Jan und Grieet

oder: Jan un Jriet (Johann und Grete)

Jan von Werth

Johann von Werth (Jan van Wert, Jean de Weert) war ein durch den Dreißigjährigen Krieg berühmt gewordener Reitergeneral. Er wurde Ende des 16. Jhdt. im Jülicher Land geboren und kam wenige Jahre später mit seinen Eltern nach Köln. 1620 zog er als einfacher Reiter im Dienste der Spanier in in Dreißigjährigen Krieg und zeichnete sich durch Kampfesmut aus, so dass er es schließlich bis zum General der Reiterei brachte. Als Johann de Werdt wurde er in den Stand eines Reichsfreiherren erhoben, erwarb Grundbesitz in Köln und war ein geachtetes Mitglied der Kölner Gesellschaft. Zu seinen Großtaten gehörte die Eroberung der Festung Ehrenbreitstein, wodurch er die den Kölner Handelsverkehr schädigende Rheinsperre der Franzosen aufhob.

Das Andenken an diesen Menschen der kölner Geschichte überlebte die Jahrhunderte und wurde, wie es kölsche Art ist, zunehmend ausgeschmückt. So dichtete man ihm, der angeblich aus ganz ärmlichen Verhältnissen kam und Knecht gewesen sein soll, ein Liaison mit einer hübschen Magd an. Doch die Magd verschmähte ihn, da sie sich einen Bessergestellten, einen Gutspächter, zum Manne wünschte. Betrübt zog Jan daraufhin zu den Soldaten und wurde im Dreißigjährigen Krieg der strahlende Held und Reitergeneral. Als er eines Tages prachtvoll durch ein Kölner Stadttor in die Stadt ritt, sah er dort eine Obstverkäuferin hocken und erkannte die Frau, die ihn einst verschmähte. Er sagte zu ihr: "Jriet, wä et hätt jedon - Grete, wer es getan hätte". Daraufhin antwortete Jriet ihm: "Jan, wer et hätt jewoß - Johann, wer es gewußt hätte."

Diese Geschichte inspirierte die Kölner zu einem heute noch gesungenen Lied.

Auch der Karneval bemächtigte sich des Themas. Das Reiter-Korps Jan von Werth, Männer in prächtigen Uniformen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, ist fester Bestandteil des karnevalistischen Lebens in Köln. Zu Karneval wird, Tage bevor die Umzüge losgehen, durch das Reitercorps die Geschichte nachgespielt. In einem Zug mit prächtig herausgeputzten Pferden und Reitersmännern zieht man vom Severinstor kommend, wo die Geschichte passieert sein soll, in die Innenstadt zum Rathaus.

Übrigens: Jan von Werth erhielt 1884 ein Reiterstandbild auf dem Kölner Altermarkt (Bild nebenstehend). Zudem wurde eine Straße nach ihm benannt, die von-Werth-Strasse in der Nähe des Hansaringes.

 

Weiterführende Links:

Literatur über Jan van Werth im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.

 

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