Der Kern der Kölner Heinzelmännchen-Sage

Einige mag es erstaunen: Die Heinzelmännchen gab es wirklich!

Der Historiker Harry Böseke hat herausgefunden:

Die Heinzelmännchen waren Schwarzarbeiter aus den rheinischen Erzbergwerken, die nachts – am Fiskus vorbei – Arbeiten für die Kölner Handwerker verrichteten.

Wie heißt es in dem Text von August Kopisch um 1836:

"Da kamen bei Nacht, eh man’s gedacht, die Männlein und schwärmten und klappten und lärmten und rupften und zupften und hüpften und trabten und putzten und schabten, und eh ein Faulpelz noch erwacht, war all sein Tagwerk bereits gemacht.“

Böseke hat das Rätsel um die kleinen Männchen enthüllt: „In den Bergwerken in Lüderich, Much oder Ruppichteroth mussten Wasserknechte mit Leder-Eimern das Grundwasser aus den Gruben schaufeln“, so der Historiker. "Die Schächte waren sehr eng, so dass nur kleinwüchsige Menschen und Kinder konnten diese Arbeit tun. Die nannte man Heinze-Menschen.“

Als um 1500 die Pumptechnik aufkam, wurden die Wasserschöpfer mit einem Schlag arbeitslos. "Sie wanderten in die große und wohlhabende Stadt Köln aus, hausten dort in den unterirdischen Gängen“, so Böseke. Um zu überleben, versuchten sie, sich auf dem "zweiten Arbeitsmarkt“ durchzuschlagen.

Heimlich, gegen geringste Entlohnung und am Fiskus vorbei. Nachts flitzten sie durch die Stadt und erledigten die Arbeit: Ob Bäcker, Fleischer, Zimmermann oder Schneider – jeder clevere Kölner nutzte ihre Dienste.

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