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Der Funkenpastor und die Sünderlein Der Karneval in Köln und der rheinische, speziell der kölnische Katholizismus haben viel miteinander zu tun. Nicht nur dass das närrische Treiben der Fastenzeit vorausgeht, sondern die Kölner Traditionsvereine "halten" sich einen Geistlichen, der "Funkenpastor" genannt wird. Dieser Geistliche begleitet die Vereinsmitglieder in Freud und Leid über das ganze Jahr hinweg. Er liest für sie die "kölsche Mess", traut die Paare, tauft ihre Kinder und begleitet die Vereinsmitglieder auf ihrem letzten Weg. Einmal jährlich versammeln sich die Mitglieder der Traditionsvereine auf den Friedhöfen, vornehmlich auf dem Traditionsfriedhof Melaten, um ihre Verstorbenen zu gedenken und die Gräber besonderer Persönlichkeiten des Karnevals aufzusuchen. Gebete für die Verstorbenen sind unter Anleitung des Funkenpastors selbstverständlich. Auch ein Teil des Kölner Karnevals-Liedgutes ist zumindest auf den zweiten Blick, zum Teil sicher nur unterschwellig, Ausdruck der christlichen Lebensphilosophie der Kölner: "Wir sind alles kleine Sünderlein, `s war immer so, `s war immer so. Der Herrgott wird es uns bestimmt verzeihen...", "Mer loße dr Dom en Kölle...", "Kölsche Mädcher, Kölsche Junge, sin dem Herrjott jot jelunge...", und viele mehr. Ausdruck der Achtung vor Gott und den Menschen ist auch ein Motto des offiziellen Kölner Karnevals, das da lautet: "Von Zoten frei die Narretei". Und die Freude am Feiern und am Leben ist gemeinsames Gut christlicher Haltung und karnevalistischer Ausgelassenheit, soweit sie nicht die moralischen Grenzen überschreitet. |
Das Thema dieser Seite ist Kölner Karneval