Die Büttenrede

Ein Büttredner ist jemand, der in einer Bütte, eigentlich einem eimer- bzw. fassförmigen Stehpult steht, und eine bissig-ironische Karnevalsrede hält, oftmals mit tagespolitischem Bezug. Für die Bezeichnung des häufig in Form eines Fasses gestalteten Rednerpults als "Bütt“ (rheinisch für Bütte, Bottich oder auch Zuber) gibt es mehrere Erklärungsversuche: vom leeren Weinfass, welches Anlass zur Bitterkeit gibt, über den Vergleich mit dem Spötter Diogenes, der in seiner legendären Tonne hauste, bis hin zum Bottich, in dem schmutzige Wäsche gewaschen wird.

Zu den bekanntesten Kölner Büttenrednern zähl(t)en:

 

Ne Weltenbummler alias Gerd Rück
Büttenredner Weltenbummler Fast schon ein Denkmal im Kölner Karneval ist der Karnevalist Gerd Rück, der uns jede Session erneut in einer Büttenrede als "Weltenbummler" erfreut und uns von seinen weiten Reisen berichtet. Rück ist Teil einer echten Karnevalsfamilie: Sein Bruder Klaus Rück war lange Jahre Literat bei den Roten Funken, seine Nichte Eva Rück bis vor kurzem die Regimentstochter bei den Altstädtern. Seine Schwägerin ist Tochter des legendären Ludwig Sebus.

Mit seinen Pointen strapaziere Gerd Rück aus der Bütt die Lachmuskeln seiner Zuhörer.

 

Dat Botterblömche alias Hans Bols (†)

Botterblömche

Hans Bols war von Beruf - das konnte jeder seinem gepflegtem Haar ansehen - Friseurmeister und über 30 Jahre einer der Kult - Büttenredner im Kölner und Rheinischen Karneval. Mit seiner Figur "Et Botterblömche“ begeisterte der gebürtige Krefelder jahrelang die Karnevalsfreunde im und auch außerhalb des Rheinlandes. Sein Markenzeichen: die bunte Stoffblume, die er während des Auftritts hin- und herwedelte, und ganz allgemein seine schnoddrige Art.

Trotz schwerer gesundheitlicher Probleme seit 2001 stand Dat Botterblömche weiter auf der Bühne.

Sein Motto: „Die Bütt gibt mir Kraft.“ Bols starb schließlich viel zu jung mit nur 67 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.

Einen Nachruf auf das Botterblömche finden Sie hier

 

Der Werbefachmann alias Bernd Stelter (hier)

Bernd Stelter war lange Zeit Radiomoderator bei WDR 4 und RPR. Außerdem war er jahrelang die „Station Voice“ auf Antenne Bayern.

Im Januar und Februar ist Bernd Stelter stets im Karneval aktiv. Als "Werbefachmann“ ist er seit Jahren im Kölner Sitzungskarneval als Büttenredner aktiv. Besonders mit seinen Liedern wie "Ober, Zack ein Helles“ (Parodie auf den Hit „Alice“ der engl. Popgruppe Smokie), "Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär“, "Im nächsten Leben werd' ich lieber ein Kaninchen“ sind ihm einige bereits heute legendäre (Karnevals-)Schlager gelungen.

 

Der Bergische Landboote alias Ferdi Huick (†)
Bergische Landbote Ferdi Huick (* 2. Mai 1940 in Düsseldorf; † 6. April 2006 in Wilkenroth) war einer der bekanntesten Büttenredner, auch im Kölner Karneval. Er absolvierte seine Auftritt als Der bergische Landbote. Huick war gelernter Dreher, aber schon früh verschrieb er sich dem Karneval. Nachdem er zunächst eine ganz traurige Zeit im hässlichen Düsseldorf als „Vater Rhein“ absolvieren musste gelang ihm 1983 der Durchbruch, als er bei der Kölner Gesellschaft Muuzemänchen aufgenommen wurde.

Bei seinen Auftritten verkörperte er die Typen "Bundeswehrsoldat“, "Tippelbruder“ und zum Schluss als Höhepunkt den „Bergischen Landboten“. Seine Büttenreden waren legendär.

Alle Büttenreden beendete Huick mit den berühmten Schlusswort:

"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, dann weißt du, dass du im Bergischen bist“.

Einen Nachruf auf den Bergischen Landboten finden Sie hier

 

Der Kölsche Schutzmann alias Jupp Menth

Jupp Menth verkörpert als "Kölscher Schutzmann" seit Jahren kölschen Humor und kölsche Sprache. Er ist einer der ganz großen Kölner Büttenrednerstars, wenn er auch nie im Zentrum der Bütenredner-Szene stand. Seit langer Zeit kümmert er sich im sog. "Literarischen Komitee des Festkomitees" (mehr dazu: hier) um den Aufbau und die Pflege des Büttenredner-Nachwuchses.

 

Der Mann mit dem Hötche alias Peter Raddatz (hier)

Peter Raddatz (dä mit dem Hötche) begann 1951 seine karnevalistische Karriere im Kölner Karneval. Damals wirkte er als Page und Prologsprecher bei den Sitzungen mit. Nach den Anfangsjahren trat er aber 1965 in der Type: “Dä Mann met däm Hötche” als Büttenredner auf und feierte als Redner große Publikumserfolgte. Mit seiner rheinisch-hochdeutschen Vortragsart vermag er uns mit seinen Büttenreden in vielen Säälen und Fernsehsendungen zu begeistern.

 

Dä Mann für alle Fälle alias Guido Cantz (hier)

Zu Cantz ist eigentlich nicht viel zu sagen. Man kennt ihn als Comedian aus zahllosen Fernsehsendungen, u.a. aktuell "Deal or no deal". Auch im Kölner Karneval treibt sich Cantz herum und ist dabei durchaus erfolgreich. An die Altstars der Kölschen Rednerszene reicht er aber bei weitem nicht heran.

 

und aus dem Märchenwald

Dat Rumpelstielzje alias Fritz Schopps

.Büttenredner

Wer kennt ihn nicht?

Das rheinische Rumpelstieplzchen, dessen Namen so gut wie jeder kennt, aber niemand erraten kann. Seit Jahren erfreut und Fritz Schopps mit seinen Büttenreden voll bissiger Ironie, welche er im Märchenwalde reimt. Er ist einer der absoluten Stars des Kölner Karnevals und wird uns hoffentlich noch bald mit seiner bissig-ironischen Art erhalten bleiben.

 

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