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Bützen im Karneval

Bützen im Karneval

Bild vom BützenIm Kölner Karneval ist ein „Bützje“ (ein Küsschen) keine Sünde. Es ist nicht Ausdruck sexuellen Begehrens, sondern Zeichen der Freude und des Frohsinns. Ein „Bützje“ bleibt unverbindlich, verpflichtet zu nichts und wird daher auch an viele verteilt.

Bild von einem Polizist, der bützt

Die Ordnungshüter bleiben nicht verschont

Während der karnevalistischen Umzüge bützen die Frauen die für Ordnung am Zugweg sorgenden Polizeibeamten (die Männer inzwischen natürlich auch die Polizistinnen), wobei die Polizisten in Anlehnung an die Zeit, da Köln – leider – zu Preußen gehörte und die Obrigkeit nicht aus dem Rheinland kam, Schnäuzerkowski – wegen des damals üblichen Schnauzbartes der Polizeibeamten – genannt werden. Wenn dann die Stadtsoldaten, die Funken und die sonstigen Zugteilnehmer Strüßjer (Sträußchen) an die weiblichen Zuschauer verteilen, sagen sie mit Augenzwinkern: „Doför krijje ich och en Bützje“ (dafür bekomme ich auch ein Küsschen).

Bützje ist die Verniedlichung von Butz. Und Butz hat bei den Kölnern einen ernsteren Hintergrund: In Anlehnung an den alttestamentarischer Rachespruch – Auge um Auge, Zahn um Zahn – sagt der Kölner „Butz widder Butz“, wenn er der Boshaftigkeit seines Gegenübers mit einer eigenen begegnet. Aber auch das sagt er mit einem Augenzwinkern.

Wichtig: Beim Bützen ist das zumindest konkludente Einverständnis der oder des Gebützten erforderlich (Quelle: http://www.karnevalskostueme.org)

Bei vielen anderen Gelegenheiten taucht das Bützen im Sprachschatz der Kölner auf. Ein gängiger Trinkspruch von Kegelbrüdern lautet: Bütz de Klötz (Küss die Kegel). Ist einer zu dreist in seiner Rede, so hört man: Dich hät e Pääd (ein Pferd) jebütz!

Oder auch nur der Ausruf der Freude: Ich künt dich bütze (Ich könnte Dich küssen).