Karneval und Denkmalschutz

Der Kölner Karneval im Allgemeinen und die Traditionscorps im Besonderen sind – wie auch die Bezeichnung Traditionscorps es schon ausdrückt – dem Alten und Bewahrenswerten verpflichtet. Das gilt nicht nur für die Pflege des Brauchtums. Auf vielfältige Weise stehen die Vereine dafür ein, dass das historische Stadtbild Kölns erhalten und gepflegt wird.

Die Kölsche Funke rut-weiß vun 1823 e.V. (Rote Funken) widmen sich seit Jahrzehnten dem Erhalt der Ulrepforte (Ülepooz), einem Turm der ehemaligen Stadtbefestigung Kölns aus dem 13. Jahrhundert. Das Bauwerk, vormals im Besitz einer bekannten Fabrikantenfamilie, die es Anfang des 20. Jahrhunderts der Stadt Köln schenkte, wurde nach dem 2. Weltkrieg von den Roten Funken übernommen. Diese widmeten sich nicht nur der Entschuttung des Turmes, sondern sorgen sich nach wie vor liebevoll um den Erhalt dieses mittelalterlichen Kleinods, unterstützt von dem „Verein Freunde und Förderer der Ülepooz“. Die restaurierte Ulrepforte dient fortan als Hauptquartier der Traditionsgesellschaft.

Die Kölner Funken-Artellerie Blau-Weiß von 1870 e.V. (Blaue Funken) haben seit 1970 Ihre Heimstatt im mittelalterlichen Sachsenturm. Der Sachsenturm aus dem 12. Jahrhundert ist Bestandteil der Stadtmauer, die Köln im Mittelalter wehrhaft umgab. Die Blauen Funken haben, wie die Roten Funken ihren Turm, den Sachsenturm mit viel Mühe, unter Einsatz von Muskelkraft und Geld aus dem Dornröschenschlaf erweckt und restauriert. Dabei wurden sie in besonderem Maße vom Gemeinnützigen Bauverein Sachsenturm e.V. tatkräftig unterstützt.

Heute finden hier viele gesellige Veranstaltungen statt und für die Kölner wurde eine mittelalterliche Attraktion durch das Vereinsengagement erhalten.

Die EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V. hat ihre „Zentrale“ in der Hahnentorburg, ein exquisites Bauwerk der mittelalterlichen Kölner Stadtbefestigung. Die Hahnentorburg ist nicht nur ein hervorragendes und prächtiges Zeugnis der Wehrhaftigkeit der Stadt Köln, sondern erhielt besondere Bedeutung dadurch, dass im Mittelalter die Könige, von Aachen kommend, wo die Krönung stattfand, durch dieses Tor in die Stadt einzogen, um den Heiligen Drei Königen zu huldigen. Die Ehrengarde hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses bedeutende Zeugnis Kölner Geschichte zu erhalten. Hierzu haben sie viel Geld und Mühe aufgebracht; das Engagement des Vereins dauert mit Unterstützung des Fördervereines Hahnentorburg e.V. an. Besonders schön ist die Torburg in der Dunkelheit anzusehen, wenn warmes Licht das Gebäude anstrahlt und hervorhebt.

Man sieht, besonders die Traditionscorps bemühen sich erfolgreich darum, die Identität ihrer Vaterstadt zu erhalten. Ihr Tun ist hervorragendes Zeugnis bürgerschaftlichen Engagements.

Die Kölner Bürger danken es ihnen!

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