-Gesellschaften" den seitdem zur ständigen Einrichtung gewordenen Gürzenichball am Karnevalsdienstag, dessen Ertrag teils zu wohltätigen Zwecken verwendet, teils zur Verschönerung des Rosenmontagszugs verwendet wird: Ab 1893 bauen die Dienstagsballgesellschaften den Wagen des Prinzen und einige Jahre später auch denjenigen von Bauer und Jungfrau.


1893 --- Heimkehr des Prinzen Karneval aus dem Reich der Sagen und Märchen

Prinz Karneval 1893

Prinz Karl Strengnart (genannt: Prinz Carolus I.)
Wein- und Spirituosenhandlung
Blaue Funken

Bauer Johann Degen
Bildhauer
Grosse KG von 1823

Jungfrau Edwin Crones
Architekt
Grosse KG von 1823

 


1894 --- Concurrenz aller Feste der Welt mit dem Kölner Carneval

Prinz Josef Wingender
Mattenfabrik und Großlager für Teppiche und Vorhänge
KG Carnevalistischer Reichstag

Bauer Adolf Weisweiler
Bautechniker
Grosse KG von 1823

Jungfrau Josef Nierhoff
Kohlenhändler
Grosse KG von 1823

 

 

Bild von Bauer und Jungfrau 1894 -->

Bauer Jungfrau 1894

1895 --- Hervorragende Leistungen großer Männer, Dichter und Componisten

Prinz Heinrich Kayser
Kunst- Luxuswaren- und Schmuckhandel
Große Kölner KG

Bauer Peter Prior
Architekt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Julius Metz (Bruder von Prinz 1872)
Schauspieler
Grosse KG von 1823


1896 --- Zeitung – Neueste Nachrichten

Prinz Karneval 1896

Prinz Robert Creutz (Robertus Amabilius I.)
Kaufmann
Grosse KG von 1823

Bauer August Porzelt
Teilhaber der Agentur Topprogge und Porzelt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Ludwig Sester
Drogist
Bürgergesellschaft Köln von 1863

 

 

 

 

 

 

1897 --- Die Griesgramschlacht

Prinz Karneval 1897

Prinz Gerhard Becker
Gastwirt
Rote Funken

Bauer Richard Meyer
Archäologe
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Leo Zeyen
Betriebsleiter
Kölner Narren-Zunft

Bauer und Jungfrau fahren abweichend vom alten Brauch nicht gemeinsam auf einem Wagen. Sie reiten zu Pferde.

 

 


1898 --- Bunte Reihe Kölner Themen

Kölner Dreigestirn 1898

Prinz Ludwig Ebeler
Architekt
Vereinigte Dienstagsball- Gesellschaften

Bauer Wilhelm Heyer
Papierfabrik Poensgen und Heyer
Vereinigte Dienstagsball-Gesellschaften

Jungfrau Dr. R. Patton
Zahnarzt
Vereinigte Dienstagsball-Gesellschaften

 

 

 

 

 

 


1899 --- Flüsse und Ströme als Gast bei Vater Rhein

Prinz Karl Oster
Mitinhaber der Fa. P.W. Ossendorf
Groß- und Einzelhandelskaufhaus
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

Bauer Ernst Reimbold
Mitbegründer der Fa. Gebrüder Reimbold
Präzisionszieherei und Fabrik für komprimierte Wellen
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

Jungfrau Christoph Gehly
Inh. der 1. Kölner Plakat- und Reklamedruckerei Franz Greven
Karnevalsgesellschaft unbekannt

Dieses Jahr nimmt neben Bauern und Jungfrau auch Venetia mit dem Dogen wieder am Rosenmontagszug teil. Der Zug ist ein farbenprächtiges Spektakel. Motto der einzelnen Wagen sind eine Vielzahl von Flüssen: Vom Rhein über den Nackbar bis zur Themse.

Karneval 1899

1900 --- Zwei Jahrtausende rheinischen Lebens

Kölner Dreigestirn 1900

Am Rosenmontag der Jahrhundertwende ist herrlichstes Wetter. Der Prinz steht auf einem hohen Turm auf seinem Wagen.

Gründung der Große Allgemeine KG als Abspaltung von der Großen KG von 1823. Die Gesellschaft führt zunächst den Namen Allgemeine-Carnevalsgesellschaft im Victoriasaal, 1901 fällt das "im Victoriasaal" weg und 1903 kommt das "Große" hinzu, um die Bedeutung der Gesellschaft klarzustellen.

Gründung der Ehrengarde in diesem Jahr.

Festheft Rosenmontagszug 1900

Prinz Josef Winter
Mitarbeiter in der väterlichen Brauerei Winter, die er später übernahm
Casino Gesellschaft

Bauer Franz Reimbold (Bruder vom Bauern 1899)
Mitbegründer der Fa. Gebrüder Reimbold
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

Jungfrau Theodor Klein
Student
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

(auf dem nebenstehenden Bild ist auch "Kaiser Maximiliam" alias Präsident Wingender)

 

Wagen Rosenmonatagszug 1900

Wagen aus dem Rosenmontagszug 1900:
Wagen des Kaisers Trayan.

<-- Festheft zum Rosenmontagszug 1900


1901 --- Was uns das neue Jahrhundert bringt

Prinz Rudolf Scholz jun.
Beruf unbekannt
Große Kölner KG

Bauer Wilhelm Kränkel
Generalvertreter der Pilsener Genossenschaftsbrauerei
Gesellschaft unbekannt

Jungfrau Edmund Steinbach
Hier ist nur der Name bekannt.

Gründung der Alte Kölner KG Schnüsse Tring in Ossendorf.

Festheft zum Rosenmontagszug 1901 -->

Festheft Rosenmontagszug 1901

1902 --- Schiller und Goethe auf dem Carneval zu Köln

Prinz Karneval 1902 Ballon

Prinz Franz Depenheuer
(Prinz 1888)
Fabrik für Eisenkonstruktionen
Grosse KG von 1823

Bauer Hermann Faßbinder
(Bauer 1890)

Kaufmann
Rote Funken

Jungfrau Peter Cader
(Bruder von Jungfrau 1890)

Beruf unbekannt
Bürgergesellschaft Köln von 1863

 

Wieder hat man eine Woche vor Karneval noch keine Kandidaten für Prinz, Bauer und Jungfrau. Daher greift man auf Bewährtes zurück und kann Franz Depenheuser, der bereits im Jahre 1988 eingesprungen war, überzeugen, auch in diesem Jahr den Prinzen zu geben. Zudem springen Bauer und Jungfrau aus 1890 ein.

Prinz Karneval 1902 Depenheuer

Erster öffentlicher Auftritt der Ehrengarde, die bis heute dem Kölner Bauern und der Kölner Jungfrau das Geleit gibt. Die Gründung fand 1900 statt, 1902 ist der erste öffentliche Auftritt. Es war der Ehrengarde zunächst nicht gestattet, den angestrebten Platz vor Bauer und Jungfrau im Rosenmontagszug einzunehmen. Obwohl der Festausschuss auch 1902 für das neue Reiterkorps den Platz vor Bauer und Jungfrau nicht freigab, gelingt es der Ehrengarde unter Einschaltung der damaligen Tollitäten, insbesondere mit Bauer und Jungfrau, in einem Husarenstreich „op echt kölsche Aat” den angestrebten Platz er erobern: Es wurde verabredet, der Reitergruppe an einer günstigen Stelle durch eine vorgetäuschte Wagenpanne die Möglichkeit zu geben, sich in den Rosenmontagszug einzugliedern. Im „Rubbedidupp“ erobert sie sich ihren Platz im Karnevalszug und verteidigt ihn bis zum heutigen Tage. An diesen Husarenstreich erinnert der Schlachtruf der EhrenGarde „Rubbedidupp“.


1903 --- Lebende Lieder

Prinz Ferdinand Kraus
Vertreter für Röhrendampfkessel
Große Kölner KG

Bauer Wilhelm Peters
Teilhaber der Fa. A. Göbel und Cie. Colonialwaren
Große Kölner KG

Jungfrau Fritz Tholfuß
Geschäft für Orden, Medaillen und Vereinsabzeichen
Große Kölner KG

Wie im Vorjahr tut man sich schwer, einen Prinzen zu finden. Erst im letzten Moment erklärt sich Ferdinand Kraus dazu bereit.

Gründung der Nippeser Bürgerwehr.


1904 --- Des Prinzen Rheinfahrt bei seiner Heimkehr aus dem Süden

Prinz Karneval 1904 Prinz Prof. Dr. Karl Zilkens (genannt Prinz Carolus III)
Arzt und Zahnarzt
Bürgergesellschaft Köln von 1823

Bauer Erasmus Pott
Dachdecker und Klempnermeister
Grosse KG von 1823

Jungfrau Hans Coelsch
Student
Grosse KG von 1823

Das erste und einzige Mal in der Geschichte des Kölner Karnevals trägt der Prinz 1904 kein rot-weißes Ornat. Als gebürtiger Ehrenfelder geht er in den Ehrenfelder Farben blau-gold.

1905 --- Eine Blütenlese aus dem Kölner Adressbuch

Prinz Karneval 1905

Prinz Ernst Hunzinger (genannt Prinz Ernestus I.)
Teilhaber der Fa. Cour und Hunzinger
Agenturen und Lebensmittel
Große Kölner KG

Bauer Franz Ulonska
Teilhaber der Fahnenfabrik Richter
Grosse KG von 1823

Jungfrau Carl Düren (Venetia 1889)
Porzellanwarenhandlung Holstein und Düren
Kölner Männer-Gesang-Verein

Bis eine Woche vor Karneval ist noch kein Prinz gefunden.

Man sorgt sich um die Sittlichkeit. Der evangelische Sittlichkeitsverein zu Köln - unter ihrem Vorsitzenden Pastor Wendland - fordert Ende Oktober 1905 die radikale Beseitigung des Karnevals. Der Karneval ziehe jährlich v. a. einen großen Teil der “minderbemittelten Volksklassen” in seinen Bann, die dann monatelang durch die mannigfachen Veranstaltungen “an ihrer Berufsbeschäftigung, der Pflege geistiger und sittlicher Interessen entfremdet” werde. Die Triebfeder zu diesen Veranstaltungen sei nicht im Humor der Kölner Bevölkerung zu suchen - die hiesige Bevölkerung sei im Laufe der letzten Jahrzehnten “von Zuwanderungselementen so stark durchsetzt worden, dass dieselbe ihren einheitlichen Charakter völlig eingebüßt” habe. In Wahrheit gingen diese Veranstaltungen v. a. von solchen Kreisen aus, die in ihnen ein “Geschäftsinteresse” erblickten, “dass sie als Büttenredner, die vielfach mit ihren Erzeugnissen von einem Verein zum anderen ziehen, oder als Liederdichter bezahlt werden, sei es, dass sie als Wirte, Saalinhaber, Verkäufer von Maskenartikeln usw. ihren Vortheil haben”. Auch ein Teil der Lokalpresse zieht aus den karnevalistischen Anzeigen Vorteile und berichtet über die “mehr oder weniger witz- und geistlosen” Karnevalssitzungen so ausführlich, als ob es sich um der Beachtung würdige Vorkommnisse handelte. Ganz besonders seien die Gefährdung der Sittlichkeit und die Verrohung des Volkes zu beklagen, was die Statistik der unehelichen Geburten, das Pfandhaus und die Gerichtsverhandlungen belegten.

Der Aufruf hat keinen Erfolg: Der Karneval geht auch im kommenden Jahr weiter.


1906 --- Das Prunkmahl des Prinzen Karneval

Kölner Dreigestirn 1906

Endlich erhält auch der Prinz sein Begleitkorps: Die im Dezember 1905 neu gegründete Prinzen-Garde schreitet dem Prinz von diesem Jahr an im Rosenmontagszug voran. Jungfrau und Bauer haben bereits ihr Begleitkorps - die Ehrengarde. Dieser unwürdige Zustand wird nunmehr beendet.

Gründung der Große Mülheimer KG, die aufgrund der Eingemeindung 1914 zu einer Kölner Karnevalsgesellschaft wird.

Prinz Wilhelm Welsch
Weinhändler
Prinzen-Garde

Bauer Gustav Nolting
Großhandel für sanitäre Anlagen und Baumaterialien
Prinzen-Garde

Jungfrau Emil Mewes
Architekt
Prinzen-Garde

Blaue Funken Rosenmontagszug 1906

Wagen der Blauen Funken aus dem Rosenmontagszug 1906


1907 --- Bilder aus dem Kölner Leben

Kölner Dreigestirn 1907

Prinz Heinrich Schlimbach
Architekt
Grosse KG von 1823

Bauer Peter Thelen jr.
Teilhaber der väterlichen Zuckerfabrik
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jean Wirz
Gastwirt
Grosse KG von 1823

 

Willi Ostermann startet mit dem Lied "Dem Schmitz sing Frau ist durchjebrannt" seine einzigartige musikalische Karriere

 


1908 --- Bilder aus dem Kölner Leben

Prinz Felix Chorus
Fabrikant und Kaufmann
Leibgarde des Prinzen Karneval

Bauer Heinrich Thorbeck
Geschäft für Polstermaterialien, Möbelstoffe und Wagenbau
Leibgarde des Prinzen Karneval

Jungfrau Josef Bönsch
Besitzer der Hotels Victoria und Bellevue
Leibgarde des Prinzen Karneval

Festprogramm Rosenmontagszug 1908


Die Prinzen-Garde spaltet sich. Das Reiterkorps gründet die Leibgarde des Prinzen Karneval, die jedoch keinen langen Bestand hat.


1909 --- Die verkehrte Welt

Prinz Karneval 1909

Prinz Josef Bönsch (Jungfrau 1908)
Besitzer der Hotels Victoria und Bellevue
Leibgarde des Prinzen Karneval

Bauer Kurt Bruck
Mitinhaber des Reichshallen- und Metropoltheaters
Leibgarde des Prinzen Karneval

Jungfrau Paul Bruck
Mitinhaber des Reichshallen- und Metropoltheaters
Leibgarde des Prinzen Karneval

 


1910 --- Aus aller Welt

Prinz Jacob Schoß
Weingroßhändler
Blaue Funken

Bauer Otto F. Meyer
Kaufmann
Kölner Klub für Wassersport

Jungfrau Josef Pleiß
Prokurist
Kölner Klub für Wassersport

Prinz Karneval 1910

 

 

 

Dreigestirn1910

Prinzenwagen 1910

Auf dem Prinzenwagen thronte in diesem Jahr auf einer goldenen Gondel Mutter Colonia. In einem Muschelkahn ließ der Prinz eine wahren Regen von Kamellen und Blumen über das Volk ergehen.


1911 --- Verkörperte Zitate

Prinz Emil Grewe
Mitinhaber der Baubeschlaghandlung Möst und Grewe
Leibgarde des Prinzen Karneval

Bauer Willy Hünnes
Betreiber eines Kinos
Leibgarde des Prinzen Karneval

Jungfrau Hubert Möst
Mitinhaber der Baubeschlaghandlung Möst und Grewe
Leibgarde des Prinzen Karneval

Einer der schönsten Prunkwagen in diesem Jahr ist derjenige von Bauer und Jungfrau. Die beiden treten durch eine rosenumrankte Pforte aus einem Bau im Empirestil in einen stilvoll geordneten Garten mit einem Brunnenmuschelbecken und grünen Beeten. Das Thema des Wagens "Wir winden dir den Jungfernkranz" wird von den Kölnern schnell umgedichtet in "Die Mähd, die muss am Huus erus".

Programm Rosenmontagszug 1911

Programm des Rosenmontagszuges
von 1911

Wagen Jungfrau Bauer 1911  

1912 --- Deutsche Städte huldigen der Colonia und dem Prinzen Karneval

Prinz Heinrich Hünnes (Bruder des Bauern 1911)
Kartoffel- und Getreidehändler
Grosse KG von 1823

Bauer Christian Krutwig
Ziegelei- und Sandgrubenbesitzer
Blaue Funken

Jungfrau Josef Schäfer
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Aufgrund der politischen Unruhen ist es schwierig, drei geeignete Kandidaten zu finden. Der Prinz wird schließlich am Karnevalsfreitag gefunden und Bauer und Jungfrau erst am Karnevalssamstag.

Wagen Prinz Karneval Rosenmontagszug 1912
 

1913 --- Sang und Klang im Karneval

Kölner Dreigestirn 1913

Prinz Franz Oberliesen
Inhaber der Firma Theodor Hollender (Herde, Öfen, Küchengeräte)
Prinzen-Garde

Bauer Christian Esser
Beruf unbekannt
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Carl Horatz
Teilhaber der Fa. Snog und Cie (Braut- und Kommunionskränze)
Ehrengarde der Stadt Köln

Am Rosenmontag ist schauriges Wetter. Dennoch ist viel los. Eskortiert von der Prinzen-Garde thront der Prinz auf einem Narrenkopf, geschmückt mit dem Helm der Gardisten in den Farben der Ehrengarde und der Prinzen-Garde. Oben darauf steht umrankt von Blumengirlanden der Prinz Karneval und wird von den Kölnern Bürgern verzückt gefeiert.

Prinzenwagen des Rosenmontagszugs 1913


1914 --- Weltausstellung in Köln

Kölner Dreigestirn 1914

Prinz Fritz Herrmann
Architekt
Große Kölner KG

Bauer Theodor Preuß
Biergroßhändler
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Engelbert Klein
Dekorationsmaler
Ehrengarde der Stadt Köln

 

Prinz Karneval 1914

Der Prinz auf dem Rosenmontagszug

Der Rosenmontagszug von 1914 stellt einen neuen Rekord auf: 74 Abteilungen ziehen zum Motto „Weltausstellung in Köln“ in einem prachtvollen Zug durch die Innenstadt. So viele Abteilungen gab es zuvor noch nie.

Das Zugmotto steht Pate für eine reichhaltige Fülle schöner Ideen. Auf dem nebenstehenden Bild etwa sieht man den Entwurf des Zugwagens "Ausstellung für Ammebedarf". Auf dem mit Gemüse dekorierten Wagen sieht man die überdimensionale Mutter der Kompanie, wie sie fünf kleine Rekruten in den Armen hält. Den Wagen begleiten paradierende Rekruten.

Der Rosenmontagszug wird ein riesiger Erfolg. Es wird der letzte sein für die kommenden Jahre.

Wagen Rosenmontagszug 1914

Karnevalswagen "Der Sport"

Wagen Rosenmontagszug 1914

Entwurf für einen Wagen beim Rosenmontagszug

Fussgruppe Karneval 1914

Fußgruppe im Straßenkarneval 1914


1915 bis 1923 kein Zug: 1. Weltkrieg

Auf den Karneval 1914 folgen der erste Weltkrieg und eine lange Besatzungszeit.

Die englische Besatzungsmacht spricht ein Karnevalsverbot aus. 1923 kommt die Ruhrbesetzung hinzu.

Obwohl der Karneval erst 1925 bedingt wieder erlaubt wird, gibt es 1924 schon wieder ein Dreigestirn, von dem der Bauer unbekannt ist. Bereits seit 1919 wird in kleinem Kreise inoffiziell aber wieder gefeiert.

Die wirtschaftliche Lage ist derart schlecht, dass an Karneval trotz des 100jährigen Jubiläums des reformierten und organisierten Karnevals nicht ernstlich zu denken ist. Die Stadt Köln gibt Notgeld heraus: Natürlich mit Motiven der Kölner Roten Funken - auch dies ein Zeichen der Karnevalsverbundenheit der Stadt selbst in diesen schweren Zeiten.

Im Jahre 1922 gründet sich ein jüdische Karnevalsverein: Der "KKK" - der "Kleine Kölner Klub". Hier organisieren sich insbesondere jüdische Textilkaufleute um den Präsidenten Max Salomon.

Notgeld Köln

Kölner Karneval 1923


1924 --- kein Zug

Prinz Christian Wirges
Drogist
Prinzen-Garde

Bauer unbekannt

Jungfrau Willi Dohmen
Süßwarengroßhandel
Prinzen-Garde

Es gibt wieder ein Dreigestirn. Es geht kein Rosenmontagszug.

 

Prinz Karneval 1924

1925 --- kein Zug

Kölner Dreigestirn 1925

Im Dezember 1924 wird der Sitzungskarneval für 1925 wieder erlaubt. Das Tragen von Kostümen in der Öffentlichkeit bleibt weiter verboten. Kurzfristig untersagt die Stadt Köln doch noch sämtliche Karnevalsveranstaltungen in städtischen Sälen. Das Festkomitee des Kölner Karnevals mit seinen (damals) neun angeschlossenen Karnevalsgesellschaften klagt und erzwingt vor der 12. Zivilkammer des Landgerichts Köln die Aufhebung des Saalverbots. Daraufhin kann auch in städtischen Sälen gefeiert werden.

Da der Rosenmontagszug verboten ist, ziehen Prinz, Bauer und Jungfrau erstmals in vollen Ornat auf den Sitzungen auf.

Prinz Dr. Kurt Töppel
Diplom Kaufmann
Prinzen-Garde

Bauer Carl Otte
Kaufmann
Rote Funken

Jungfrau Peter Höchstenbach
Vermietung von Privat- und Gesellschaftswagen
Blaue Funken

Rosenmontagszug 1925

Bild vom Rosenmontag 1925 (kein Zug)


1926 --- kein Zug: Besatzung bis 30.01.1926

Kölner Dreigestirn 1926

 

Auch in diesem Jahr tut man sich schwer, einen Prinzen zu finden. Erst 14 Tage vor Karneval findet man ihn.

Die karnevalslose Zeit unter den Briten wird als sehr belastend empfunden. Endlich ziehen die Briten am 31.01.1926 ab. Endlich ist der Weg frei für Karneval.

 

Postkarte zum Abzug der Briten
und zum (Wieder-)Einzug der
Roten Funken in Köln -->

Prinz Dr. Adalbert Oster
Oberchemierat
Große Kölner KG

Bauer Philipp Herold
Inhaber der Blumenhandlung Herold
Große Kölner KG

Jungfrau Peter Heydenreich
Autoverkäufer bei Opel
Große Kölner KG

Immer noch ist der Straßenkarneval verboten. Trotzdem finden sich an den Karnevalstagen in allen Stadtteilen Kinder und Jugendliche spontan zu verschiedenen Zügen zusammen, verkleidet und Lieder anstimmend. Die Polizei drückt beide Augen zu und lässt sie gewähren.

Abzug der Briten im Jahre 1926


1927 --- Aus der Neuen Zeit (Bunte Kappenfahrt)

Prinz Karneval 1927 Ferdinand II

Da erst 14 Tage vor Karneval die Genehmigung ausgesprochen wird, findet kein Rosenmontagszug, sondern nur eine Kappenfahrt statt (der Begriff kommt von der Narrenkappe). Es handelt sich um einen nur "abgespeckten" Umzug.

Die Kappenfahrt ging unter dem Motto:
Bunte Kappenfahrt aus der neuen Zeit

 

Eintrittskarte Gürzenich

 

Prinz Ferdinand Leisten sen.
Ofenhaus Leisten
Große Kölner KG

Bauer August Waimann
Kaufmann
Große Kölner KG

Jungfrau Hans Holz
Diplom- Kaufmann
Blaue Funken

Kölner Dreigestirn 1927

Prinzenwagen 1927

Fussgruppe 1927

Festheft Rosenmontagszug 1927

Bild des Festheftes zum Rosenmontagszug 1927


1928 --- Die Pressa im Spiegel des Kölner Karnevals

Kölner Dreigestirn 1928

Bauer und Jungfrau 1928 auf dem Rosenmontagszug

Prinz Franz Robens
Vertreter einer Tabakwarenfabrik
Große Kölner KG

Bauer Walter Rüsche
Handelsvertreter
Große Kölner KG

Jungfrau Josef Maier
Inhaber des Brauhauses Kolter
Große Kölner KG


Es darf wieder Karneval gefeiert werden wie vor dem Krieg. Und davon wird in Köln sehr ausgiebig Gebrauch gemacht. Etwa 760 Karnevalsveranstaltungen, darunter allein 600 Maskenbälle finden in Köln statt. Der Andrang ist riesig. Menschen aus ganz Deutschland kommen nach Köln.

In diesem Jahr findet auch das Deutsche Turnfest in Köln statt.

 

 

 

Rosenmontagszug 1928

Die Roten Funken vom Rosenmontagszug 1928

 

 

 

 

 

 

 


1929 --- Ab- und Aufbau im Spiegel des Kölner Karnevals

Prinz Karl Breidenbach
Besteckhersteller
Große Kölner KG

Den Bauern sollte Hans Bauwens (Große Kölner KG) darstellen. Wegen einer schweren Erkrankung seiner Mutter muss er das Amt wieder zur Verfügung stellen. Für ihn springt Max Schleh ein.

Bauer Max Schleh
Mitinhaber der Motorradfirma Bischof und Co.
Große Kölner KG

Jungfrau Martin Roettgen
Kaufmann bei der Kellerei Deutz und Geldermann
Große Kölner KG

An Rosenmontag herrschte klirrende Kälte: Heute kaum vorstellbare 23 Grad unter null zogen durch Köln als der Rosenmontagszug die Stadt füllte. Den Musiker froren ihre Instrumente an den Mündern fest. Am Zugweg harrten dennoch viele Menschen unerschrocken aus, schunkelnd und vom einen Bein auf das andere springend, um Erfrierungen zu vermeiden.

Wagen des Prinz Karneval im Rosenmontagszug 1929

Prinz Karneval im Pokal von Till Eulenspiegel
im Rosenmontagszug 1929

Ab diesem Jahr werden die Wagen des Rosenmontagszuges, die zuvor von verschiedenen Firmen dezentral gebaut wurden, zentral in den Kölner Messehallen gebaut. Erreichten die früheren Wagen durchaus 13 oder 14 Meter Höhe, ist ihre Höhe aufgrund der Einführung der elektrischen Straßenbahn nun auf 4,80 Metern begrenzt, um Unfälle mit der Oberleitung zu verhindern.


1930 --- Die Welt im Jahre 2000

Prinz Winand Kolfenbach
Architekt
Große Allgemeine KG

Bauer Karl Münchow
Architekt
Prinzen-Garde

Jungfrau Georg Rung
Kaffeerösterei und Kolonialwarenhandlung
Rote Funken

Prinz Karneval 1930

Trotz der Wirtschaftskrise gibt es einen Rosenmontagszug. Die Stadt erklärt zwar, sie könne den Karneval finanziell nicht unterstützen. Die Kölner finden aber andere Wege: Die Bevölkerung wird um Unterstützung gebeten. Ehrenamtliche Sammler laufen allerorts durch die Stadt und die Bürger geben reichlich, um ihren Zug gehen zu sehen. Zudem wird der Zug auch durch das Abwerfen von Werbezetteln finanziert. Prunkwagen sieht man in diesem Jahr jedoch nicht - dafür fehlt das Geld.

Hier finden Sie ein Video vom Rosenmontagszug 1930: Hier klicken.

Prinz Karneval 1930

Prinzenwagen 1930

Rosenmontagszug 1930


1931 - 1932 --- Wegen der Wirtschaftskrise kein Zug

Zugprogramm 1932

Zugprogramm 1932

Die Weltwirtschaftskrise machte es in den Jahren 1931 und 1931 unmöglich, einen Rosenmontagszug zu veranstalten. Trotzdem erschien 1932 eine Rosenmontagszeitung mit einem "Inoffiziellen Zugprogramm nach einer fixen Idee", die satirisch einen Zug mit Hungerprinzen und Festwagen beschrieb, die sich alle um das Thema "Krise" drehten.


1933 --- Karneval wie einst

Prinz Franz Robens (Prinz 1928)
Vertreter einer Tabakwarenfabrik
Große Kölner KG

Bauer Willi Jansen
Bäckermeister
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Paul, Kops
Juniorchef der Firma Sperrholz Kops
KG Rheinländer

Rosenmontagszug 1933

Es ist niemand anders als der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, der sagt, dass endlich wieder ein Rosenmontagszug stattfinden müsse. Das Festkomitee erhält zu diesem Zweck finanzielle Unterstützung durch die Stadt Köln. Zudem wird einer Generalversammlung des Kölner Verkehrsvereins am 17.10.1932 ein "Bürgerausschuss" gegründet. Prominente Persönlichkeiten aus der Bürgerschaft, Vertreter von Industrie, Künsten und Wissenschaft sowie von Vereinen erklären ihre Bereitschaft zur Mitwirkung. Der Rosenmontagszug ist damit gesichert.

Und damit nicht genug: Erstmals ziehen die Veedelszöch durch Köln zu denen der Bürgerausschuss und das Festkomitee aufgerufen haben. Die Veedelszög sind historisch auf die mittelalterlichen Gesellenbanden, die ihren mühseligen Alltag aufs Korn nahmen, zurückzuführen. Insbesondere dieser Erhaltung und Erneuerung des ursprünglichen Volkskarnevals hatte sich der Ende des Jahres 1932 gegründete "Bürgerausschuss" auf die Fahnen geschrieben.

Hier finden Sie ein Video des Karneval 1933: Hier klicken.


1934 --- Kölner Bilder

Prinz Karneval 1934

Prinz Dr. Eugen Boden
Rechtsanwalt
Rote Funken

Bauer Carl Zimmer
Inhaber der Firma Pejozi (Peter Josef Zimmer Umzüge)
Rote Funken

Jungfrau Willy Füllenbach
Konditor und Inhaber von Café Füllenbach
Prinzen-Garde

 

 

Die nationalsozialistische Partei versucht, den Kölner Karneval organisatorisch zu übernehmen. Das "Festordnende Komitee" wird aufgelöst. Die Narren revoltieren (sog. "Narrenrevolte"), indem sich die Führer der großen Karnevalsgesellschaft zusammen finden und ankündigen, dass ihre Gesellschaften am Karneval nicht mehr teilnehmen werden, wenn sie diesen nicht auch organisatorisch bestimmen können. Das Regime gibt schließlich nach. Das "Festordnende Komitee" heißt nun "Festausschuss". In kleinen, von vielen Karnevalisten durchaus akzeptierten Schritten erhielten NS-Organisationen aber danach dennoch wesentlichen Einfluss auf das Karnevalsgeschehen.

Die „Narrenrevolte“ muss man heute wohl weniger als Protest gegen das Dritte Reich sehen als vielmehr als Versuch, die eigene Macht zu erhalten. Die Prinzengarde unter Präsident Thomas Liessem, die sich später als „Anführer der Revolte“ darstellten, ließ bei ihren Auftritten in der vorherigen Session 1933/34 sogar noch eine SA-Kapelle spielen. Dass auch nationalsozialistische Werte vertreten wurden, zeigen damals beliebte Lieder wie „Die Jüdde wandern uss“ (näheres hier).

Rosenmontagszug 1934 antisemitischer Wagen

1934 verbreitet ein Festwagen mit in schwarzer Kleidung und mit langen Bärten verkleideten Karnevalisten unter dem Motto „Die letzten ziehen ab“ offen eine antisemitische Stimmung.


1935 --- Prinz Karneval filmt

Prinz Konrad Maaßen
Ingenieur
Große Kölner

KG Bauer Willi Unkelbach
Angestellter in der elterlichen Lebensmittelhandlung
Prinzen-Garde

Jungfrau Arnold Unkelbach
Schüler (stand im Abitur)
Prinzen-Garde

Erstmals hatte der Prinz ein eigenes Motto.

Prinzen-Motto: Freude über alle Maaßen

Prinzenwagen 1935

Zugmotiv 1935

Schon 1935 war die Rivalität von Köln und
Düsseldorf Thema das Zuges

Jungfrau und Bauer Karneval 1935

Prinz Karneval 1935

 

Jungfrau und Bauer Karneval 1935

 

 

 


1936 --- Alt Kölle läv en Spröch un Zitate (Motto ist zum ersten mal kölsch)

Prinz Karneval 1936

Prinz Fritz Riese
Konditor und Inhaber von Café Riese
Prinzen-Garde

Bauer Hermann Kemp
Handelsvertreter
Prinzen-Garde

Jungfrau Josef Trompeter
Bäckermeister
Prinzen-Garde


Prinzen-Motto: Jeder su jeck wie d´r Fritz

 

Erstmals gibt es im Kölner Karneval eine feierliche Prinzenproklamation in der Messe, am 20.02.1936 an Weiberfastnacht:

Erste Prinzenproklamation im Kölner Karneval 1936

Einzug des Prinzen Fritz Riese zur ersten
Prinzenproklamation im Jahre 1936 in der
Deutzer Messehalle

 

Für die Finanzierung des Rosenmontagszugs wurde eine groß angelegte Spendenaktion veranstaltet. Vertreter aller Gesellschaften sammelten bei den Kölner Bürgern Geld - und sie gaben reichlich für "ihren" Rosenmontagszug. Hier der Aufruf an die Bürgerschaft Kölns:

Spendenaufruf 1936

Erstmals gibt es eine große Rundfunksitzung "Kölle Allaaf", die in ganz Deutschland zu hören ist.

Als Willi Ostermann am 6. August 1936 stirbt, stehen 35000 Menschen vor seiner Residenz auf dem Neumarkt 33. Kölns Geschäfte schließen, bis der Tote (im Frack) im städtischen Ehrengrab auf dem Friedhof Melaten liegt.

Der Karneval wird nun zunehmend antisemitisch. Ein möglicherweise bereits 1933 entstandenes Karnevals-Spottlied auf die Juden "Die Jüdde wandern us" von Jean Müller ist hierfür ein gutes Beispiel.

Der Text des Liedes:

Kölsche Originalversion:

I.
Et deit sich alles freue,
Mir sinn jetz bahl su wick,
Mir wäde jetz in Deutschland,
Die Jüdde endlich quwitt.

Refrain:
Hurra mer wäde jetz de Jüdde loss,
Die ganze koschere Band,
Trick nohm gelobte Land.
Mir laache uns für Freud noch halv kapott,
Der Izig und die Sahra die träcke fott!

II.
Wenn die Jüdde bei uns kohme,
Mett neh‘m lange Rock un Flüh,
Fingen die an zu hausiere,
Arbeide deit der Jüdd doch nie.
Mit Knoche, Lumpe, Iser,
Un watt et söns noch jitt,
Un mett nehm Sack om Röcke,
Häh durch die Strosse trick.
Mett dem Handel iss jetz Schluss,
Dröm wandern die jetz uss.
(Refrain)

III.
Wenn die ganze koschere Jüdde,
us Deutschland sinn erus,
Zwei mir dann he behalde,
Die stelle mir dann uus.
Eine enn de Schreckenskammer,
Eine ett Museum kritt geschenk,
Datt mir an die Judenplage,
Mett Schrecke später denk.
Wenn man die zwei dann sieht,
Singt man för Freud dat Leed:
(Refrain)

Hochdeutsche Übersetzung:

I.
Es tut sich alles freuen,
Wir sind jetzt bald so weit.
Wir werden hier in Deutschland
Die Juden endlich quitt.

Refrain:
Hurra, wir werden jetzt die Juden los.
Die ganze koschere Bande
Ziehtins gelobte Land.
Wir lachen uns vor Freude noch halb kaputt,
Der Itzig und die Sarah, die ziehen fort.

II.
Wenn die Juden zu uns kamen,
Mit einem langen Rock und Flöhen,
Fingen sie an zu hausieren,
Arbeiten tut der Jude doch nie.
Mit Knochen, Lumpen, Eisen,
Und was es sonst noch gibt,
Und mit einem Sack auf dem Rücken,
Er durch die Straßen zieht.
Mit dem Handel ist jetzt Schluss,
Darum wandern die jetzt aus.
(Refrain)

III.
Wenn die ganzen koscheren Juden,
aus Deutschland sind hinaus,
Zwei dann wir hier behalten,
Die stellen wir dann aus.
Einen in die Schreckenskammer,
Einen das Museum kriegt geschenkt,
Dass man an die Judenplage,
Mit Schrecken später denkt.
Wenn man die Zwei dann sieht,
Singt man vor Freude dieses Lied:
(Refrain)


1937 --- Märchen und Sagen aus aller Welt

Prinz Karneval 1937

 

Prinz Hermann Münchow (nicht verwandt mit Bauer 1930)
Inhaber der Kreidemühle Teutonia
gehörte keine Gesellschaft an

Bauer Werner Nolte
Kaufmann
Prinzen-Garde

Jungfrau Josef Pütz
Bierbrauer
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: Lasst den Frohsinn Wellen schlagen in des Prinzen frohen Tagen.

Der Karneval wird mehr und mehr ein Fest der Nazis. In ganz Deutschland wird für den Kölner Karneval geworben. Der Karneval droht zur Farce zu werden. Die Nazi-Organisation "Kraft durch Freude" versucht, die Organisation, die Finanzen, die Vorträge in den Sitzungen und den Rosenmontagszug zu übernehmen bzw. zu steuern. Den Karnevalisten kommt der Zufall zur Hilfe: Der in Ungnade gefallene Oberbürgermeister Riesen gibt den Karnevalisten kurz vor seiner Absetzung 150.000 Reichsmark zu, eine damals ungeheure Summe. Sein Nachfolger Dr. Schmidt schäumt vor Wut und es gelingt ihm, die Summe auf 75.000 Reichsmark runterzuhandeln. Der Verzicht verschaffte den Karnevalisten das Wohlwollen der Stadtführung und Dr. Schmidt zeigt sich von nun an durchaus aufgeschlossen für die Wünsche der Kölner Karnevalisten.


1938 --- Die Welt im Narrenspiegel

Prinz Peter Hubert Schupp
Bes. einer Bananenreiferei
Lindenthaler Husaren

Bauer Johannes Wiesbaum
Versicherungsagent
Rote Funken

Jungfrau Paula Zapf
Angestellte bei Bierbaum und Proenen (Bekleidungshersteller)
keine Gesellschaft

Prinzen-Motto: Im Jubel und Trubel, bei fröhlichem Singen, will über Köln mein Zepter ich schwingen.

Prinz, Bauer und Jungfrau werden erstmals „Dreigestirn“ genannt.

Es gibt eine umstürzende Neuerung: Auf Druck der NSDAP muss die Jungfrau von einer Frau dargestellt werden. Die männliche Jungfrau im Karneval ergab sich anfangs zwangsläufig, da der Karneval eine reine Männerangelegenheit war. Im Laufe der Zeit wurde sie zur Tradition. In ihrem Kampf gegen die Homosexualität will die Partei aber keine Männer in Frauenkleidung mehr dulden - und so hatte man die Karnevalsgesellschaften schon 1935 angewiesen, „richtige“ Frauen als Funkenmariechen auftreten zu lassen; seit Menschengedenken wurden die Regimentstöchter der Tanzkorps ebenfalls von verkleideten Männern verkörpert - was in den Augen der Nazis eine bedenkliche Nähe zum Transvestitismus darstellte. Natürlich hatten die Korps nachgegeben und sich von ihren männlichen Mariechen getrennt. Nun gab auch das Festkomitee dem Druck der NSDAP nach und die 19-jährige Paula Zapf aus Nippes wurde die erste weibliche Jungfrau.

Paula Zapf und Bauer zu Besuch bei der Ehrengarde Köln

Bild: Jungfrau Paula Zapf und Bauer Johannes Wiesbaum bei der Ehrengarde Köln

Kölnische Illustrierte 1938

Das Titelbild der "Kölnischen Illustrierten Zeitung" von 1938 zeigt das Kölner Dreigestirn.

Die Jecken jubeln Ihrer Lieblichkeit zu - und nach der Session wird Paula Zapf von allen Seiten bescheinigt, sie habe ihre Sache gut gemacht. Mit der NSDAP hat Paula Zapf nichts zu tun.

Es gibt nur sehr wenige Aufzeichnungen über Karnevalisten oder Vereine, die etwa die Übernahme eines antisemitischen oder NS-propagandistischen Wagens verweigerten.

Eine nachgewiesene Form des Widerstandes, welche einen Bezug zu Karneval hat, ist die alternative Rosenmontagszeitung mit der Unterschrift "Einzige offizielle Festschrift für den Karneval 1938", eine subversiv publizierte illegale Satire auf die offizielle Kölner Rosenmontagszeitung, die allerdings nicht von Karnevalisten herausgegeben wurde, sondern von KPD-Mitgliedern.

Sie übte 1938 beißende Kritik am NS-System, stellte auch Joseph Goebbels auf dem Titelblatt als „Seine Tollität Jüppche I“ dar (siehe nebenstehend), der die Paraloe für die gecken Tage ausgab: "Dä Spruch bleib meines Chrönchens Schmuck: Immer löje wie jedrukk" - Immer lügen wie gedruckt!) und enthielt 8 alternative und bitterböse Wagenentwürfe des nach Belgien geflohenen Düsseldorfer Künstlers und KPD--Mitglieds Karl Schleswig, der die Zeitung mit Otto Niebergall in der Gestaltung der offiziellen Kölner Rosenmontagszeitung herausgegeben hatten als Vehikel für den politischen Widerstand.

Karneval Nationalsozialismus 1938
Alternative Wagenentwurf

<-- Hier der Entwurf des Prinzenwagens (Nr. 8) aus der subversiven Rosenmontagszeitung mit Begleittext:

Vortrab: Die Prinzengarde, in bekannter schwarzer Uniform, als Korkade: Totenschädel mit gekreuzten Knochen

Fußvolk: Männer vom Arbeitsdienst: Gerippe mit Schippe

Beschreibung: Deutschland aus vielen Brücken, Bergen, Fabriken, Kirchen und Häusern gebildet, ein Flammenmeer. Darüber im prächtigen, goldstrotzenden Narrenkostüm als Prinz der --- Krieg. Darunter ein Spruchband: Dass wir hier in Flammen aufgehen, verdanken wir dem Führer.

Gefolge: Witwen und Waisen.

 

Hier klicken, um weiterzulesen ab dem Jahr 1939 bis heute

 

<<< Hier finden Sie Informationen zum Karneval >>>


Das Thema dieser Seite ist die Chronik des Kölner Karnevals


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