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Chronik des Kölner Karnevals

Chronik des Koelner Karnevals

  • Kölner Prinz 1904Der einzige Prinz in blau-gold
  • Rosenmontag 1909Musik-Corps der Prinzen-Garde
  • Rosenmontagszug 1912Prächtigter Prinzenwagen
  • Rosenmontagszug 1929Prinz im Pokal von Eulenspiegel
  • Büttenredner Karl KüpperBordfest von Kraft durch Freude 1935
  • Karneval 1936 Erste Rundfunksitzung
  • Sitzung derKölner Narren-Zunft 1937
  • Die erste weibliche JungfrauPaula Zapf 1938
  • 1939 - RosenmontagszugEs wurde reichlich geworfen
  • Gebrüder Kürschund Toni Steingass 1947
  • Sitzung der roten Funken 1948mit Eberhard Hamacher
  • Karneval 1949Erster Rosenmontagszug nach dem Krieg
  • Peter FranzenPrinz Karneval 1950
  • Prinz Karnevaldes Jahres 1951
  • Thomas LiessemKarneval 1951
  • Rosenmontagszug 1952Kritik an Adenauers Wiederbewaffnung
  • Kölner Dreigestirnim Karneval 1954
  • Funkemariechen-Nachwuchsim Rosenmontagszug 1959
  • Prinz Karnevalim Jahre 1961
  • Kölner Dreigestirnim Karneval 1965
  • Die Prinzen-Gardeim Karneval 1971
Kölner Prinz 19041Der einzige Prinz in blau-goldRosenmontag 19092Musik-Corps der Prinzen-GardeRosenmontagszug 19123Prächtigter PrinzenwagenRosenmontagszug 19294Prinz im Pokal von EulenspiegelBüttenredner Karl Küpper5Bordfest von Kraft durch Freude 1935Karneval 19366 Erste RundfunksitzungSitzung der7Kölner Narren-Zunft 1937Die erste weibliche Jungfrau8Paula Zapf 19381939 - Rosenmontagszug9Es wurde reichlich geworfenGebrüder Kürsch10und Toni Steingass 1947Sitzung der roten Funken 194811mit Eberhard HamacherKarneval 194912Erster Rosenmontagszug nach dem KriegPeter Franzen13Prinz Karneval 1950Prinz Karneval14des Jahres 1951Thomas Liessem15Karneval 1951Rosenmontagszug 195216Kritik an Adenauers WiederbewaffnungKölner Dreigestirn17im Karneval 1954Funkemariechen-Nachwuchs18im Rosenmontagszug 1959Prinz Karneval19im Jahre 1961Kölner Dreigestirn20im Karneval 1965Die Prinzen-Garde21im Karneval 1971

Der romantische Karneval (1823 bis 1843)

1823 – Thronbesteigung des Helden Carneval

In diesem Jahre wird der Grundstein für den Kölner Karneval in seiner heutigen Form gelegt:

Bereits Ende des Jahres 1822 hatten sich Männer aus dem Kölner Bildungsbürgertum unter der Führung von Heinrich von Wittgenstein in der kleinen Weinstube „Im Häuschen“ neben der Kirche St. Ursula in Köln (deshalb: „Ursulahäuschen“) getroffen, um das alte Volksfest Karneval wiederzubeleben und zu erneuern. Das Fest drohte an Rohheit und Zügellosigkeit zugrunde zu gehen. Daher wollten die Männer den Karneval in geordnete Bahnen lenken.

1823 steht der Plan, in gehöriger Distanz zum wilden Treiben des „rohen Pöbels“ und zu seinen „ekelhaften Masken“ für den Fastnachtsmontag des Jahres 1823 einen Maskenzug zu organisieren. Zur Vorbereitung bleiben schließlich nur 14 Tage, an deren Ende ein kurzer, straff organisierter Zug steht. Dies ist die Geburtsstunde des modernen und bis heute gefeierten organisierten Kölner Karnevals.

Programm des Rosenmontagszugs 1823

Der Maskenzug (erst später heißt er Rosenmontagszug) beginnt mit der Inthronisation des König Carneval auf dem Neumarkt, dem damals größten Platz der Stadt, und bewegt sich anschließend mit fünfzehn Gruppen durch die Stadt, darunter das Geckenberndchen, die Heiligen Knechte und Mägde und eine Gruppe Kölnischer Funken mit einem Kommandanten (frühe Vorläufer der Roten Funken). Der Maskenzug hat Elemente höfischer und kirchlicher Umzüge sowie Prozessionen. Er ist eine Persiflage auf den Jahrtausende alten feierlichen Herrscherempfang (sog. “Adventus”). Diese Tradition wurde nun auf den Karneval übertragen und durch die “Verformung des Zeremoniells” eine ganz neue Festzugsform begründet.

Aus den ersten Jahren nach der Reform sind kaum Namen überliefert, da die Figuren und nicht die Menschen dahinter im Mittelpunkt standen.

König (später Held) Carneval war Emanuel Ciolina Zanoli
Kölnisch Wasser Fabrikant
Casino Gesellschaft

Emanuel Ciolina Zanoli bekleidete die Rolle des Helden bis 1830.

Gegen die Bezeichnung „König Carneval“ erhebt die Polizei Widerspruch, sobald sie ihr bekannt wird. Um eine Majestätsbeleidigung zu vermeiden, muss die Figur nach kurzer Zeit in „Held Carneval“ umbenannt werden.

Neben dem Held Carneval tritt bereits im Jahre 1823 auch die Jungfrau in Erscheinung: Sie wird in der Anfangszeit jedoch mit der Agrippina identifiziert. Im Makenzug trägt sie ein römisches Gewand und als Zeichen der Wehrhaftigkeit der Stadt Köln die goldende Mauerkrone. Auf einem weißen Pferd reitet sie den Zugweg ab. In ihrer linken Hand trägt sie ein Schild mit dem Kölner Wappen und in der rechten einen mit Schlangen umwobenen Stab als Sinnbild des Fleißes. Überall wo sie erscheint, rufen die Menschen begeistert: „Vivata Colonia Agrippina!“.



1824 – Besuch der Prinzessin Venetia beim Helden Carneval

In diesem Jahr wird erheblich aufwändiger gefeiert: Das Comité erfindet um die Figur des Helden Carneval eine ganze Geschichte, die eine Verbindung des noch jungen Kölner Karnevals zu dem berühmten alten venezianischen Karneval hergestellt:

Bild des Wagens der Prinzessin Venetia im Rosenmontagszug 1824

Venetia, die Verkörperung des Karnevals des Südens, hat im Jahr zuvor in ihrer Tafelresidenz vernommen, dass der Held Carneval zu Cöln wieder seinen heiterten Thron bestiegen hat. Sie entschließt sich, an das Hoflager des Helden zu reisen.

Die Nachricht der Anreise der Königin verbreitet sich blitzartig bis hoch zum Rhein und wird stets von großem Jubel begleitet.

Am 06.02.1824 wird das Gerücht endlich bestätigt: In der Kölner Zeitung erscheint ein Artikel über die Anreise Venetias. Am folgenden Tag erscheint ein weiterer Artikel, der die Freunde der Kölner weiter steigert: Die Karnevals-Fürstin soll am Jahrestage der Thronbesteigung des Helden, mithin am 29.02.1824 eintreffen. Die Kölner werden aufgefordert, der Königin einen angemessenen Empfang zu bereiten. Es gibt das Gerücht, dass die Prinzessin Venezia sich mit dem Kölner König Carneval gar verloben würde. In der Zeitung wird über ihre Reiseroute berichtet. Zuletzt glauben nicht wenige Kölner gar tatsächlich an ihre wahrhafte Existenz.

Am 29.02.1824, dem Fastnachtssonntag, um 3 Uhr nachmittags, durchfährt sie das Severinstor. Köln ist reich geschmückt. Überall ziert das Kölner Stadtwappen und dasjenige von Venedig die Straßen. Menschenmassen säumen die Straßen und – obwohl helllichter Tag – kommen die Kölner der Aufforderung nach, ihre Häuser zu erleuchten, um Venetia den ersehnten würdigen Empfang zu bereiten. 24 Kuriere mit keuchenden Pferden kommen mit bunten Gewändern herbei geritten, auf keuchenden Pferden und verkündeten die nahende Ankunft der Prinzessin Venetia, welche dann um 4 Uhr tatsächlich in einem sechsspännigen geschlossenen Wagen und lautem Donner erscheint. Da ihrem eigenen Wagen die Achse gebrochen ist und Venetia müde und abgekämpft ist von der langen Reise lässt es sich der Held nicht nehmen, ihr über seinen Hofnarren ein Fläschchen Eau de Cologne zur Stärkung zu überbringen.

Am Fastnachtsmontag gehen zunächst zwei Züge auf den Neumarkt zu: der „nordische“ Zug mit dem Helden Carneval an der Spitze und der südliche Zug der Prinzessin Venetia. Bei der anschließenden Zeremonie auf dem Neumarkt schlägt der Held den Hanswurst, der als Zeremonienmeister agiert, zum Ritter. Die beiden Hoheiten tauschen den venezianischen und kölnischen „Carnevalsorden“ und der alte Kölner Bannerrat kredenzt dem „hohen Paare“ den Ehrenwein. Danach ziehen beide Maskenzüge vereint durch die Stadt. Das Kölner „Hänneschen“ verteilt zusammen mit seinen Adjutanten Bonbons und Blumen an schöne Damen. 14 rote Funken, eine Anspielung auf die Kölner Stadtsoldaten, werden von ihrem Kommandanten Künnigsfeld angeführt.

Am Abend des gleichen Tages, um 9 Uhr, gibt es einen Maskenball, wo sich der Held Carneval mit Venetia dem Volke zeigt und bei auch den ersten Tanz beginnen.

Der große Saal des Kaufhauses Gürzenich wird zum Saal dieser Veranstaltung gewählt. Dies ist der Beginn des legendären Montagsfestballes der ersten Jahre.

In den Rollen:

Held Carneval Emanuel Ciolina Zanoli
Kölnisch Wasser Fabrikant
Casino Gesellschaft
Emanuel Ciolina Zanoli bekleidete die Rolle des Helden bis 1830

Venetia Simon Oppenheim
Bankier

Er stellte die Venetia mehrere Jahre nacheinander dar. Venetia begleitet den Helden, wenn auch in den letzten Jahren unregelmäßig, schließlich bis zur Jahrhundertwende.



1825 – Der Sieg der Freude (bzw. „Die Freude des Sieges über das Philistertum“)

Bild der Kölner Rosenmontagszeitung 1825

In diesem Jahr erscheint zum ersten Mal eine Karnevalszeitung, die zunächst nur als Spalte in der Kölnischen Zeitung gedruckt werden sollte, sich dann jedoch zu einer eigenen kleinen Zeitung auswächst.

Der Held tritt in diesem Jahr nicht in Erscheinung. Der Kölner Bevölkerung sagt man, er statte der Fürstin Venetia einen Gegenbesuch ab und sei nach Italien verreist. Stattdessen kommt der Hanswurst zum Einsatz.

In diesem Jahr erinnern im Maskenzug viele historische Figuren – wie der „Haudegen“ Jan van Werth, der Maler Rubens und der Astronom Johann Adam Schall von Bell – an die Kölner Erfolge in Krieg, Kunst und Wissenschaft. Große Kölner Familien finden im Zug eine ehrenvolle Darstellung. In diesem Rahmen erscheint auch der Kölner Bauer erstmals im Maskenzug. Er steht für die Wehrhaftigkeit, Stärke und Reichstreue der Stadt Köln. Im Programm des Zuges wird er wie folgt vorgestellt:

„Der Repräsentant der handfesten Bauerbänke mit den 1288 zu Worringen tapfer vertheidigten Stadtschlüsseln und dem Dreschpflegel.“

In diesem Jahr verfasst der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe für die Kölner Karnevalisten sein berühmtes Gedicht „Der Cölner Mummenschanz“. Siehe hier: Goethe und der Kölner Karneval



1826 – Fahrt nach dem Monde

Emanuel Ciolina Zanoli nimmt wieder mit der Venetia an den Festlichkeiten teil.

Bauer und Jungfrau sind nicht im Zug dabei.

Die diesjährige Zugidee knüpft an eine Zeitungsmeldung an, wonach ein Professor auf der Münchener Sternwarte eine Festung auf dem Mond entdeckt habe: Der Held Carneval, dem in den Armen der holden Venetia langweilig war, verließ seine herrliche Gondelstadt und machte eine Reise zum Mond, um sich dort nach der entdeckten Festung zu erkundigen. Auf den Mondfluren findet er Tollheit und Narrheit, toll gewordene Romantiker, wahnsinnige Dichter und sonstiges Tollkraut. Mitten unter diesen Tollhäuslern erinnert er sich seines nunmehr im Dunkeln liegenden Reiches, und entschließt sich, dieses mit Narren vom Mond zu bevölkern. Die Mondkolonisten reisen zur Erde an und verursachen dort heillose Verwirrung, weil sie alles ändern und verbessern wollen. Der Hanswurst lehnt sich auf und wird als Demagoge verbannt. Ebenso ergeht es dem lustigen Rat. Deshalb werden aus dem Volk die klügsten Kölner zum Mond entsandt. An Weiberfastnacht reisen sie ab und kehren am Karnevalssonntag mit der freudigen Nachricht zurück, dass das gegen den Lustigen Rat und den Hanswurst erlasse Verbannungsdekret auf der Stelle zurückgenommen sei und beide wieder in ihre vorigen Rechte und Würden eingesetzt seien. Am Rosenmontag ist es endlich soweit: Auf dem Neumarkt hat sich das Volk eingefunden, um der Wiedereinsetzung des Lustigen Rates und des Hanswurstes beizuwohnen. Das entsprechende Monddekret liegt auf einer Tribüne in der Mitte des Platzes und wird feierlich verlesen. Und da erscheint er: Der Hanswurst. Nachdem einige Lieder gesungen sind, wird ein herrlicher Triumphzug veranstaltet. Bis dahin war es noch nicht allen klar, wer der Regent auf dem Mond war. Es ward geheim gehalten. Erst am Abend im Gürzenich wird enthüllt, wer dieser Mann im Mond ist. Es ist der Held Carneval, der mit seiner Venetia, welches ihm zu Monde nachgeeilt ist, nach Köln zurückgekehrt ist.



1827 – Lit de Justice. Die Prüfung

Bild vom Held Carneval Köln 1827Held Emanuel Ciolina Zanoli

In diesem Jahr werden unter dem Motto „Lit de Justice. Die Prüfung“ vermutlich nur öffentliche Spiele und kein eigentlicher Maskenzug veranstaltet. Die Hintergründe sind unklar, Einzelheiten nicht überliefert.

In diesem Jahr entsteht die Karnevalsmütze in Köln: Auf der Generalversammlung am 14.01.1827 macht ausgerechnet der preußische Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhauß den Vorschlag, nach dem Motto „Gleiche Brüder, gleiche Kappen!“ bei den Versammlungen eine kleine bunte Gesellschaftsmütze zu tragen, was mit frenetischem Beifall auf Zustimmung stößt – die Narrenkappe bzw. die „Fastelovendsdmötz“ ist geboren und ziert ab dieser Zeit die Köpfe der Narren – bis heute.



1828 – Alte und neue Zeit

Held Emanuel Ciolina Zanoli

In diesem Jahr marschierten „Die Narren alter Zeit und der neuen“, allesamt Gestalten aus der Kölner- wie der Weltgeschichte, zunächst getrennt zum Neumarkt. Dort ist ein großer babylonischer Turm aufgebaut, wo der Held Carneval zwischen beiden vermittelt. Dies mündet schließlich in einen gemeinsamen Zug durch die Stadt.

Bei dem diesjährigen Maskenball im Kölner Gürzenich fordern zwei Bonner Studenten zum Duell. Das Duell endet für beide tödlich.



1829 – Der große Narrentag (Allgemeiner Narrenkongress)

Held Emanuel Ciolina Zanoli

Der Karneval wird immer kritischer: In der Karnevals-Zeitung finden sich Beiträge und Bilder mit der Überschrift: „Wie klug sich Thorheit auch versteckt, Der Narr sie dennoch bald entdeckt.“ Die Kritik an der Obrigkeit mündest im nächsten Jahr in das Verbot der Karnevals-Zeitung.



1830 – kein Zug: Regierungsverbot

Der Karneval fällt in diesem Jahr aus, da die Regierung auf den Karneval repressiv reagiert: Lieder und Reden werden überwacht, die „Offizielle Karnevals-Zeitung von Köln“ wird wegen staatsgefährdender Inhalte verboten.

Dagegen formiert sich Protest. Das Karnevalscomité unter der Leitung ihres ersten Prädidenten von Wittgensteins beschließt, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Zensur und für die Wiederzulassung der Zeitung zu kämpfen und bis zu einer positiven Entscheidung keine Sitzungen mehr abzuhalten. Schließlich löst sich das Festordnende Comité aus Protest selbst auflöste. Am Karnevalsdienstag werden Totenzettel zum diesjährigen Karneval verteilt und als Sinnbild demonstrativ ein toter, in Ketten gelegter Hanswurst durch Köln geführt.

Die Obrigkeit gibt schließlich nach. Die Karnevals-Zeitung bleibt hingegen weiterhin verboten.

In der königlichen Direktive vom 30. Juni 1830 lautet es:

„Aus Ihrem Bericht vom 13. März habe ich ersehen, dass die Maskenzüge auf den Straßen zu Köln in der Karnevalszeit auch führerhin, sowohl vor als auch während der französischen Regierung, gestattet gewesen sind. Ich habe auch nichts dagegen, dass sie fernerweit stattfinden, so lange sie sich als eine harmlose Lustbarkeit, in den Schranken des Anstandes und der guten Sitten halten, und nicht Persönlichkeiten verletzen. Sie haben die Polizeibehörde hiernach anzuweisen, damit sie die zweckmäßige Aufsicht führe und Sorge trage, jeden Unfug zu verhüten, der durch eine Ausartung dieses öffentlichen Vergnügens veranlasst werden könnte. Bei der Unterdrückung der erst in neuerer Zeit entstandenen Karnevals-Zeitung, welche zu verstecktem Muthwillen gemissbraucht, und durch die Zensurbehörde nicht zu kontrollieren ist, soll es sein Verbleiben haben.“



1831 – Hanswursts Wiedergeburt

Bild des Hanswurst im Kölner Karneval 1831In diesem Jahr sind alle Feierlichkeiten wieder zugelassen, und der neue preußische Generalgouverneur der Rheinprovinz nimmt das Kölner Karnevalsfest persönlich in Augenschein. Der Hanswurst ist wiedergeboren, was zu einer riesen Jubelfeier führt. Statt des vornehmen Helden Carneval steht nun (wieder) der derbe Hanswurst im Mittelpunkt des närrischen Treibens. Von ihm gibt es keine Namen und auch keine Hinweise darauf, ob er von einer Person mehrere Jahre dargestellt wurde.

Die Karnevalszeitung bleibt allerdings auch in der Folgezeit verboten.

Im Namen des Hanswurst dichtet man:

Hoffen und Harren
Macht viele zu Narren:
Wenn Hoffnung nicht wär,
So lebt ich nicht mehr!

Wie sich auch der Neidhard brüstet,
Heimlich in das Fäustchen lacht,
Mit der Hoffnung ausgerüstet
Trotz ich jeder Erdenmacht.

Achtzehnhundert ein und dreissig
Wieder neu die Kappe glänzt,
Siehst du, Köln, mich wieder fleissig,
Reich mit Immergrün bekränzt,

Tönen lustig meine Schellen
Glänzt der Narrensonne Pracht,
Ist geprellt, der mich wollt prellen,
Wohl dem, der am Ende lacht !



1832 – Die Kölner Messe des Jahres 1832

Der Zug stellt eine Kölner Handelsmesse dar, so wie sie 100 Jahre später – 1932 – sein werde.



1833 – kein Zug: Meinungsverschiedenheiten

Eigentlich wollte man in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum des „geordneten“ Karnevals feiern, aber durch Uneinigkeit im Comitee kommt kein einheitlicher Zug zustande. Es bestehen nicht dagewesene Differenzen in den Meinungen und Ansichten, die in vollständige Entzweiung ausartet: Die Mehrheit des verantwortlichen Festkomitees will jede Provokation der Behörden und jede Anspielung auf Persönlichkeiten vermeiden. Aber nicht alle Mitglieder sind mit der Selbstzensur einverstanden: Man ziehe die Grenzen der Reden zu eng, die Freiheit in den Darstellungen beim Zuge sei zu sehr beschränkt und der Gemütlichkeit die Zwangsjacke angelegt.

Schließlich ziehen statt des Rosenmontagszugs lediglich verschiedene kleine Züge durch die Stadt.



Bild des Helden Carneval 1834

Held Carneval als Schlichter

1834 – Das Orakel des Helden Carneval

Die Streitigkeiten aus dem Vorjahr sind vorübergehend beigelegt. Die Kölner spinnen darum auf typisch kölsche Art eine Geschichte: Der Held Carneval sei plötzlich wieder aufgetaucht. Von ihm wird berichtet, er habe sich um die Streitigkeiten im Comité gekümmert habe und dem Karneval wieder zu Ansehen verhelfen werde.

Dieses Jahr rankt sich das Motto und die dazu entwicklelte Geschicte darum, dass Narren aus der ganzen Welt zum Helden Carneval nach Köln kommen, um sich bei ihm Rat zu holen. Der Rosenmontagszug stellt die Reise zum Orakel dar.



1835 – Der Kölner Karnevals-Sprudel (Der Kölner Carneval als Heilbrunnen)

Der Karneval wird als Gesundbrunnen dargestellt und der Rosenmontagszug als Reise dorthin.



1836 – Der Stein der Weisen

Der diesjährige Zug versucht unter dem Motto „Der Stein der Weisen“ den Nachweis zu erbringen, dass Weisheit auch Narrheit und Narrheit auch Weisheit sei.



1837 – Carneval der Jahre Bezwinger

Jubelfeier zum 79. Geburtstag von J.B. Farina, dem Alterspräsidenten der Karnevalsgesellschaft.

Im Dezember dieses Jahres stirbt Emanuel Ciolina Zanoli, der in den Jahren seit 1823 den Helden verkörpert hatte.



1838 – Hanswurst lässt sich erbauen ein Monument

Die zu dieser Zeit herrschende Manie, alle möglichen Monumente zu errichten, wird in dem Maskenzug von 1838 humoristisch aufs Korn genommen: Es wird dem Helden Carneval ein Monument errichtet. Es handelt sich um ein kolossales Römerglas, in welchem der Held im Zuge herumgeführt wird – eine gelungene Persiflage auf die Beliebtheit von Herrscherdenkmälern in Preußen.



1839 – Aller-Welt-Aktien-Börse

Börsengetriebe und der Aktenschwindel geben in diesem Jahre dem Maskenzug das Motto.



1840 – Das Turnier

Über die Protagonisten des diesjährigen Karnevals ist wenig bekannt, auch über den genauen Inhalt und Ablauf des Maskenzuges weiß man nichts. Das Thema ist „Das Turnier“ und bringt ein Ritterturnier nach Köln.

Verbürgt ist, dass in diesem Jahr wieder ein Maskenzug stattfindet, an dem auch Held Carneval teilnimmt, über dessen Identität nichts bekannt ist. Auch findet wieder ein großer Maskenball im Gürzenich statt.



1841 – Der gordische Knoten und seine Lösung



1842 – Die ächt kölnische olympischen Spiele

Ende 1841 kommt es im Zuge von Auseinandersetzungen um die Verwaltung des Comités zu einer Spaltung: Die Gruppe der „Eisenritter“ um Friedrich Borchardt, politisch den Idealen des Vormärz nahestehend, trennt sich vom Comité und nimmt trotz staatlicher Repressionen kritisch zu lokalpolitischen Themen Stellung. Das verbleibende Comité um Peter Leven nennt sich von nun an das „Hanswurstliches Parlament“. Es bedarf der Vermittlung durch Oberbürgermeister Johann Adolph Steinberger, des früheren Präsidenten von Wittgenstein und sogar Friedrich Wilhelm IV., um die zerrütteten Parteien zu einem gemeinsamen Zug für das Jahr 1842 zu bewegen



1843 – Die Köllsche Huhschull (Die kölnische Hochschule)

In diesem Jahr gelingt die Versöhnung zwischen den zerstrittenen Parteien.



 

Der bürgerliche Karneval (1844 bis 1888)



 

1844 – Zwei Mottos: Die Großjährigkeit des Hanswurstes als Stellvertreter des Helden Carneval (Große KG) / Hanswurst als Emanzipierter (Allgemeine KG)

Erneut kommt es zur Spaltung des Comités, die nicht einmal der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. beizulegen vermag. Diesmal ist die Spaltung endgültig.

Franz Raveaux, der späteren Revolutionär der Märzrevolution 1848/49, zunächst Mitglied des älteren „Hanswurstlichen Parlaments“, wirf der aktive Büttenredner seiner Gesellschaft Klüngel, die Bevorzugung Reicher und Despotie vor und verlässt sie im Streit und gründet gemeinsam mit den „Eisenrittern“ im Jahre 1844 die neue Gesellschaft „Die jüngere Gesellschaft“, auch „Die Allgemeine Karnevalsgesellschaft“ genannt. Das „Hanswurstlichen Parlament“ nannte sich fortan „Die ältere Gesellschaft“ oder „Die Große Karnevalsgesellschaft“. Die „Allgemeine“ um Raveaux senkt die Mitgliedsbeiträge und Eintrittspreise und öffnet den von ihr organisierten Karneval für Kritik und Satire gegenüber den herrschenden Preußen. „Die Große“ verliert drei Viertel ihrer Mitglieder.

Es gibt keinen einheitlichen Rosenmontagszug. Es ziehen zwei Züge durch die Stadt mit jeweils eigenem Motto durch die Stadt: „Die Große“ setzt historische Personen in Szene, die „Allgemeine“ präsentiert in ihren Zug am Karnevalsdienstag einen „emanzipierten Hanswurst“ mit Bezügen zu aktuellen Themen.



1845 – Erneut zwei Mottos: Der Conkurs-Congreß aller Vereine (Große KG) / Hanswurstliche Kirmes (Allgemeine KG)

Nochmals gibt es zwei Züge. „Die Große“ setzt mit ihrem Motto „Der Concours-Congreß aller möglichen und unmöglichen Vereine“ und auch im Programm zahlreiche Spitzen gegen ihre als dem Kommunismus hörig bezeichnete Konkurrentin, während „Die Allgemeine“ unter dem Motto „Hanswurstliche Kirmeß“ diesmal auf ein unpolitisch-fröhliches Fest und eine hohe Beteiligung der Bevölkerung abzielt.



1846 – Die hanswurstliche Colonie an der Weinküste

Es gibt wieder einen einheitlichen Zug unter der Regie der Allgemeinen Karnevalsgesellschaft.



1847 – Jubelfeier der 25-jährigen Thronbesteigung des Helden Carneval

Jetzt veranstaltet die Große Carnevalsgesellschaft von 1823, die aus dem ursprünglichen Comité hervorgegangen ist, wieder den Zug.



1848 – Das tag- und nachtvolle, das heißt gescholtene oder Schaltjahr 1848

Im Revolutionsjahr hatte man sich wieder zusammengerauft und die Vorbereitung ist im vollen Gange als es in Paris zur Februarrevolution kommt. Es erheben sich Stimmen, die es mit Rücksicht auf die ernste Lage nicht passend finden, in diesem Jahr den Karneval öffentlich zu feiern. Die Feier findet dennoch statt. Der Rosenmontagszug ist aber klein und zeugt nur von wenig Inspiration. Das Wetter ist allerdings gut. Es scheint die Sonne.



1849 – Die Reise nach Californien

In Köln gibt es mittlerweile sechs Karnevalsgesellschaften: Die Große KG, die 1844 gegründete Allgemeine KG, das 1846 gegründete „Bürger-Komitee“, die 1847 entstandenen Vereine „Rosenfarben Blau-Montags-Kränzchen“ und die „Caecilien-Karnevals-Gesellschaft“ sowie das im Jahre 1849 gegründete „Hanswurstliche Kasino“.



1850 – Narren-Reichstag

Die Reaktion auf die Revolution des Jahres 1848 vermiest mit ihren Verboten und Auflagen den Kölnern die Lust am Karneval.



1851 – kein Zug: Preußische Zensur

Der Karneval fällt aus, da die Polizei befürchtet, im Karneval könnten sich staatsgefährdende Elemente verbergen.



1852 – Ich hab‘s gewagt – Kappenfahrt

Der Rosenmontagszug ist immer noch verboten. Es findet aber eine Kappenfahrt statt.

In diesem Jahr gründet sich die Große KG Greesberger.



1853 – Zug ohne Idee und Motto

Es geht wieder ein Maskenzug an Karnevalsmontag, aber es fehlt die Organisation. Vermutlich ist es wie 1852 nur eine Kappenfahrt – allerdings ohne Motto.



1854 – Große hanswurstliche Industrie-Ausstellung

Es gibt wieder ein Zugmotto.



1855 – Zug ohne Motto (nach anderer Darstellung war das Motto: „Ein aus dem täglichen Leben genommenes witzreiches Allerlei“



1856 – kein Zug



1857 – kein Zug



1858 – Train de Plaisier – der Freudenzug nach der rheinischen Zentralstation

Fußgruppe des Kölner Rosenmontagszug 1858

Entwurf für eine Fußgruppe im diesjährigen Maskenzug

In diesem Jahr gründet sich in Köln eine Karnevalsgesellschaft unter dem Namen „Train de Plaisir“ mit fast 400 Mitgliedern, die sich beim Eintritt in die Karnevalsgesellschaft verpflichten müssen, aktiv am großen Maskenzug teilzunehmen. Die neue Gesellschaft vermag e, wieder einen großen Zug, zwar mit einer sehr gemäßigter Darstellung von Kritik an Staat und Gesellschaft, aufzustellen und durchzuführen.

Der Zug ist prächtig, das Wetter ebenfalls. Mit dem Rosenmontagszug, der unter dem Motto des Vereinsnamens geht, feiert man den Bau des ersten Kölner Hauptbahnhofs. Den Zug eröffnet eine Lokomotive, in „Lebensgröße“ aus der Fabrik von „Kuletschhoot und Ko. in Manchester“ und getauft „Köln Nr. 11“. Der Führer ist ein Pierrot, der Heizer ein Harlekin und aus dem Kamin lugt ein allerliebster, äußerst beweglicher und lustiger Hanswurst hervor.

Bild vom Maskenball im Kölner Gürzenich 1858



1859 – Napoleon und seine Franzosen



1860 – Carnevals-Congreß von 1860



1861 – kein Zug

Wegen der Landestrauer um König Friedrich Wilhelm IV. fällt der Zug in diesem Jahr aus. Es gibt aber einen Helden, der am Karnevalssamstag mit seinen Anhängern in einem Geisterzug durch die Stadt zieht.



1862 — Narren-Landtag I



1863 — Narren-Landtag II

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1863

Der Kölner Prinz Karneval 1863

Held Ludwig Ebeler sen.
Architekt
Grosse KG von 1823

Bauer unbekannt

Jungfrau Anton Leinen
Architekt
Grosse KG von 1823

Der Held fährt im Rosenmontagszug zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Fürstin Venetia, in einem sechsspännigen Wagen.



1864 – Maskenzug, aber ohne Thema

Held Johann Josef Fischer
Justizrat, Stadtverordneter
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau nehmen nicht am Zug teil.

Der Rosenmontagszug geht ohne Motto durch Köln.

Der diesjährige Held Carneval Johann Josef Fischer ist bekannt und geschätzt aufgrund seiner genauen Kenntnisse der kölschen Sprache. Als Rechtsanwalt plädierte er im Zivilleben vor Gericht nur auf Kölsch, was damals allerdings nicht ganz so ungewöhnlich war wie heute.



1865 – Strauß bunter Ideen

Held Jean Klein
Metzgermeister
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau unbekannt.



Zeichnung einer Komitee-Sitzung aus dem Jahre 1866 mit Elferrat und Büttenredner

Komitee-Sitzung aus dem Jahre 1866

1866 – Hanswurstliche Industrie-Ausstellung

Als Held war Gustav Boisserée vorgesehen. Er erkrankt jedoch zwei Tage vor Karneval. Es kann schnell Ersatz gefunden werden.

Held Albert Stöckel
Schauspieler
Grosse KG von 1823

Von Bauer und Jungfrau ist nichts bekannt

Die Stadt bezuschusst den Karneval mit 500 Talern, so dass ausgiebig gefeiert werden kann.



1867 – Prinzessin Venetia beim Helden Karneval

Held Jacob Aleff
Viehkommissionär
Grosse KG von 1823

Von Bauer und Jungfrau ist nichts bekannt.

Der Karneval wird sehr verhalten gefeiert, da die Cholera in Köln grassiert und bereits viele Todesopfer gefordert hat. Der Rosenmontagszug findet trotzdem statt – wenn starken Regens allerdings erst am Karnevalsdienstag.

In diesem Jahr gründet sich die KG Blomekörfge, die älteste Familiengesellschaft im Kölner Karneval. Der Ursprung des Blomekörfge ist ein Gesangsverein mit einem gemischten Chor.



1868 – kein Zug: wegen Unwetter

Bild vom Kölner Dreigestirn 1868

Die Hauptpersonen des Zuges diesen Jahres sind die Brüder Stollwerck, wovon einer den Helden spielt. Die Stollwercks sind nicht irgendwer: Ihr Vater ist der berühmte Schokoladenfabrikant Franz Stollwerck.

Held Peter Stollwerck
Inh. der Firma Gebrüder Stollwerck
Grosse KG von 1823

Bauer Heinrich Stollwerck
Betriebsleiter der Firma Gebrüder Stollwerck
Grosse KG von 1823

Eine Jungfrau gibt es nicht.

Dieses Jahr ist ein mageres Karnevalsjahr: Die Stadt lehnt es in diesem Jahr ab, den Karneval zu bezuschussen. Man hat auch noch Pech: Der Rosenmontagszug fällt wegen sintflutartiger Regenfälle aus.



1869 – Verherrlichung des Weinjahres 1868

Held Heinrich Hennekens
Kölnisch-Wasser Fabrikant und Spirituosenhändler
Grosse KG von 1823

Der Name des Bauern ist unbekannt, eine Jungfrau gibt es nicht.

In diesem Jahr gelingt es wieder, einen Zuschuss von der Stadt zu bekommen. Auch die Kölner Bürger spenden reichhaltig für ihren Maskenzug. Es wird das vergangene gute Weinjahr verherrlicht. Die Themen rankten sich um den Wein.

Bild vom Rosenmontagszug 1869

Zeichnug des Kölner Rosenmontagszugs 1869

Die “Roten Funken” – eine Persiflage auf die alten Kölner Stadtsoldaten und eine Parodie alles Militärischen – waren fast fünfzig Jahre lang angegliedert an die Große KG, bis sie 1869 ihren eigenen Karnevalsverein gründen. Bis dahin waren sie jedes Jahr von einer Anzahl junger Leute dargestellt worden oder es meldete sich irgendein Klub „för de Funke ze maache“. Das einzige, was zu dieser Zeit Beständigkeit hatte, war ihr Kommandant, der Generalfeldmarschall „Tünn vun Dür“ alias der Schlossermeister Anton Reintgen aus Deutz, der über lange Jahre zu einer typischen Figur im Rosenmontagszug geworden war. Als Ferdinand Hellmers Kommandant wird, gründet er eine ständige Gesellschaft: „Die Funken-Infantrie“ = Rote Funken.

Anmerkung: Die Roten Funken selbst meinen, sie seien bereits früher gegründet worden. Die Geschichte der Funken ist jedoch ungesichert.



1870 – Die Eröffnung des Suezkanals

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1870Held Julius Thomas
Agentur für Weine und Champagner der Firma Heidsieck und Cie
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt.

Seit 1870 existiert das Kölner Dreigestirn als Einheit, auch wenn es erst seit 1938 offiziell als „Dreigestirn“ bezeichnet wird.

Im Jahr 1870 formieren sich zudem die Blauen Funken – genauer die „Kölner Funken – Artillerie blau-weiß von 1870 e.V.“ – nach dem Vorbild der leichten berittenen Feldartillerie, die Friedrich der Große in der preußischen Armee eingeführt hat. Sie unterscheiden sich dadurch von den Kölner Stadtsoldaten, die bereits seit 1823 als „Rote Funken“ im Kölner Karneval eine wichtige Rolle spielten.

Nach ihrer Gründung wollen die Blauen Funken natürlich auch im diesjährigen Rosenmontagszug mit marschieren, doch die Roten Funken stellen sich quer: Zwei Funkenabordnungen im Zug, das ist für sie ein unvorstellbarer Gedanke. Das Festkomitee schließt sich dieser Meinung an und so soll nur eine Funkentruppe „im Zoch“ vertreten sein. Damit wollen sich die Blauen Funken nicht abfinden: Sie hecken eine List aus und versammeln sich an einem Punkt des Zugwegs. Als der Rosenmontagszug um die Ecke biegt, setzten sie sich an die Spitze. Die Zuschauer sind begeistert über das Husarenstück und applaudieren kräftig. Die Spitze ist seitdem der traditionelle Platz der Blauen Funken im Rosenmontagszug.



1871 — kein Zug: Krieg mit Frankreich, Verkleidungsverbot, nur Karnevalssitzungen



1872 – kein Motto

Prinz August Metz
Mitinhaber des Dom-Hotels
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind nicht bekannt.

Nach dem Krieg 1870/71 wird aus dem Helden Carneval in Anlehnung an den preußischen Kaiser offiziell der Prinz Karneval, nachdem bereits in früheren Jahren inoffiziell die Bezeichnung als Prinz aufgekommen war. Möglicherweise ist der Titel ´Held´ für eine Karnevalsfigur nach dem Krieg von 1870/71 unpassend, da man ihn als Persiflage auf die Gefallenen bzw. auf den Kult um die Gefallenen verstehen kann.

Der Zug steht ganz im Zeichen des Sieges über Frankreich. Ein von vier Pferden gezogener Wagen präsentiert die Germania. Auch eine Kanone der Firma Krupp Stahl wird dargestellt. Der sechsspännige Prachtwagen des Hanswurst ist symbolreich geschmückt: Auf den vier Ecken angebrachte preußische Adler, sodann die allegorischen Figuren und Wappen von Elsass und Lothringen und eine den Wagen umgebende Schaar von Engeln. Der Wagen gipfelt in einer mächtigen Kaiserkrone, in deren Mitte Prinz Carneval mit zwei kleinen hanswurstlichen Sprösslingen thront, unaufhörlich reiche Gaben seiner Hand nach allen Seiten spendend.



1873 – Die Jubelfeier der Reform von 1823

Prinz Andreas Hennekens (Bruder von Held 1869)
Kölnisch-Wasser Fabrikant und Spirituosenhändler
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt.

Der reformierte Karneval feiert sein 50jähriges Jubiläum. Allerdings haben die Karnevalisten Pech: Der Rosenmontagszug leidet in diesem Jahr unter einem schweren Schneegestöber und schneidender Kälte. Schließlich stoppen die Schneeverwehungen den Zug.



1874 – Närrische Universität

Bild vom Kölner Karneval 1874Prinz Anton Leinen
Architekt
Grosse KG von 1823

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind unbekannt. Auch Venetia ist wieder mit dabei, sein Name aber ebenfalls unbekannt.

Anton Leinen, der Prinz Karneval, hatte schon 1863 die Jungfrau dargestellt.



1875 – Närrische Lebensversicherungsanstalt

Prinz Fritz Hönig
Firma für Feuerlöschgeräte und Mundartforscher
Grosse KG von 1823

Bauer Fritz Böhle
Handelsvertreter
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jacob Dreesen
Verwaltungsangestellter, Schriftsteller (hauptsächlich Mundart)
Grosse KG von 1823

Der Rosenmontagszug hat in diesem Jahr mit Schneefall zu kämpfen. Auch Venetia ist wieder mit dabei. Sie und der Prinz Karneval bilden – wie gewohnt – ein Traumpaar.



1876 – Internationale Gartenbau-Ausstellung

Prinz Ferdinand Hellmers
Beruf unbekannt
KG Eureka

Bauer Heinrich Fuchs
Brauereibesitzer und Wirt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Ludwig Koerfer
Wein- und Sektgroßhändler
Gesellschaft unbekannt

Der Zug geht ohne Idee und Motto.



1877 – Festspiel der Nibelungen

Bild vom Prinz Karneval 1877Prinz Laurenz Blatzbecker
Bauunternehmer
Rote Funken

Die Namen von Bauer und Jungfrau sind nicht bekannt.



1878 – König Wein

Prinz Louis Steinert
Besitzer einer Hopfenhandlung
Gesellschaft unbekannt

Bauer unbekannt

Jungfrau Diedrich Hönig
Rechnungsrat bei der Köln-Mindener Eisenbahn
Grosse KG von 1823



1879 – Einzug der Prinzessin Isabella

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1879Prinz Franz von Geisten
ohne Beruf, lebte von einer Erbschaft
Grosse KG von 1823

Bauer unbekannt

Jungfrau Gisbert Erkens

Die Prinzessin Isabella wird von Peter Prior dargestellt.



1880 – Bunter Blumenstrauß

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1880Prinz Heinrich Hollmann
Dekorationsmaler
Grosse KG von 1823

Bauer Johann Kirsch
Delikatessen- und Seefischhandlung
Grosse KG von 1823

Jungfrau Name unbekannt

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage gibt es von den Stadtvätern keinen Zuschuss zum Rosenmontagszug. Da die Kölner ihren Karneval aber schätzen, treffen von überall Spenden ein. Zudem veranstaltet die Große Carnevalsgesellschaft Feste, deren Erlös dem Rosenmontagszug zu Gute kommt. Der Rosenmontagszug kann daher trotz der Schwierigkeiten ziehen – und ist tatsächlich – wie das Motto ankündigt – ein wahrhaft „bunter Blumenstrauß“.

Es gibt viele Inspirationen aufgrund der in diesem Jahr erfolgenden Vollendung des Baus des Kölner Doms.

In diesem Jahr gründet sich die Kölner Narren-Zunft.



1881 – Musik aus allen Ländern

Prinz Albert Mertés
Inh. einer Hutfabrik
Grosse KG von 1823

Bauer Carl Wagner
Juwelier
Grosse KG von 1823

Jungfrau Herr Junkermann
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Kein Zug. Grund: Starkes Schneetreiben



1882 – Jan und Griet

Prinz Josef Trimborn
Sohn einer Advokatenfamilie mit großen Ländereien in Kalk Bürgergesellschaft Köln von 1863
Josef Trimborn war der erste Prinz aus dem rechtsrheinischen Köln.

Bauer Josef Vieten
Teilhaber der Holzhandlung Vetter und Vieten
Grosse KG von 1823

Jungfrau Friedrich Josef Brodt
Weinbauer
Ges. unbekannt

Der Kölner Rosenmontagszug des Jahres 1882 steht unter dem Motto „Jan und Griet“ und ist in zwei Teile unterteilt: Der erste Teil stellt „Episoden aus der vaterländischen Geschichte“ dar. Ihm liegt das Epos von Jan und Griet zugrunde, das Wolfgang Müller gedichtet hat. Der zweite Teil ist dann der karnevalistische und humorvolle Abschnitt.

Aus der Grossen KG von 1823 heraus gründete sich 1882 die Große Kölner KG.



1883 – Thema unbekannt

Prinz Heinrich Brunhuber
Teilhaber der Häute- und Lederhandlung Gebrüder Neumann
Grosse KG von 1823

Bauer Josef Geuer
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jean Frankle
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Ab 1883 werden Prinz, Bauer und Jungfrau eine Einheit und treten gemeinsam auf. Der Prinz wird erstmals Tollität genannt.

Durch die Spaltung der Grossen KG gehen zwei Züge ohne Motto durch die Stadt. Der Zug der „Großen Karnevalsgesellschaft“ als Rosenmontagszug und dienstags der Zug der „Großen Kölner Karnevalsgesellschaft“.

In diesem Jahr: Gründung der KG Alt-Köllen.



1884 – Das Weinjahr 1883

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1884Prinz Karl Kracht
Hotelier im elterlichen Hotel Ernst
Grosse von 1823

Bauer Fritz Saurenhaus

Kaufmann Colonialwaren und Kaffeerösterei im Mülheim am Rhein Stadtverordneter in Mülheim
keine Gesellschaft

Jungfrau Robert Schaeben
Kölnisch-Wasser Fabrikant (Bes. der Firma Klosterfrau)
Gesellschaft unbekannt

Der Zug wird vorverlegt auf den Karnevalssonntag. Man feiert das vergangene gute Weinjahr.



1885 – Held Carneval als Kolonisator

Bild vom Kölner Dreigestirn 1885
Prinz Heinrich Kaufmann
Kaufmann
Grosse KG von 1823

Bauer und Jungfrau sind unbekannt

Bild Rosenmontagszug-Zeitung 1885

1884 und 1885 entwickelt sich in Köln ein regelrechtes „Afrikafieber“: Viele Kölner haben mit großem Interesse die Reiseberichte des Geographen und Ethnologen Wilhelm Joest gelesen, die als Artikel in der Kölnischen Zeitung erschienen waren. Dieser hatte ein ganzes Jahr lang das südliche und östliche Afrika bereist. Zudem hatte im April 1884 ein Schutzbrief Bismarcks die erste Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika besiegelt; im Juli 1884 folgten Schutzbriefe für die deutschen Kolonien Kamerun und Togo. Und im November 1884 begann in Berlin die Kongo-Konferenz.

Mit diesen ungewohnten politischen Gegebenheiten machen die Kölner im diesjährigen Karneval ihre Späße. Das Zugmotto 1885 lautet: „Held Carneval als Colonisator“. Die Zuschauer erleben einen äußerst ungewöhnlichen Rosenmontagszug: Die Teilnehmer des Zuges sind fast ausschließlich schwarz – schwarzer Schuhcreme sei Dank.



1886 – Die vier Jahreszeiten

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1886Prinz Ludwig Deichmann
Kaufmann
Blaue Funken

Bauer Karl Giebmans
Mitbegründer und Inhaber des Luisensaals
(Theater und Varieté)
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Josef Klaus
Kommissionshändler
Vetter von Karl Giebmans, ohne Verbindung zum Karneval



1887 – Die größten Volksfeste der bedeutendsten Culturvölker

Bild vom Kölner Dreigestirn 1887Prinz Werner Gartzen sen.
Inhaber einer Möbelfabrik, sollte den Prinz darstellen, erkrankte jedoch vor den Karnevalstagen schwer. Er ließ sich daraufhin von seinem Sohn vertreten.

Werner Gartzen jr. (19 Jahre)
Ab 1889 Besitzer und Direktor des Kaiserhofs (Varieté)
Blaue Funken

Bauer Matthias Haas
Inhaber eines Herrenkonfektionsgeschäfts
Blaue Funken

Jungfrau Johann Heukeshoven
Mitinhaber einer Marmorhandlung
Blaue Funken

Die Stadt Köln bittet darum, dem Rosenmontagszug ausfallen zu lassen, da Rosenmontag Wahlen stattfinden, und man um die öffentliche Ordnung fürchtet. So findet er am Sonntag unter dem Motto: „Volksfest der Kulturvölker“ statt.



1888 – Köln in alter und neuer Zeit

Prinz Franz Depenheuer (war erneut 1902 Prinz)
Fabrik für Eisenkonstruktionen
Grosse KG von 1823

Bauer Herr Durst jr. (nur der Name bekannt)

Jungfrau Herr Rott (nur der Name bekannt)

In diesem Jahr findet sich zunächst kein Prinz bis Franz Depenheuer einspringt. Dies tat er nicht nur in diesem Jahr, sondern auch 1902.

 



Der Karneval nach der Stadterweiterung bis zum 2. Weltkrieg (1889 bis 1939)



Köln verändert sich in diesen Jahren und damit auch der Kölner Karneval. 1881 hatte man mit dem Abriss der Mittelalterlichen Stadtmauer Kölns begonnen. 1888 ist schließlich das Jahr der großen Eingemeindung: Zahlreiche neue Bürger Kölns kommen hinzu. Das wirkt sich auf den Karneval nicht positiv aus: Er verflacht und droht auszuarten. In den Folgejahren kommt es immer wieder zu Forderungen, den Karneval wegen den Anzüglichkeiten und Übergriffen zu verbieten.



1889 – Die Künste huldigen dem Prinzen Karneval

Prinz Karneval und Prinzessin Venetia 1889

Prinz Karneval und Prinzessin Venetia

Prinz Mathieu Aldendorff
Weingroßhandlung
Grosse KG von 1823

Bauer Carl Wagner (schon einmal 1881 Bauer)
Juwelier
Grosse KG von 1823

Jungfrau Fritz Reuther
Architekt
Grosse KG von 1823

Venetia Carl Düren
Porzellanwarenhandlung Holstein und Düren
Kölner Männer-Gesang-Verein

In diesem Jahr ist auch Venetia wieder mit dabei.



1890 – Italien, Land der Sonne, huldigt dem Prinzen Karneval

Prinz Jean Ewald
Architekt
Große Kölner KG

(nach anderen Quellen soll auch 1890 Franz Depenheuer als Prinz fungiert haben, der 1888 und 1902 Prinz Karneval war)

Bauer Hermann Faßbinder
Kaufmann
Rote Funken

Jungfrau Adolf Cader
Drogerie und Farbwarenhandel
Bürgergesellschaft Köln von 1863

Der Zug geht ohne Musik wegen des Todes der Kaiserwitwe Augusta.



1891 – Närrische Ausstellung

Prinz Jacob Friedrichs
Geschäftsführer im Hotel du Nord
Grosse KG von 1823

Bauer Jacob Geub
Maschinen und Eisengießerei Geub
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Paul Hoppe
Gesangspädagoge und Komponist vieler Rhein- und Weinlieder
Kölner Narren-Zunft



1892 – Köln als Seehafen

Festheft vom Kölner Rosenmontagszug 1892

Das Titelblatt des Festhefts mit dem diesjährigen Motto

Eine Woche vor Karneval ist man noch immer auf der Suche nach den Hauptakteuren. Fünf Tage vor Rosenmontag springen drei Herren in die Bresche.

Prinz Jean Schmitz
Metzgermeister
Große Kölner KG

Bauer Mathieu Aldendorf (Prinz 1889)
Weinhändler
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jacob Friedrichs (Prinz 1991)
Geschäftsführer im Hotel du Nord
Grosse KG von 1823

Bild von der Unsitte des Hüte einschlagens

Hüte einschlagen war damals ein verbreiteter Karnevalsspaß

In diesem Jahr startet das Kölner Festkomitee einen Aufruf an alle Mitbürger, die im letzten Jahre vorgekommenen Ausschreitungen v.a. das „Einschlagen der Hüte“, das Belästigen von Frauen und das Singen anstößiger Lieder zu unterlassen.

Der Aufruf hat Erfolg: Der Karneval verläuft ruhig.

In diesem Jahr veranstalten zum ersten Mal eine Reihe angesehener Vereine unter dem Namen „Vereinigte Dienstags-Ball-Gesellschaften“ den seitdem zur ständigen Einrichtung gewordenen Gürzenichball am Karnevalsdienstag, dessen Ertrag teils zu wohltätigen Zwecken verwendet und teils zur Verschönerung des Rosenmontagszugs verwendet wird: Ab 1893 bauen die Dienstagsballgesellschaften den Wagen des Prinzen und einige Jahre später auch den Wagen von Bauer und Jungfrau.



1893 – Heimkehr des Prinzen Karneval aus dem Reich der Sagen und Märchen

Zeichnung Kölner Prinz Karneval 1893Prinz Karl Strengnart (genannt: Prinz Carolus I.)
Wein- und Spirituosenhandlung
Blaue Funken

Bauer Johann Degen
Bildhauer
Grosse KG von 1823

Jungfrau Edwin Crones
Architekt
Grosse KG von 1823



Bild von dem Kölner Bauer und der Kölner Jungfrau 1894

Bauer und Jungfrau 1894

1894 – Concurrenz aller Feste der Welt mit dem Kölner Carneval

Prinz Josef Wingender
Mattenfabrik und Großlager für Teppiche und Vorhänge
KG Carnevalistischer Reichstag

Bauer Adolf Weisweiler
Bautechniker
Grosse KG von 1823

Jungfrau Josef Nierhoff
Kohlenhändler
Grosse KG von 1823



1895 – Hervorragende Leistungen großer Männer, Dichter und Componisten

Prinz Heinrich Kayser
Kunst- Luxuswaren- und Schmuckhandel
Große Kölner KG

Bauer Peter Prior
Architekt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Julius Metz (Bruder von Prinz 1872)
Schauspieler
Grosse KG von 1823



1896 – Zeitung – Neueste Nachrichten

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1896Prinz Robert Creutz (Robertus Amabilius I.)
Kaufmann
Grosse KG von 1823

Bauer August Porzelt
Teilhaber der Agentur Topprogge und Porzelt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Ludwig Sester
Drogist
Bürgergesellschaft Köln von 1863



1897 – Die Griesgramschlacht

>Bild vom Kölner Prinz Karneval 1897Prinz Gerhard Becker
Gastwirt
Rote Funken

Bauer Richard Meyer
Archäologe
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Leo Zeyen
Betriebsleiter
Kölner Narren-Zunft

Bauer und Jungfrau fahren abweichend vom alten Brauch nicht gemeinsam auf einem Wagen. Sie reiten zu Pferde.



1898 – Bunte Reihe Kölner Themen

Prinz Ludwig Ebeler
Architekt
Vereinigte Dienstagsball-Gesellschaften

Bauer Wilhelm Heyer
Papierfabrik Poensgen und Heyer
Vereinigte Dienstagsball-Gesellschaften

Jungfrau Dr. R. Patton
Zahnarzt
Vereinigte Dienstagsball-Gesellschaften



1899 – Flüsse und Ströme als Gast bei Vater Rhein

Bild vom Kölner Dreigestirn 1899Prinz Karl Oster
Mitinhaber der Fa. P.W. Ossendorf
Groß- und Einzelhandelskaufhaus
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

Bauer Ernst Reimbold
Mitbegründer der Fa. Gebrüder Reimbold
Präzisionszieherei und Fabrik für komprimierte Wellen
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

Jungfrau Christoph Gehly
Inh. der 1. Kölner Plakat- und Reklamedruckerei Franz Greven
Karnevalsgesellschaft unbekannt

Dieses Jahr nimmt auch Venetia wieder am Rosenmontagszug teil. Der Zug ist ein farbenprächtiges Spektakel. Motto der Wagen sind Die großen Flüsse: Vom Rhein über den Nackbar bis zur Themse.



1900 – Zwei Jahrtausende rheinischen Lebens

Bild vom Kölner Dreigestirn 1900Prinz Josef Winter
Mitarbeiter in der väterlichen Brauerei Winter, die er später übernahm
Casino Gesellschaft

Bauer Franz Reimbold (Bruder vom Bauern 1899)
Mitbegründer der Fa. Gebrüder Reimbold
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

Jungfrau Theodor Klein
Student
kein Mitglied einer Karnevalsgesellschaft

Am Rosenmontag der Jahrhundertwende ist herrlichstes Wetter. Der Prinz steht auf einem hohen Turm auf seinem Wagen.

Gründung der Große Allgemeine KG als Abspaltung von der Großen KG von 1823. Die Gesellschaft führt zunächst den Namen Allgemeine-Carnevalsgesellschaft im Victoriasaal, 1901 fällt das „im Victoriasaal“ weg und 1903 kommt das „Große“ hinzu, um die Bedeutung der Gesellschaft klarzustellen.

Gründung der Ehrengarde in diesem Jahr.



1901 – Was uns das neue Jahrhundert bringt

Prinz Rudolf Scholz jun.
Beruf unbekannt
Große Kölner KG

Bauer Wilhelm Kränkel
Generalvertreter der Pilsener Genossenschaftsbrauerei
Gesellschaft unbekannt

Jungfrau Edmund Steinbach
Hier ist nur der Name bekannt.

Gründung der Alte Kölner KG Schnüsse Tring in Ossendorf



1902 – Schiller und Goethe auf dem Carneval zu Köln

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1902

Prinz vom Kölner Prinz Karneval 1902 im Ballon

Der Prinz hebt mit einem Heißluftballon ab

Prinz Franz Depenheuer
(Prinz 1888)
Fabrik für Eisenkonstruktionen
Grosse KG von 1823

Bauer Hermann Faßbinder
(Bauer 1890)
Kaufmann
Rote Funken

Jungfrau Peter Cader
(Bruder von Jungfrau 1890)
Beruf unbekannt
Bürgergesellschaft Köln von 1863

Wieder hat man eine Woche vor Karneval noch keine Kandidaten für Prinz, Bauer und Jungfrau. Daher greift man auf Bewährtes zurück und kann Franz Depenheuser, der bereits im Jahre 1988 eingesprungen war, überzeugen, auch den Prinzen zu geben. Zudem springen Bauer und Jungfrau aus 1890 ein.

Erster öffentlicher Auftritt der Ehrengarde, die bis heute dem Kölner Bauern und der Kölner Jungfrau das Geleit gibt. Die Gründung fand 1900 statt, 1902 ist der erste öffentliche Auftritt. Es war der Ehrengarde zunächst nicht gestattet, den angestrebten Platz vor Bauer und Jungfrau im Rosenmontagszug einzunehmen. Doch der Ehrengarde gelingt es unter Einschaltung der damaligen Tollitäten in einem Husarenstreich „op echt kölsche Aat“ den Platz zu erobern: Mit Bauer und Jungfrau wird verabredet, der Reitergruppe der EhrenGarde an einer günstigen Stelle durch eine vorgetäuschte Wagenpanne die Möglichkeit zu geben, sich vor ihnen in den Rosenmontagszug einzugliedern. Im „Rubbedidup“ erobert sich die EhrenGarde damit diesen Platz im Karnevalszug und verteidigt ihn bis zum heutigen Tag. An diesen Husarenstreich erinnert der Schlachtruf der EhrenGarde „Rubbedidup“.



1903 – Lebende Lieder

Prinz Ferdinand Kraus
Vertreter für Röhrendampfkessel
Große Kölner KG

Bauer Wilhelm Peters
Teilhaber der Fa. A. Göbel und Cie. Colonialwaren
Große Kölner KG

Jungfrau Fritz Tholfuß
Geschäft für Orden, Medaillen und Vereinsabzeichen
Große Kölner KG

Wie im Vorjahr tut man sich schwer, einen Prinzen zu finden. Erst im letzten Moment erklärt sich Ferdinand Kraus dazu bereit.

Gründung der Nippeser Bürgerwehr.

Gründung der Große Mülheimer KG, die aufgrund der Eingemeindung 1914 zu einer Kölner Karnevalsgesellschaft wird.



1904 – Des Prinzen Rheinfahrt bei seiner Heimkehr aus dem Süden

Prinz Karneval von 1904Prinz Karneval 1904 Prinz Prof. Dr. Karl Zilkens
(genannt Prinz Carolus III)
Arzt und Zahnarzt
Bürgergesellschaft Köln von 1823

Bauer Erasmus Pott
Dachdecker und Klempnermeister
Grosse KG von 1823

Jungfrau Hans Coelsch
Student
Grosse KG von 1823

Das erste und einzige Mal in der Geschichte des Kölner Karnevals trägt der Prinz 1904 kein rot-weißes Ornat. Als gebürtiger Ehrenfelder geht er in den Ehrenfelder Farben blau-gold.



1905 – Eine Blütenlese aus dem Kölner Adressbuch

Prinz Karneval von 1905Prinz Ernst Hunzinger (genannt Prinz Ernestus I.)
Teilhaber der Fa. Cour und Hunzinger
Agenturen und Lebensmittel
Große Kölner KG

Bauer Franz Ulonska
Teilhaber der Fahnenfabrik Richter
Grosse KG von 1823

Jungfrau Carl Düren (Venetia 1889)
Porzellanwarenhandlung Holstein und Düren
Kölner Männer-Gesang-Verein

Bis eine Woche vor Karneval ist noch kein Prinz gefunden.

Man sorgt sich um die Sittlichkeit. Der evangelische Sittlichkeitsverein zu Köln – unter ihrem Vorsitzenden Pastor Wendland – fordert Ende Oktober 1905 die radikale Beseitigung des Karnevals. Der Karneval ziehe jährlich v.a. einen großen Teil der „minderbemittelten Volksklassen“ in seinen Bann, die dann monatelang durch die mannigfachen Veranstaltungen „an ihrer Berufsbeschäftigung“ gehindert und „der Pflege geistiger und sittlicher Interessen entfremdet“ werde. Die Triebfeder zu den karnevalistischen Veranstaltungen sei nicht im Humor der Kölner Bevölkerung zu suchen – die hiesige Bevölkerung sei im Laufe der letzten Jahrzehnten „von Zuwanderungselementen so stark durchsetzt worden, dass dieselbe ihren einheitlichen Charakter völlig eingebüßt“ habe. In Wahrheit gingen diese Veranstaltungen v.a. von solchen Kreisen aus, die an ihnen ein „Geschäftsinteresse“ hätten, sei es, „dass sie als Büttenredner, die vielfach mit ihren Erzeugnissen von einem Verein zum anderen ziehen, oder als Liederdichter bezahlt werden, oder sei es, dass sie als Wirte, Saalinhaber, Verkäufer von Maskenartikeln usw. ihren Vortheil haben“. Auch ein Teil der Lokalpresse ziehe aus den karnevalistischen Anzeigen Vorteile und berichte über die “mehr oder weniger witz- und geistlosen” Karnevalssitzungen so ausführlich, als ob es sich um der Beachtung würdige Vorkommnisse handele. Ganz besonders seien die Gefährdung der Sittlichkeit und die Verrohung des Volkes zu beklagen, was die Statistik der unehelichen Geburten, das Pfandhaus und die Gerichtsverhandlungen belegten.

Der Aufruf hat keinen Erfolg: Der Karneval geht weiter.



1906 – Das Prunkmahl des Prinzen Karneval

Bild vom Kölner Dreigestirn 1906Prinz Wilhelm Welsch
Weinhändler
Prinzen-Garde

Bauer Gustav Nolting
Großhandel für sanitäre Anlagen und Baumaterialien
Prinzen-Garde

Jungfrau Emil Mewes
Architekt
Prinzen-Gard

Endlich erhält auch der Prinz sein Begleitkorps: Die im Dezember 1905 neu gegründete Prinzen-Garde schreitet dem Prinz von diesem Jahr an im Rosenmontagszug voran.



1907 – Bilder aus dem Kölner Leben

Bild vom Kölner Dreigestirn 1907Prinz Heinrich Schlimbach
Architekt
Grosse KG von 1823

Bauer Peter Thelen jr.
Teilhaber der väterlichen Zuckerfabrik
Grosse KG von 1823

Jungfrau Jean Wirz
Gastwirt
Grosse KG von 1823

Willi Ostermann startet mit dem Lied „Dem Schmitz sing Frau ist durchjebrannt“ seine einzigartige musikalische Karriere. Heute gilt Ostermann als Erfinder des Karnevalsliedes. Zwar gab es auch vorher schon Karnevalslieder. Aber er professionalisierte das Karnevalsliedgut. Auf Schellackplatten konnte man sich nun den Karneval nach Hause holen. Auch heute noch werden seine Lieder in Köln gesungen.



1908 – Bilder aus dem Kölner Leben

Bild vom Prinz Karneval 1908

Prinz Felix Chorus
Fabrikant und Kaufmann
Leibgarde des Prinzen Karneval

Bauer Heinrich Thorbeck
Geschäft für Polstermaterialien, Möbelstoffe und Wagenbau
Leibgarde des Prinzen Karneval

Jungfrau Josef Bönsch
Besitzer der Hotels Victoria und Bellevue
Leibgarde des Prinzen Karneval

Die noch junge Prinzen-Garde spaltet sich: Das Reiterkorps gründet die Leibgarde des Prinzen Karneval, die jedoch keinen langen Bestand hat.



1909 – Die verkehrte Welt

Bild vom Prinz Karneval 1909Prinz Josef Bönsch (Jungfrau 1908)
Besitzer der Hotels Victoria und Bellevue
Leibgarde des Prinzen Karneval

Bauer Kurt Bruck
Mitinhaber des Reichshallen- und Metropoltheaters
Leibgarde des Prinzen Karneval

Jungfrau Paul Bruck
Mitinhaber des Reichshallen- und Metropoltheaters
Leibgarde des Prinzen Karneval



1910 – Aus aller Welt

Bild vom Kölner Dreigestirn 1910Prinz Jacob Schoß
Weingroßhändler
Blaue Funken

Bauer Otto F. Meyer
Kaufmann
Kölner Klub für Wassersport

Jungfrau Josef Pleiß
Prokurist
Kölner Klub für Wassersport

Auf dem Prinzenwagen thront in diesem Jahr auf einer goldenen Gondel Mutter Colonia. In einem Muschelkahn lässt der Prinz eine wahren Regen von Kamellen und Blumen über das Volk ergehen.



1911 – Verkörperte Zitate

Prinz Emil Grewe
Mitinhaber der Baubeschlaghandlung Möst und Grewe
Leibgarde des Prinzen Karneval

Bauer Willy Hünnes
Betreiber eines Kinos
Leibgarde des Prinzen Karneval

Jungfrau Hubert Möst
Mitinhaber der Baubeschlaghandlung Möst und Grewe
Leibgarde des Prinzen Karneval

Einer der schönsten Prunkwagen in diesem Jahr ist derjenige von Bauer und Jungfrau: Die beiden treten durch eine rosenumrankte Pforte aus einem Bau im Empirestil in einen stilvoll geordneten Garten mit einem Brunnenmuschelbecken und grünen Beeten. Das Thema des Wagens „Wir winden dir den Jungfernkranz“ wird von den Kölnern nach Ostermannscher Manier schnell umgedichtet in: „Die Mähd, die muss am Huus erus“.



1912 – Deutsche Städte huldigen der Colonia und dem Prinzen Karneval

Bild vom Wagen des Prinzen Karneval 1912

Wagen des Prinzen Karneval aus dem Kölner Rosenmontagszug 1912

Prinz Heinrich Hünnes (Bruder des Bauern 1911)
Kartoffel- und Getreidehändler
Grosse KG von 1823

Bauer Christian Krutwig
Ziegelei- und Sandgrubenbesitzer
Blaue Funken

Jungfrau Josef Schäfer
Beruf unbekannt
Grosse KG von 1823

Aufgrund der politischen Unruhen ist es schwierig, drei geeignete Kandidaten zu finden. Der Prinz wird schließlich am Karnevalsfreitag gefunden und Bauer und Jungfrau erst am Karnevalssamstag.



1913 – Sang und Klang im Karneval

Bild vom Prinzen Karneval 1913Prinz Franz Oberliesen
Inhaber der Firma Theodor Hollender (Herde, Öfen, Küchengeräte)
Prinzen-Garde

Bild des Prinzenwagen im Kölner Rosenmontagszug 1913

Der Prinz im Kölner Rosenmontagszug 1913

Bauer Christian Esser
Beruf unbekannt
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Carl Horatz
Teilhaber der Fa. Snog und Cie (Braut- und Kommunionskränze)
Ehrengarde der Stadt Köln

Bild des Wagens von Bauer und Jungfrau im Kölner Rosenmontagszug 1913

Bauer und Jungfrau auf einer Kohlfliege

Am Rosenmontag ist schauriges Wetter. Dennoch ist halb Köln am Zugeeg. Eskortiert von der Prinzen-Garde thront der Prinz auf einem Narrenkopf, geschmückt mit dem Helm der Gardisten in den Farben der Ehrengarde und der Prinzen-Garde. Umrankt von Blumengirlanden wird Prinz Karneval von den Kölnern Bürgern verzückt gefeiert.



1914 – Weltausstellung in Köln

Bild vom Kölner Dreigestirn 1914Bild vom Wagen der Roten Funken im Kölner Rosenmontagszug 1914Prinz Fritz Herrmann
Architekt
Große Kölner KG

Bauer Theodor Preuß
Biergroßhändler
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Engelbert Klein
Dekorationsmaler
Ehrengarde der Stadt Köln

Der Rosenmontagszug von 1914 stellt einen neuen Rekord auf: 74 Abteilungen ziehen zum Motto „Weltausstellung in Köln“ in einem prachtvollen Zug durch die Innenstadt. So viele Abteilungen gab es zuvor noch nie.

Das Zugmotto steht Pate für eine reichhaltige Fülle schöner Ideen: So ist etwa auf dem mit Gemüse dekorierten Zugwagen „Ausstellung für Ammebedarf“ eine überdimensionale Mutter der Kompanie zu sehen, wie sie fünf kleine Rekruten in den Armen hält.

Der Rosenmontagszug wird ein riesiger Erfolg. Es wird der letzte sein für die kommenden Jahre.



1915 bis 1923 – kein Zug: 1. Weltkrieg

Bild von Notfeld aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg

Notfeld aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg

Bild von britischen Truppen vor dem Kölner Dom

Auf den Karneval 1914 folgen der erste Weltkrieg und eine lange Besatzungszeit.

Die englische Besatzungsmacht spricht ein Karnevalsverbot aus. 1923 kommt die Ruhrbesetzung hinzu.

Auch unabhängig davon lässt die schlechte wirtschaftliche Lage ein echtes Fest zu Karneval auch 1923 trotz des 100jährigen Jubiläums des reformierten und organisierten Karnevals nicht ernstlich zu. Die Stadt Köln gibt zumindest Notgeld heraus mit Motiven der Kölner Roten Funken als Zeichen der Karnevalsverbundenheit der Stadt selbst in diesen schweren Zeiten.

Im Jahre 1922 gründet sich ein jüdische Karnevalsverein: Der „KKK“ – der „Kleine Kölner Klub“. Hier organisieren sich insbesondere jüdische Textilkaufleute um den Präsidenten Max Salomon.



1924 – kein Zug

Bild vom Prinz Karneval 1924Prinz Christian Wirges
Drogist
Prinzen-Garde

Bauer unbekannt

Jungfrau Willi Dohmen
Süßwarengroßhandel
Prinzen-Garde

Es gibt wieder ein Dreigestirn. Es geht kein Rosenmontagszug.



1925 – kein Zug

Bild vom Kölner Dreigestirn 1925Prinz Dr. Kurt Töppel
Diplom Kaufmann
Prinzen-Garde

Bauer Carl Otte
Kaufmann
Rote Funken

Jungfrau Peter Höchstenbach
Vermietung von Privat- und Gesellschaftswagen
Blaue Funken

Im Dezember 1924 wird der Sitzungskarneval für 1925 wieder erlaubt. Das Tragen von Kostümen in der Öffentlichkeit bleibt aber verboten. Kurzfristig untersagt die Stadt Köln doch noch sämtliche Karnevalsveranstaltungen in städtischen Sälen. Das Festkomitee des Kölner Karnevals mit seinen (damals) neun angeschlossenen Karnevalsgesellschaften klagt dagegen und erzwingt vor der 12. Zivilkammer des Landgerichts Köln die Aufhebung des Saalverbots. Daraufhin kann auch in städtischen Sälen gefeiert werden.

Da der Rosenmontagszug verboten ist, ziehen Prinz, Bauer und Jungfrau erstmals in vollen Ornat auf den Sitzungen auf.

Traurig: Der Geist des Nationalsozialismus erfasst den Karneval: Die Roten Funken nehmen – wie viele andere Karnevalsgesellschaften auch – offiziell keine Juden mehr als aktive Mitglieder auf.



1926 – kein Zug: Besatzung bis 30.01.1926

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1926Prinz Dr. Adalbert Oster
Oberchemierat
Große Kölner KG

Bauer Philipp Herold
Inhaber der Blumenhandlung Herold
Große Kölner KG

Jungfrau Peter Heydenreich
Autoverkäufer bei Opel
Große Kölner KG

Auch in diesem Jahr tut man sich schwer, einen Prinzen zu finden. Erst 14 Tage vor Karneval findet man ihn.

Die karnevalslose Zeit unter den Briten war sehr belastend. Endlich ziehen die Briten am 31.01.1926 ab. Damit ist der Weg frei für den Karneval.

Postkarte zum Abzug der Briten und zum Einzug der Roten Funken in Köln

Postkarte zum Abzug der Briten und zum (Wieder-)Einzug der Roten Funken in Köln

In diesem Jahr ist der Straßenkarneval noch verboten. Dennoch finden sich an den Karnevalstagen in allen Stadtteilen Kinder und Jugendliche spontan zu verschiedenen Zügen zusammen, verkleidet und Lieder anstimmend. Die Polizei drückt beide Augen zu und lässt sie gewähren.



1927 – Aus der Neuen Zeit (Bunte Kappenfahrt)

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1927Prinz Ferdinand Leisten sen.
Ofenhaus Leisten
Große Kölner KG

Bauer August Waimann
Kaufmann
Große Kölner KG

Jungfrau Hans Holz
Diplom- Kaufmann
Blaue Funken

Die Kappenfahrt geht unter dem Motto:
Bunte Kappenfahrt aus der neuen Zeit

Da erst 14 Tage vor Karneval die Genehmigung ausgesprochen wird, findet kein Rosenmontagszug, sondern nur eine Kappenfahrt statt (der Begriff kommt von der Narrenkappe). Es handelt sich um einen nur „abgespeckten“ Umzug.



1928 – Die Pressa im Spiegel des Kölner Karnevals

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1928Prinz Franz Robens
Vertreter einer Tabakwarenfabrik
Große Kölner KG

Bauer Walter Rüsche
Handelsvertreter
Große Kölner KG

Jungfrau Josef Maier
Inhaber des Brauhauses Kolter
Große Kölner KG

Endlich darf wieder Karneval gefeiert werden wie vor dem Krieg. Und davon machen die Kölner ausgiebig Gebrauch: Etwa 760 Karnevalsveranstaltungen, darunter allein 600 Maskenbälle finden in Köln statt. Menschen aus ganz Deutschland kommen nach Köln.

Motto des diesjährigen Zuges ist die Internationale Presseausstellung, die auf dem Messegelände stattfindet.

In diesem Jahr findet auch das Deutsche Turnfest in Köln statt.



1929 – Ab- und Aufbau im Spiegel des Kölner Karnevals

Wagen vom Prinz Karneval im Pokal von Till Eulenspiegel im Rosenmontagszug 1929

Prinz Karneval im Pokal von Till Eulenspiegel

Prinz Karl Breidenbach
Besteckhersteller
Große Kölner KG

Den Bauern sollte Hans Bauwens (Große Kölner KG) darstellen. Wegen einer schweren Erkrankung seiner Mutter muss er das Amt wieder zur Verfügung stellen. Für ihn springt Max Schleh ein.

Bauer Max Schleh
Mitinhaber der Motorradfirma Bischof und Co.
Große Kölner KG

Jungfrau Martin Roettgen
Kaufmann bei der Kellerei Deutz und Geldermann
Große Kölner KG

An Rosenmontag herrscht klirrende Kälte: Heute kaum vorstellbare 23 Grad unter Null ziehen durch Köln als der Rosenmontagszug die Stadt füllt. Den Musiker frieren ihre Instrumente an den Mündern fest. Am Zugweg harren dennoch viele Menschen unerschrocken aus, schunkelnd und vom einen Bein auf das andere springend, um Erfrierungen zu vermeiden.

Ab diesem Jahr werden die Wagen des Rosenmontagszuges, die zuvor von verschiedenen Firmen dezentral gebaut wurden, zentral in den Kölner Messehallen gebaut. Erreichten die früheren Wagen durchaus 13 oder 14 Meter Höhe, ist ihre Höhe nunmehr aufgrund der Einführung der elektrischen Straßenbahn auf 4,80 Metern begrenzt, um Unfälle mit der Oberleitung zu verhindern.



1930 – Die Welt im Jahre 2000

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1930

Bild vom Wagen des Prinzen Karneval im Kölner Rosenmontagszug 1930Prinz Winand Kolfenbach
Architekt
Große Allgemeine KG

Bauer Karl Münchow
Architekt
Prinzen-Garde

Jungfrau Georg Rung
Kaffeerösterei und Kolonialwarenhandlung
Rote Funken

Trotz der Wirtschaftskrise gibt es einen Rosenmontagszug. Die Stadt kann den Karneval finanziell zwar nicht unterstützen. Die Kölner finden aber andere Wege: Ehrenamtliche Sammler laufen durch die Stadt und die Bürger geben reichlich für ihren Zug. Zudem wird der Zug durch das Abwerfen von Werbezetteln finanziert.



1931 und 1932 – kein Zug – Weltwirtschaftskrise

Bild von der Rosenmontagszeitung 1932Die Weltwirtschaftskrise macht es 1931 und 1931 unmöglich, einen Rosenmontagszug zu veranstalten. Trotzdem erscheint 1932 eine Rosenmontagszeitung mit einem „Inoffiziellen Zugprogramm nach einer fixen Idee“, die satirisch einen Zug mit Hungerprinzen und dem Thema „Krise“ drehen.

Bild des Zugprogramms des Kölner Rosenmontagszugs 1932



1933 – Karneval wie einst

Prinz Franz Robens (Prinz 1928)
Vertreter einer Tabakwarenfabrik
Große Kölner KG

Bauer Willi Jansen
Bäckermeister
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Paul, Kops
Juniorchef der Firma Sperrholz Kops
KG Rheinländer

Es ist niemand anders als der damalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, der sagt, dass endlich wieder ein Rosenmontagszug stattfinden müsse. Das Festkomitee erhält zu diesem Zweck finanzielle Unterstützung durch die Stadt Köln. Zudem wird einer Generalversammlung des Kölner Verkehrsvereins am 17.10.1932 ein „Bürgerausschuss“ gegründet. Prominente Persönlichkeiten aus der Bürgerschaft, Vertreter von Industrie, Künsten und Wissenschaft sowie von Vereinen erklären ihre Bereitschaft zur Mitwirkung. Der Rosenmontagszug ist damit gesichert.

Und damit nicht genug: Erstmals ziehen die Veedelszöch durch Köln, zu denen der Bürgerausschuss und das Festkomitee aufgerufen haben. Die Veedelszöch sind historisch auf die mittelalterlichen Gesellenbanden, die ihren mühseligen Alltag aufs Korn nahmen, zurückzuführen. Insbesondere dieser Erhaltung und Erneuerung des ursprünglichen Volkskarnevals hat sich der Ende des Jahres 1932 gegründete „Bürgerausschuss“ auf die Fahnen geschrieben.

Hier finden Sie ein Video des Karneval 1933: Hier klicken.



1934 – Kölner Bilder

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1934Prinz Dr. Eugen Boden
Rechtsanwalt
Rote Funken

Bauer Carl Zimmer
Inhaber der Firma Pejozi (Peter Josef Zimmer Umzüge)
Rote Funken

Jungfrau Willy Füllenbach
Konditor und Inhaber von Café Füllenbach
Prinzen-Garde

Bild vom Wagen

1934 verbreitet ein Festwagen mit in schwarzer Kleidung und mit langen Bärten verkleideten Karnevalisten unter dem Motto „Die letzten ziehen ab“ offen eine antisemitische Stimmung.

Die nationalsozialistische Partei versucht, den Kölner Karneval organisatorisch zu übernehmen. Das „Festordnende Komitee“ wird aufgelöst. Die Narren revoltieren (sog. „Narrenrevolte„), indem sich die Führer der großen Karnevalsgesellschaft zusammen finden und ankündigen, dass ihre Gesellschaften am Karneval nicht mehr teilnehmen werden, wenn sie diesen nicht auch organisatorisch bestimmen können. Das Regime gibt schließlich nach. Das „Festordnende Komitee“ heißt nun „Festausschuss“. In kleinen, von vielen Karnevalisten durchaus akzeptierten Schritten erhielten NS-Organisationen aber danach dennoch wesentlichen Einfluss auf das Karnevalsgeschehen.

Die „Narrenrevolte“ muss man heute wohl weniger als Protest gegen das Dritte Reich sehen als vielmehr als Versuch, die eigene Macht zu erhalten. Die Prinzengarde unter Präsident Thomas Liessem, die sich später als „Anführer der Revolte“ darstellten, ließ bei ihren Auftritten in der vorherigen Session 1933/34 sogar noch eine SA-Kapelle spielen. Dass auch nationalsozialistische Werte vertreten wurden, zeigen damals beliebte Lieder wie „Die Jüdde wandern uss“.



1935 – Prinz Karneval filmt

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1935Prinz Konrad Maaßen
Ingenieur
Große Kölner

KG Bauer Willi Unkelbach
Angestellter in der elterlichen Lebensmittelhandlung
Prinzen-Garde

Jungfrau Arnold Unkelbach
Schüler (stand im Abitur)
Prinzen-Garde

Erstmals hat der Prinz ein eigenes Motto.

Prinzen-Motto: Freude über alle Maaßen

Bild vom Wagen des Prinzen im Kölner Rosenmontagszug 1935

Wagen des Prinzen im Kölner Rosenmontagszug 1935



1936 – Alt Kölle läv en Spröch un Zitate (Motto ist zum ersten mal kölsch)

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1936Prinz Fritz Riese
Konditor und Inhaber von Café Riese
Prinzen-Garde

Bauer Hermann Kemp
Handelsvertreter
Prinzen-Garde

Jungfrau Josef Trompeter
Bäckermeister
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Jeder su jeck wie d´r Fritz

Erstmals gibt es im Kölner Karneval eine feierliche Prinzenproklamation in der Messe, am 20.02.1936 an Weiberfastnacht.

Für die Finanzierung des Rosenmontagszugs wird eine groß angelegte Spendenaktion veranstaltet. Vertreter aller Gesellschaften sammelen bei den Kölner Bürgern Geld – und die geben reichlich für „ihren“ Rosenmontagszug. Hier der Aufruf an die Bürgerschaft Kölns:

Spendenaufruf für den Kölner Karneval 1936

Eine weitere Neuerung: Erstmals gibt es eine große Rundfunksitzung „Kölle Alaaf„, die in ganz Deutschland zu hören ist.

Als Willi Ostermann am 6. August 1936 stirbt, stehen 35.000 Menschen vor seiner Residenz auf dem Neumarkt 33. Kölns Geschäfte schließen, bis der Tote (im Frack) im städtischen Ehrengrab auf dem Friedhof Melaten liegt.

Bild vom Einzug des Prinzen Fritz Riese zur ersten Prinzenproklamation im Jahre 1936 in der Deutzer Messehalle

Prinzenproklamation 1936 in der Deutzer Messehalle

Bild vom Wagen des Prinzen im Kölner Rosenmontagszug 1935

Der Karneval wird nun zunehmend antisemitisch. Ein möglicherweise bereits 1933 entstandenes Karnevals-Spottlied auf die Juden „Die Jüdde wandern us“ von Jean Müller ist hierfür ein gutes Beispiel.

Der Text des Liedes:

Kölsche Originalversion:

I.
Et deit sich alles freue,
Mir sinn jetz bahl su wick,
Mir wäde jetz in Deutschland,
Die Jüdde endlich quwitt.

Refrain:
Hurra mer wäde jetz de Jüdde loss,
Die ganze koschere Band,
Trick nohm gelobte Land.
Mir laache uns für Freud noch halv kapott,
Der Izig und die Sahra die träcke fott!

II.
Wenn die Jüdde bei uns kohme,
Mett neh‘m lange Rock un Flüh,
Fingen die an zu hausiere,
Arbeide deit der Jüdd doch nie.
Mit Knoche, Lumpe, Iser,
Un watt et söns noch jitt,
Un mett nehm Sack om Röcke,
Häh durch die Strosse trick.
Mett dem Handel iss jetz Schluss,
Dröm wandern die jetz uss.
(Refrain)

III.
Wenn die ganze koschere Jüdde,
us Deutschland sinn erus,
Zwei mir dann he behalde,
Die stelle mir dann uus.
Eine enn de Schreckenskammer,
Eine ett Museum kritt geschenk,
Datt mir an die Judenplage,
Mett Schrecke später denk.
Wenn man die zwei dann sieht,
Singt man för Freud dat Leed:
(Refrain)



1937 – Märchen und Sagen aus aller Welt

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1937Prinz Hermann Münchow (nicht verwandt mit Bauer 1930)
Inhaber der Kreidemühle Teutonia
gehörte keine Gesellschaft an

Bauer Werner Nolte
Kaufmann
Prinzen-Garde

Jungfrau Josef Pütz
Bierbrauer
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: Lasst den Frohsinn Wellen schlagen in des Prinzen frohen Tagen.

Der Karneval wird mehr und mehr ein Fest der Nazis. In ganz Deutschland wird für den Kölner Karneval geworben. Die Nazi-Organisation „Kraft durch Freude“ versucht, die Organisation, die Finanzen, die Vorträge in den Sitzungen und den Rosenmontagszug zu übernehmen bzw. zu steuern. Den Karnevalisten kommt der Zufall zur Hilfe: Der in Ungnade gefallene Oberbürgermeister Riesen gibt den Karnevalisten kurz vor seiner Absetzung 150.000 Reichsmark, eine damals ungeheure Summe. Sein Nachfolger Dr. Schmidt schäumt vor Wut und es gelingt ihm, die Summe auf 75.000 Reichsmark runterzuhandeln. Der Verzicht verschafft den Karnevalisten das Wohlwollen der Stadtführung und Dr. Schmidt zeigt sich von nun an durchaus aufgeschlossen für die Wünsche der Kölner Karnevalisten.



1938 – Die Welt im Narrenspiegel

Bild vom Kölner Dreigestirn von 1938 in der Kölnischen Illustrierten Zeitung

Das Titelbild der Kölnischen Illustrierten Zeitung von 1938 zeigt das Kölner Dreigestirn.

Prinz Peter Hubert Schupp
Bes. einer Bananenreiferei
Lindenthaler Husaren

Bauer Johannes Wiesbaum
Versicherungsagent
Rote Funken

Jungfrau Paula Zapf
Angestellte bei Bierbaum und Proenen (Bekleidungshersteller)
keine Gesellschaft

Prinzen-Motto: Im Jubel und Trubel, bei fröhlichem Singen, will über Köln mein Zepter ich schwingen.

Prinz, Bauer und Jungfrau werden erstmals „Dreigestirn“ genannt.

Es gibt eine umstürzende Neuerung: Auf Druck der NSDAP muss die Jungfrau von einer Frau dargestellt werden. Die männliche Jungfrau im Karneval ergab sich anfangs zwangsläufig, da der Karneval eine reine Männerangelegenheit war. Im Laufe der Zeit wurde sie zur Tradition. In ihrem Kampf gegen die Homosexualität will die Partei aber keine Männer in Frauenkleidung mehr dulden – und so hatte man die Karnevalsgesellschaften schon 1935 angewiesen, „richtige“ Frauen als Funkenmariechen auftreten zu lassen; seit Menschengedenken wurden die Regimentstöchter der Tanzkorps ebenfalls von verkleideten Männern verkörpert – was in den Augen der Nazis eine bedenkliche Nähe zum Transvestitismus darstellte. Natürlich hatten die Korps nachgegeben und sich von ihren männlichen Mariechen getrennt. Nun gab auch das Festkomitee dem Druck der NSDAP nach und die 19-jährige Paula Zapf aus Nippes wurde die erste weibliche Jungfrau.

Die Jecken jubeln Ihrer Lieblichkeit zu – und nach der Session wird Paula Zapf von allen Seiten bescheinigt, sie habe ihre Sache gut gemacht. Mit der NSDAP hat Paula Zapf nichts zu tun.

Es gibt nur sehr wenige Aufzeichnungen über Karnevalisten oder Vereine, die etwa die Übernahme eines antisemitischen oder NS-propagandistischen Wagens verweigern.

Bild der illegalen Kölner Rosenmontagszeitung 1938

Illegale Satire auf die offizielle
Kölner Rosenmontagszeitung auf dem
Titelblatt als „Seine Tollität Jüppche I“

Bild eines Wagens aus der illegalen Kölner Rosenmontagszeitung 1938

Hier der Entwurf des Prinzenwagens (Nr. 8) aus der subversiven Rosenmontagszeitung mit Begleittext: Vortrab: Die Prinzengarde, in bekannter schwarzer Uniform, als Korkade: Totenschädel mit gekreuzten Knochen Fußvolk: Männer vom Arbeitsdienst: Gerippe mit Schippe Beschreibung: Deutschland aus vielen Brücken, Bergen, Fabriken, Kirchen und Häusern gebildet, ein Flammenmeer. Darüber im prächtigen, goldstrotzenden Narrenkostüm als Prinz der — Krieg. Darunter ein Spruchband: Dass wir hier in Flammen aufgehen, verdanken wir dem Führer. Gefolge: Witwen und Waisen.

Eine nachgewiesene Form des Widerstandes mit Bezug zum Karneval ist die alternative Rosenmontagszeitung mit der Unterschrift „Einzige offizielle Festschrift für den Karneval 1938“, eine subversiv publizierte illegale Satire auf die offizielle Kölner Rosenmontagszeitung, die allerdings nicht von Karnevalisten herausgegeben wird, sondern von KPD-Mitgliedern.

Sie übt 1938 beißende Kritik am NS-System und stellt Joseph Goebbels auf dem Titelblatt als „Seine Tollität Jüppche I“ dar, der die Parole ausgibt: „Dä Spruch bleib meines Chrönchens Schmuck: Immer löje wie jedrukk“ – Immer lügen wie gedruckt!). Die Zeitung enthält acht bitterböse Wagenentwürfe des nach Belgien geflohenen Düsseldorfer Künstlers und KPD-Mitglieds Karl Schleswig.

 



Karneval während des 2. Weltkrieges (1939 bis 1945)



 

1939 – Singendes, klingendes, lachendes Köln

Bild vom Kölner Dreigestirn 1939

Bild von der Kölner Illustrierten von 1939 mit Prinz Karneval

Die Kölner Illsutrierte widmet
dem Prinzen und seinem Besuch,
der Wiener Faschinsfee, das Titelblatt

Prinz Josef Geyer (Prinz Jupp I.)
Prokurist bei Stüssgen (Lebensmittelkette)
Prinzen-Garde

Bauer Heinz Stollenwerk (Bauer Heinz)
Inhaber einer Fa. für Autozubehör
Große Kölner KG

Jungfrau Else Horion (Jungfrau Else)
Kindergärtnerin bei der Fa. Stollwerck
keine Gesellschaft

Prinzen-Motto: Jedem Jeck sing Kapp

Da die Personen, die das Dreigestirn darstellten, immer mehr an Bedeutung gewinnen, bekommen sie nun Namen. Der Prinz ist nicht mehr länger nur der Prinz, sondern Prinz Jupp I.

Bild vom Kölner Dreigestirn 1939

Als in diesem Jahr mit Else Horion erneut eine Frau in das jungfräuliche Ornat schlüpft, hält sich die Aufregung anders als im Jahr zuvor in Grenzen. Die Nazis hatten das Festkomitee unter Druck gesetzt. Seit 1938 ist die Jungfrau eine Frau – aufgrund einer Phobie der Nazis gegen Homosexualität sind Männer in Frauenkleidern unerwünscht.

An Weiberfastnacht 1939 wird entgegen dem Willen der damals Verantwortlichen der steinerne Willi-Ostermann-Brunnen eingeweiht. Der Brunnen übersteht den Krieg unversehrt und kann noch heute in der Kölner Altstadt besucht werden.

Der Rosenmontagszug steht ganz im Zeichen der Ostermann-Lieder, die – zum Glück – politischen Motiven der damaligen Zeit wenig Platz lassen.



1940 — kein Zug: 2. Weltkrieg

Inoffizielles Dreigestirn:

Prinz Peter Beu
Generalvertreter für Juteartikel
Prinzen-Garde

Bauer Christian Masson
Inhaber einer Damenhutfabrik
Prinzen Garde

Jungfrau Elfriede Figge
kaufmännische Angestellte
keine Gesellschaft

Der Zweite Weltkrieg setzt dem Karneval ein Ende. Einige Prinzengardisten inthronisieren – entgegen dem behördlichen Karnevalsverbot – dennoch ein „inoffizielles“ Dreigestirn. Wie selbstverständlich fällt die Rolle der Jungfrau mit der damals 19-jährigen Elfriede Figge wieder einer Frau zu. Das Dreigestirn tritt aber nur einmal, bei der heimlichen Proklamation auf der Kegelbahn eines Lokals, auf.

Bild vom Kölner Dreigestirn 1940
Seltene Aufnahme des inoffiziellen Kölner Dreigestirns von 1940 im Keller der „Charlott“

Einen Rosenmontagszug gibt es nicht.



1941 – 1945 — kein Zug: Krieg

1945 erfolgt die Gründung der Kölnische Karnevals-Gesellschaft von 1945 e. V.

 



Karneval ab 1946 bis heute



 

1946 — kein Zug: Schlechte Nachkriegszeit

Zwar gibt es in diesem Jahr keinen offiziellen Karnevalszug. Allerdings ziehen hunderte notdürftig kostümierter Kinder und Jugendliche am Rosenmontag spontan über die Ringe dem im Gebäude der Allianz am Kaiser-Wilhelm-Ring untergebrachten Rathaus durch die vollständig zerstörte Stadt.

Im Bavaria Palast am Appellhofplatz finden die ersten karnevalistischen Veranstaltungen statt: Als Auftakt heißt es vom 10. bis 19.11. „Ajuja“ und ab 20.11. gibt es das neue Programm „Laach dich kapott“. Mitwirkende sind u.a. Jupp Schlösser, Willi Klett, Drei Mötze, Matthias Brück, August Batzem und der heute 100jährige Karl Schmitz-Grön.

Die ersten Karnevalsgesellschaften reorganisieren sich. Die Roten Funken rufen ihre Mitglieder dazu auf, in die Hände zu spucken und Köln wiederaufzubauen.



1947 — kein Zug

Der Kölner Stadtrat erlässt eine Verordnung: „Der Karneval ist von altersher ein stadtkölnisches Volksfest, in dem sich die Lebensfreude der Kölner Bevölkerung stets offenbarte. Aber über dem Karneval steht der Ernst der Zeit. Um bei ihm auch für zukünftige bessere Tage den Charakter eines Volksfestes zu wahren und um jeder geschäftlichen Ausbeutung vorzubeugen, ist für das Jahr 1947 die Veranstaltung von organisierten Umzügen, öffentlichen Maskenbällen und Kostümfesten nicht zugelassen.“



1948 — kein Zug

Bild vom Funkenmariechen Lilo Sander 1948

Auf den Sitzungen und Bällen ist die Stimmung ausgelassen – auch Dank dem Funken-Mariechen Lilo Sander, das 1948 für die Blauen Funken tanzt

Unter Musik, begleitet von einigen tausend kölschen Pänz, ziehen die „Roten Funken“ mit Wache und Spielmannszug an Rosenmontag vom Rathaus – damals im Allianz-Gebäude – auf den Kaiser Wilhelm-Ring und feiern auf diese Art ihr 125jähriges Bestehen.

Bild vom Kölner Karneval 1948

Auch wenn kein Rosemontagszug geht, wird bereits gefeiert, sei es auf Sitzungen oder auf den Straßen des durch den 2. Weltkrieg massiv zerstörten Köln.



1949 — Mer sin widder do un dun wat mer künne (hier mehr zum Karneval in der Nachkriegszeit)

Bild vom Buch 16 Tage Fürst vom Kölner Prinz Karneval Theo I.

Der Prinz als Autor:
11.000 Exemplare seiner Karnevalserinnerungen
„16 Tage Fürst“ verkauft Prinz Theo I. bereits
in den ersten drei Wochen
nach dem 11.11.1949 in der Session 1949/1950.

Prinz Theo Röhrig (Prinz Theo I.)
Weinhändler
Große Kölner KG

Bauer Andreas Müller (Bauer Andreas)
Fa. für Kühlwasserbau
Lyskircher Junge

Jungfrau Fred Reulen (Jungfrau Friedel)
Inhaber des Tanzlokals „Fröhlicher Weinberg“
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: Friede und Freude

Bild vom Kölner Dreigestirn 1949

Das Kölner Dreigestirn 1949

Bild vom Kölner Rosenmontagszug 1949

Die Kölner Kappenfahrt 1949

Bild der Trümmer beim Kölner Rosenmontagszug 1949

Die Trümmer der Häuser dienten den Menschen als Tribünen

Prinz Theo I. bringt den Kölnern den Karneval wieder. Aufgrund seiner humorvollen und volkstümlichen Art erhält er schnell den Beinamen „Volksprinz“. Das Dreigestirn ist wieder rein männlich, nachdem von 1938 bis 1940 auf NS-Befehl die Jungfrau von Frauen dargestellt worden war. Später gibt es allerdings Ärger, weil Prinz und Bauer nicht alle Rechnungen vollständig bezahlt haben sollen.

Erstmals geht wieder ein Zug an Rosenmontag durch die Stadt. Den letzten Rosenmontagszug hatte es 1939 gegeben, dann kam der Krieg. 1948 zogen zwar schon die Roten Funken mit mehreren tausend Kindern singend über den Ring. Wagen gab es allerdings noch nicht. Für den 28. Februar 1949 kündigt man vorsichtig nur eine „Erweiterte Kappenfahrt“ an, einen Kostümumzug, um nicht zu hohe Erwartungen zu schüren. Denn die Mittel für den Zug sind bescheiden. Da die Innenstadt großteils noch nicht wieder begehbar ist, kreist er über Straßen weiter außerhalb. Aber es gibt schon wieder einen Zugleiter (Thomas Liessem) und der bringt immerhin 12 Wagen zusammen. Es gibt sogar Kamelle. Die Firma Stollwerck bekommt mit städtischer Unterstützung Zuckerscheine und kann damit für den Karneval produzieren. Vorneweg tragen Tünnes und Schäl ein Plakat mit dem kölschen Gedicht „Für ewigen Frieden: Hück sinn gestorve Zwietrach und Sorge. Kummer un Nut – All die sinn dut.“

Bild vom Prinzenwagen im Kölner Rosenmontagszug 1949

Der Höhepunkt des Rosenmontagsszuges: Der Prunkwagen des Prinzen Karneval. Ein Weinschiff mit den allegorischen Gestalten Vater Rhein, Mosella und Ahr. Vom Jubel der Huntertausende umbraust, steht Prinz Theo I. vier Meter hoch in einem großen Weinpokal und wirft Bonbons und Blumen unter das närrische Volk

Und auch eine Hymne hat der Karneval 1949: Am 11.11.1948 stellt der gelernte Bäcker Karl Berbuer, damals bereits bekannt durch den Hit „Heidewitzka, Herr Kapitän“, das „Trizonesien-Lied“ im Rundfunk vor. Den Titel hat er kurzfristig sogar noch ändern müssen. Eigentlich hieß das Werk „Bizonesien-Lied“. Doch kurz vor dem 11. November wird die britisch-amerikanische Bizone mit der französischen Zone zur „Trizone“ vereinigt. In den tollen Tagen erschallt das Lied aus unzähligen Kehlen und setzt seinen Siegeszug in ganz (West-)Deutschland fort. Das Ausland ist durchaus irritiert, verwundert aber bei oberflächlicher Betrachtung des Songs keineswegs: „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien, Hei-di-tschimmela, tschimmela-bumm, Wir haben Mägdelein mit feurig-wildem Wesien… Wir sind zwar keine Menschenfresser, doch wir küssen umso besser… Mein Lieber Freund, Die alten Zeiten sind vorbei, ob man da lacht, ob man da weint, Die Welt geht weiter, eins, zwei, drei…“ „Die Deutschen werden wieder frech“, lautet im Frühjahr 1949 deshalb eine Schlagzeile der altehrwürdigen britischen „Times“. Nur vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wittert man auf der Insel einen aufkeimenden Revanchismus in Deutschland. Doch wer genau hinhört, der hört aus dem Lied deutlich heraus, was Berbuer damit tatsächlich will: Die Verballhornung des im Dritten Reich zur Religion erhobenen „Deutschen Wesens“ zum „Wesien“, das ist alles andere als Nazi-Ideologie. Mit Berbuers Menschenfressern, die umso besser küssen, hat sich sogar die Wissenschaft beschäftigt. In einer Untersuchung „Zur psychologischen Funktion des Karnevalsschlagers“ steht darüber geschrieben: „Der in Selbstironie verpackte Wunsch, die nationale Isolation zu überwinden“. Nun ja… Das Lied wird jedenfalls bis heute gesungen. Ein echter Evergreen.

Zeitschichtliches Nachspiel: In einem Aprilscherz in der Kölnischen Rundschau heisst es, das Kölner Dreigestirn werde Punkt 11 Uhr mit der Entschuttung des Kölner Gürzenich beginnen. Auch der Prinz liest diesen Brief und so kommt es, dass um 11 Uhr am Gürzenich ein Lastwagen vorfährt, dem das „Dreigestirn“ entsteigt. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung beginnt der Wiederaufbau des Gürzenich.

Bild vom Wagen vom Kölner Rosenmontagszug 1949

Seltene Farbaufnahme eines Wagens vom Rosenmontagszug 1949: Demontasch, dass die Späne fliegen. „Das Schicksal setzt den Hobel an – und Onkel Sam schaut zu“

Seltene Farbaufnahme eines Wagens vom Rosenmontagszug 1949: Demontasch, dass die Späne fliegen.

„Das Schicksal setzt den Hobel an –
und Onkel Sam schaut zu“



1950 — Kölle wie et ess un wor, zick 1900 Johr

Bild der Eau de Cologne - Kanone im Kölner Rosenmontagszug 1950

Die in Köln sehr beliebte Trude Schneider als Duftkönigin. 4 Adjudanten sprühen tausende Liter Eau de Cologne in die Menge.

Prinz Peter Franzen (Prinz Peter III.)
Kartoffelgroßhandel
Große Kölner KG

Bauer Josef Zorn (Bauer Jupp)
Mitinhaber der Stein- und Marmorfirma Zorn
Große Kölner KG

Jungfrau Wilhelm Nasse (Jungfrau Wilhelmine)
Juwelier und Goldschmied
Große Kölner KG

Prinzen-Motto: Freude in alle Herzen

Das 1900jährige Stadtjubiläum steht im Mittelpunkt des karnevalistischen Geschehens und wird zum Motto des Rosenmontagszuges. Die kölner Stadtgeschichte von den Ubiern bis zur Gegenwart wird auf geistreiche und witzige Weise persifliert: Der Zug beginnt mit dem Einzug der „Kölschen Diva“ Grete Fluss als Gründerin der Stadt Agrippina d. J. Ihr folgt ein Wagen zum Thema Kölner Uradel in Gestalt des ewige Tünnes, der gerade ein Fußbad in seinem Lieblinksgetränk Korn nimmt. Die beiden letzten Oberbürgermeister sind in humorvoller Weise auf einem weiteren Wagen als Pipin der Kleine (R. Görlinger) und seinem siamesischen Zwillingsbrüder (Dr. Schewering) vereinigt, während Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer ein besonders prunkvoller Wagen gewidmet ist. Außerdem bekommen die Kölner ihren beliebten Ritter Kunibert den Friesen nach der Schlacht von Worringen und mancherelei andere hübsche Überraschungen zu sehen.

Bild der Schauspielerin Magda Schneider auf dem Kölner Rosenmontagszug 1950

Magda Schneider gibt sich 1950 die Ehre.

Über eine Millionen Besucher stehen begeistert am Zugweg. Der Zug kostet für damalige Zeit stattliche 155.000 DM, das Wurfmaterial muss zudem jeder selber bezahlen. Es kommt einiges zusammen: 5 Zentner Kamelle, 3.000 Kleinpackungen Pralinen, 10.000 Tafeln Schokolade und 5.000 Mimosen-Veilchensträuße regnen auf die Jecken nieder. Eine fahrbare Sprühfontäne sprüht tausende Liter Eau de Cologne in die Menge und lässt die Jecken duftend zurück. Die Filmschauspielerin Trude Schneider gibt sich als „Duftkönigin“ die Ehre. Zum ersten Mal dabei: Kraftfahrzeuge. Bis dahin waren lediglich Pferde im Zug zugelassen, was jedoch zu manchen Problemen geführt hatte. In den folgenden Jahren macht die Motorisierung des Zuges weitere Fortschritte.

„Seine Lieblichkeit“ ist seit 1949 wieder ein Mann. Die Nazis hatten ihn durch eine Frau ersetzt. Festausschuss-Geschäftsführer Rix meint, dass es durchaus dabei hätte bleiben können. Die Anderen sind andere Meinung und haben auch ein praktisches Argument auf ihrer Seite: Die Finanzierung. 1950 „kostet“ die Jungfrau 20.000 DM, damals der Wert einer „kleinen Villa“. Es würde sich kaum eine Frau in Köln finden, die bereit sei, so viel Geld aufzuwenden, so dass man andere Geldquellen auftun müsste, was schwierig sei. Bereits die Finanzierung des Rosenmontagszugs war nicht einfach.

Das Festkomitee richtet ein „Literarisches Komitee“ ein, das junge Redner und Sänger nach Inhalt, Form und Darbietung durch Sachkundige beraten soll.

In diesem Jahr konstituiert sich der „Bürgerausschuss“ neu. Den Vorsitz übernimmt der Oberbürgermeister, seine Mitglieder werden von ihm berufen. Die Geschäftsstelle liegt beim 1947 gegründeten „Amt für Kölnisches Volkstum“, das 1958 in das Kölnische Stadtmuseum eingegliedert werden wird. (Heute: Abteilung Brauchtum). Der erste Veedelzug geht am 27.02.1950 – bei Regen und Schnee – wieder durch die Stadt.

Bild vom Prinzenwagen im Kölner Rosenmontagszug 1950

Der Prinzenwagen ist dieses Jahr dekoriert mit den Köpfen lebender Pagen,
die die elf Flammen des Kölner Wappen symobilieren.

Bild vom Anti-Narzin-Wagen im Kölner Rosenmontagszug 1950

Hier finden Sie ein Video zum Karneval 1950: Hier klicken (Apple Quicktime-Player erforderlich).

Wochenschau aus dem Deutschen Bundesarchiv u.a. zum Kölner Rosemontagszug (ab ca. Minute 12:15): Hier



1951 — Kölle en Dur un Moll

Prinz Dr. Edmund Strücker (Prinz Edmund I.)
Diplom Kaufmann, Dr. rer.pol.
Prokurist im Kaufhaus Frank
Prinzen-Garde

Bauer Klaus Bintz (Bauer Nikolaus)
Kaufmann bei einer Schifffahrtsspedition
Prinzen-Garde

Jungfrau Heinz Beyer (Jungfrau Henriette)
Inhaber der mitteldeutschen Metallgießerei Andernach
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Eintracht und Liebe, Frohsinn und Freude

Zum ersten Mal ziehen Traktoren einen Wagen im Zug. 12 Monate später ziehen die Tratoren die Hälfte, noch ein Jahr später alle Wagen. Der Zug selbst bleibt indes farblos und enttäuscht.



1952 — Kölsche Krätzcher

Bild des Kölner Prinz Karneval von 1952

Prinz Johann Maria Wolfgang Farina

Prinz Johann Maria Wolfgang Farina (Prinz Johann Maria I.)
Kaufmann im Familienbetrieb „Farina gegenüber“
Große Kölner KG

Bauer Dr. Josef Winterscheid (Bauer Jupp)
Arzt
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Fritz Blasweiler (Jungfrau Friederike)
Verkaufsingenieur bei Ford
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: Echt kölnisch Herz in Freud und Schmerz

Mit Johann Maria Wolfgang Farina, im Jahre 1927 in Godesberg geboren, tritt ein junger, charmanter und schlagfertiger Prinz mit klangvollem Namen in den Mittelpunkt des Karnevals. Er ist bis heute der jüngste Prinz in Köln. Da er keiner Gesellschaft angehört, ernennt ihn die „Große Kölner“ zum Ehrensenator.

Die „Ehrengarde der Stadt Köln“ feiert ihr 50jähriges Jubiläum.

Bild vom Kölner Karneval zum Thema Wiederbewaffnung im Karneval 1952

Nicht jeder kann sich für den Nachkriegskarneval erwärmen. Die Narren machen von Art 5 des Grundgesetzes (Meinungsfreiheit) ausgiebig Gebrauch und nehmen ganz ungeniert die Bonner Regierung unter Dr. Konrad Adenauer aufs Korn. Insbesondere Adenauers Lieblingsprojekt in dieser Zeit, die Wiederaufrüstung, findet bei den Jecken keinen Anklang. In Umzügen robben als Soldaten verkleidete Karnevalisten durch die Stadt. Auf Papp-Panzern steht geschrieben: „Wer soll das bezahlen?“.

Internationale Presse zum Karneval 1952

Auch die internationale Presse feiert Farina als Prinz Karneval

Am 1. Februar ist der Karneval sogar Tagesordnungspunkt einer Kabinettssitzung von Adenauer und seiner Minister. Auf Wunsch des damaligen Innenministers Robert Lehr wird mit den Oberbürgermeistern der Karnevalshochburgen gesprochen, man solle gegen allzu spöttische Karnevalisten vorgehen. Der Plan, auch rechtlich gegen Äußerungen vorzugehen, scheitert an politischen Zweckmäßigkeiten. Man scheut die vielen Freisprüche, da solche Vergehen „vor rheinischen Richtern“ verhandelt würden, „die den karnevalistischen Bestrebungen weitgehend Verständnis und Nachsicht“ entgegenbrächten – zum Glück. Adenauer bleibt nicht viel: Als Zeichen seiner Ablehnung bleibt der dem Karneval 1952 fern (siehe zum Ganzen den Spiegel-Artikel zum Thema).



1953 — Kölsch Thiater

Bild von TV-Übertragung Kölner Karneval 1953

Der NWDR (Vorläufer des WDR) sendet das Großereignis
erstmals live in 4.000 Haushalte mit Fernsehgeräten

Prinz Heinz Vogeler (Prinz Heinz IV.)
Inhaber einer Malerfirma
Ehrengarde der Stadt Köln

Bauer Willy Krämer (Bauer Willy)
Automechaniker
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Heinz Meindorf (Jungfrau Henriette)
Inhaber einer Malerfirma
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: Mie Hätz för Kölle

Der Rosenmontagszug mit dem Mitto „Kölsch Thiater“ kommt live in die deutschen Wohnstuben: Der NWDR (Vorläufer des WDR) sendet das Großereignis bei bestem Wetter über ein System aus Parabolspiegeln in Echtzeit in 4.000 Haushalte mit Fernsehgerät – die erste große – Übertragung der deutschen TV-Geschichte.

Im Jahre 1953 eröffnen die Altstädter von 1922 e.V. erstmals an Weiberfastnacht auf dem Alter Markt den Straßenkarneval – eine Tradition, die bis heute Bestand hat.

Bild der Altstädter auf dem Alter Markt im Jahre 1953

Die Altstädter auf dem Alter Markt im Jahre 1953



1954 – Dat löstige Patentamp Kölle

Bild vom Kölner Dreigestirn 1954Prinz Hubert Camps (Prinz Hubert II.)
Kaufmann und Metzgermeister
Kölnische KG

Bauer Erasmus Schaub (Bauer Erasmus)
Generalvertreter für Schuhbedarf
Kölnische KG

Jungfrau Theo Bischof (Jungfrau Theodora)
Drogist
Kölnische KG

Prinzen-Motto: Noch mieh Freud

Der „Festausschuss“ wird in „Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.“ umbenannt.

Mit der Gründung des „Großen Senats“ erschließt Thomas Liessem eine generöse Geldquelle für den Kölner Karneval. Unter dem Vorsitz von Jan Brügelmann engagieren sich Wirtschaftsführer, Unternehmer und Industrielle für das vaterstädtische Fest.

Die Kölner Polizei setzt erstmals Hubschrauber zur Überwachung des Rosenmontagszuges ein.

Hier finden Sie ein Video zum Karneval 1954: Hier klicken.



1955 — Lachende Sterne über Köln

Bild von Prinz Alfred Neven-Dumont als Prinz Karneval 1955

Alfred Neven-Dumont als Prinz Karneval 1955

Prinz Alfred Neven DuMont (Prinz Alfred I.)
Verleger und Herausgeber des Kölner Stadt Anzeigers
Ehrengarde der Stadt Köln

Bauer Hans Borgel
Besitzer der Autohauses Borgel
DKG Schäl Sick

Jungfrau Günter Balve (Jungfrau Gundi)
Verlagskaufmann bei Neven DuMont
Blaue Funken

Prinzen-Motto: Alles för Kölle

Mit dem 27jährigen Alfred Neven DuMont als Prinz Alfred I. übernimmt der Spross einer alteingesessenen und angesehenen Kölner Familie das Prinzenamt. Er war bis zu seinem Tod im Jahre 2016 Verleger und Herausgeber des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und des „Express“.



1956 — Spaß an der Freud

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1956Prinz Winand Müller (Prinz Winand II.)
Vermessungsingenieur
Prinzen-Garde

Bauer Josef Casper (Bauer Josef)
Verwaltungsdirektor einer Versicherung
Prinzen-Garde

Jungfrau Wilhelm Austermann (Jungfrau Wilhelmine)
Verkaufsleiter für Feinkosterzeugnisse
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Met kölschem Senn en de Freud eren

Die Prinzen-Garde feiert ihr 50jähriges Bestehen und stellt das Dreigestirn. Die Prinzenproklamation findet erstmals seit dem Krieg wieder im Kölner Gürzenich statt.



1957 — Laßt Blumen sprechen

Prinz Willy Herold (Prinz Willy III.)
Sohn von Bauer 1926
Blumenbindemeister im elterlichen Geschäft
Kölner Narren-Zunft

Bauer Siegfried Schlewing (Bauer Siegfried)
Inhaber der Fa. Westdeutsche Landesprodukte
Große Kölner KG

Jungfrau Bodo Glaub (Jungfrau Bodi)

Inhaber des einzigen Spezialgeschäfts für Bestecke in Deutschland
Große Kölner KG

Prinzen-Motto: Für Euch Kölns schönster Blumenflor, Freude, Frohsinn und Humor.

Bild vom Kölner Dreigestirn 1957

Das Dreigestirn 1957 vor einem Blumenmeer

In Köln findet die Bundesgartenschau statt und der Karneval erweist dieser Veranstaltung seine Reverenz: „Lasst Blumen sprechen“ lautet das Motto des bei strahlendem Sonnenschein durch die Stadt ziehenden Rosenmontagszuges, der mit fast zwei Millionen Zuschauern eine Rekordbeteiligung hat. Es handelt sich um einen Zug der Superlative: Er kostet damals stattliche 400.000 DM. Prinz Willi III. (Herold), von Beruf – äußerst passend – Blumenhändler krönt einen Wagen, Derm. ein einziges Blumenmeer von 60.000 roten und weißen Nelken ist. Er erhält den Beinamen „Blumenprinz“.

Unvergessen auch Willi Breuers Lied: „Lasst Blumen sprechen, in Köln am Rhein, der Stadt des Frohsinns, voll Sonnenschein…“ Auch die Eilemänner packen das Blumen-Thema humorvoll an: „Ich han hück mingem Kaktus de Stachele avraseet, dä weed bestemp prämeet…“



1958 — Mir jöcken öm de Welt

Bild vom Kölner Dreigestirn 1958Prinz Walter Ebers (Prinz Walter I.)
Kinobesitzer
Kölnische KG

Bauer Hans Kolb (Bauer Hans)
Abteilungsleiter bei Gerling
Blaue Funken

Jungfrau Carl Lehmann (Jungfrau Carla)
Inhaber Blumen Lehmann
Blaue Funken

Der Rosenmontagszug wird erstmals in voller Länge im Fernsehen übertragen.
Klicken Sie hier für einige private Aufnahmen:



1959 — Schlagerparodie 1959

Bild vom Kölner Dreigestirn 1959Prinz Ferdi Leisten (Prinz Ferdi III.)
Sohn von Prinz 1927
Inhaber des Ofenhaus Leisten
Ehrengarde der Stadt Köln

Bauer Heinz Bonjean (Bauer Heinz)
Malermeister im väterlichen Betrieb
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Werner von Meer (Jungfrau Vera)
Besitzer des Stüttgenhofs (landwirtschaftlicher Betrieb)
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: Kölle darf niemols ungerjon, Kölle muss iwig levve

Der Vater des diesjährigen Prinzen war Prinz im Jahres 1927. Er hat sich auch in den Jahren zuvor und danach verdient um den Karneval gemacht.



1960 — Jedem Dierche sing Pläsierche

Prinz Peter Neufert (Prinz Peter IV.)
Architekt
Rote Funken

Bauer Oskar Hamacher (Bauer Oskar)
Süßwarengroßhandel
Rote Funken

Jungfrau Josef Schneider
Oberinspektor bei der Bundesbahndirektion
Rote Funken

Prinzen-Motto: Alles för Kölle un der kölsche Fasteleer

Die Kölner nennen ihren Prinzen liebevoll „Prinz Imi I.“, weil in Thüringen geboren und aufgewachsen ist.



1961 — Mer Weetschaffswunderkinder

Bild vom Kölner Prinz Karneval 1961Prinz Peter Schumacher (Prinz Peter V.)
Süßwarengroßhandel
Grosse KG von 1823

Bauer Paul Olpp (Bauer Paul)
Architekt
Grosse KG von 1823

Jungfrau Josef Schneider (wie im Jahr zuvor)

Die frisch proklamierte Jungfrau Theodora (Theodor Esser) tritt wegen Vorwürfen in Zusammenhang mit Kriegsgefangenschaft zurück. Sein Amt übernimmt daher die Vorjahres-Jungfrau Josef Schneider

Prinzen-Motto: Fidel un löstg, unverfälscht, in dingem Hätze immer kölsch

Das Kölner Dreigestirn mit Prinz Peter V. an ihrer Spitze, nimmt an der Steubenparade am 30. September in New York teil.

Hier finden Sie ein Video vom Kölner Karneval 1961: Hier.



1962 – Wat et nit all jitt

Bild vom Kölner Dreigestirn 1962Prinz Alex Schaaf (Prinz Alex I.)
Generalvertreter für Käse
Große Kölner KG

Bauer Oswald Raymund Becker (Bauer Ray)
Inhaber einer Goldleistenfabrik
Große Kölner KG

Jungfrau Winand Lukas (Jungfrau Winanda)
Textil und Kurzwarenhandel
Große Kölner KG

Prinzen-Motto: Kölsch dat Woot un kölsch d´r Senn, dat litt en unserm Hätze dren.

Der Rosenmontagszug zieht bei Eis und Schnee durch die Stadt. Im Mai löst die Deutsche Meisterschaft des 1.FC Köln eine „zweite Karnevalswelle“ aus.



1963 – Köln lässt grüßen kunterbunt, Presse, Fernsehen und den Funk

Prinz Franz Pohl (Prinz Franz VII.)
Bankkaufmann
Prinzen-Garde

Bauer Leo Körsgen (Bauer Leo)
Oberinspektor bei der Bezirksregierung
Prinzen-Garde

Jungfrau Horst Fischer (Jungfrau Horstine)
Versicherungskaufmann
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Loot kölsche Aat nit ungerjon, dann bliev Kölle iwig beston.

Der amerikanische Präsident John F. Kennedy begrüßt die Kölner am 23. Juni anlässlich eines Besuches mit „Kölle Alaaf!“. Grund für die „Große Kölner“, Kennedy und den deutschen Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer auf ihrem Sessions-Orden mit der Textzeile „Nit nur Kölsche sagen Alaaf“ zu verehren. Doch nach der Ermordung Kennedys kommen Zweifel auf: „Künne mer…?“ Die US-Botschaft meint: „Ja!“. Schließlich wird der Orden zwar ausgegeben, aber auf einem Beipackzettel mit der Bitte versehen, ihn nicht zu tragen.



1964 – Kölsch Panoptikum

Bild vom Kölner Dreigestirn 1964Prinz Heinz Schmalen (Prinz Heinz V.)
Inhaber einer Sanitärfirma
Große Mülheimer KG

Bauer Heinz Simokat (Bauer Heinz)
Inhaber der Fa. Simokat Kaminsteine
Große Mülheimer KG

Jungfrau Dr. Dr. Franz- Josef Broicher (Jungfrau Franziska-Josefin)
Facharzt für HNO und Kiefernchirurg
Große Mülheimer KG

Prinzen-Motto: Op jeder Sick vum Rhing es Kölle ding un ming.

Das erste „reine“ Dreigestirn von der „Schäl Sick “ (= rechten Rheinseite) amtiert, was sich auch im diesjährigen Prinzen-Motto wiederspiegelt.

Bild der Parade der Prinzen-Garde für Konrad Adenauer zum 88sten Geburtstag

Die Kölner Prinzengarde paradiert zu Ehren von Konrad Adenauer zu dessen 88sten Geburtstag am 05.01.1964



1965 – Olympiade der Freude

Bild vom Kölner Dreigestirn 1965Prinz Georg Muskulus (Prinz Georg I.)
Inhaber der Fa. Markisen und Campingartikel Musculus
Kölnische KG

Bauer Teo Scholl (Bauer Theo)
Metzgermeister und Inhaber des Hotel Frings
Kölnische KG

Jungfrau Horst Liepert (Jungfrau Horstine)
Kaufmann in der Pharmaindustrie
Kölnische KG

Prinzen-Motto: Fastelovend, Olympia der Freude. Zo Kölle am Rhing en alle Hätze Sonnesching.

Der Kölner Karneval verliert immer mehr an Bedeutung. Das Fernsehen hat sich nach einer verunglückten Prinzenproklamation im Jahre 1964 zurückgezogen. Man setzt in den Medien verstärkt auf den Mainzer Karneval, was für Köln einen erheblichen Imageverlust bedeutet.

Der Festausschuss Ehrenfelder Karneval (FEK) veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Bürgervereinigung Ehrenfeld einen Kinderzug am Karnevalsdienstag.

Im Jahr 1965 gibt es erstmals ein Kinderdreigestirn, welches auf dem Zug mitfährt und den Höhepunkt bildet. Die ersten beiden Jahre ist die Kinderjungfrau nach klassischem Vorbild noch ein Junge. Danach kommt die große Wende: Die Kinderjungfrau ist jetzt ein Mädchen. Damit gibt man auch den Mädchen die Gelegenheit sich im Kinderkarneval darzustellen. Karstadt stiftet dem Kinderdreigestirn die Ornate, die identisch sind mit denen des Kölner Dreigestirns. Das ist Anlass für den Festkomitee Präsidenten Ferdi Leisten, die Nachwuchstollittäten für alle Kölner Kinder zu proklamieren, indem er 1967 sagt: „Ehrenfeld stellt bereits seit einigen Jahren ein Dreigestirn der Kinder. Erstmals hat es nun für das ganze junge Kölner Narrenvolk die Regentschaft übernommen.“

Hier finden Sie ein Video vom Weiberfastnacht 1965: Hier klicken.



1966 – Kaum zu glauben

Prinz Hermann Forstbach (Prinz Hermann II.)
Großhandel für Süßwaren, Spirituosen und Tabakwaren
Lyskircher Junge

Bauer Robert Haag (Bauer Robert)
Inhaber einer Eisenwarenhandlung
Lyskircher Junge

Jungfrau Albert Bernhard (Jungfrau Albertine)
Uhrmacher und Inhaber einer Uhrengroßhandlung
Lyskircher Junge

Prinzen-Motto: Maht Freud üch, doht laache un hat vill Humor, dat wünsche vun Hätze Prinz, Jungfrau un Boor.

Die Mitglieder der „Große von 1823 e.V.“ wählen ihren Präsidenten Jupp Fabry ab. Die Mehrheit des Vorstandes ist damit nicht einverstanden, ein größerer Kreis von Fabry-Anhängern trennt sich von der Gesellschaft und gründet später die „K.G. Kölsche Narren Gilde e.V.“



1967 – Dat Klockespill vum Rothusturm

Prinz Josef Schlack (Prinz Jupp V.)
Diplom Kaufmann bei Konsum
Rote Funken

Bauer Hermann Töller (Bauer Hermann)
Prokurist im elterlichen Obst- und Gemüsegroßhandel
Rote Funken

Jungfrau Josef Stollenwerk (Jungfrau Josefa)
Gutsbesitzer und Inhaber der Konservenfabrik Stollenwerk
Rote Funken

Prinzen-Motto: Doht springe, singe, juhze laache, üch öntlich an d´r Freud vermaache.



1968 – Märchen und Wunder unserer Zeit

Prinz Dr. Claus Welcker (Prinz Claus I.)
Geschäftsführer der Werkzeugmaschinenfabrik Alfred Schütte
Großer Senat

Bauer Horst Loosen (Bauer Horst)
Buchdrucker Inhaber der Fa. Otto Loosen
Großer Senat

Jungfrau Hans Becker (Jungfrau Johanna)
Verkaufsleiter der Großdruckerei Peipers und Co.
Großer Senat

Prinzen-Motto: Fastelovend zo Kölle, dat schönste Wunder unserer Zeit.

„Märchen und Wunder unserer Zeit“ lautet das Motto des Rosenmontagszuges. Ein „Wunder“, allerdings ein „blaues Wunder“, erlebt die Jungfrau Johanna alias Hans Becker: Im Rosenmontagszug erleidet der Wagen von Bauer und Jungfrau einen Achsenbruch. Beide setzen den Zug zu Fuß fort, wobei die Jungfrau die Musikkapelle der Prinzen-Garde dirigiert.

Dieser Fußmarsch geht in die Analen ein. Dass er (sie) dabei den Taktstock der Regimentskapelle der Prinzengarde schwingt, kann nachträglich sicherlich als Omen gedeutet werden. Denn ein gutes Jahr später wird der „Lyskircher Jung“ Hans Becker zum Präsidenten eben jener „Prinzengarde Köln“ gewählt.



1969 – Köln serviert internationale Speisen à la carte

Prinz Gisbert Brovot (Prinz Gisbert I.)
Architekt
Rote Funken

Bauer Heinz Berg (Bauer Heinz)
Inhaber des Bekleidungshauses Berg
Rote Funken

Jungfrau Heinz-Josef Adams (Jungfrau Henriette)
Statiker
Rote Funken

Prinzen-Motto: Ganz Kölle steiht Kopp, mer maache eine drop.

Das Kölner Amtsgericht muss sich mit der Frage beschäftigen, ob die „Große Allgemeine von 1900 e.V.“ die rechtmäßige Nachfolgerin der vor dem Krieg sehr bekannten und in den Nachkriegsjahren „sanft entschlafenen“ Karnevalsgesellschaft „Große Allgemeine“ ist. Nach einem positiven Urteil kommt es 1975 anlässlich des 75jährigen Jubiläums zur Versöhnung zwischen der „Großen von 1823“ als Mutter und der „Großen Allgemeinen von 1900“ als Tochter.



1970 – Hexenküche der Werbesprüche

Prinz Heribert Hall (Prinz Heribert I.)
Architekt
Blaue Funken

Bauer Erich Zehner (Bauer Erich)
Bankkaufmann
Blaue Funken

Jungfrau Oskar Osten (Jungfrau Ossi)
Planungsbüro für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen
Blaue Funken

Prinzen-Motto: Wat Ahle künne, dun Junge liehre, met vill Freud Fastelovend fiere.



1971 – Rosen, Tulpen und Narzissen, das Leben könnte so schön sein

Bild vom Kölner Dreigestirn 1971Prinz Rolf Hochgürtel (Prinz Rolf I.)
Inhaber von drei exklusiven Modegeschäften
Kölnische KG

Bauer Erich Thonon (Bauer Erich)
Geschäftsführer der Fa. Baubetreuung Rheinland
Kölnische KG

Jungfrau Josef Feldbusch (Jungfrau Josefine)
Gerüstbauer im väterlichen Betrieb
Kölnische KG

Prinzen-Motto: Streut Blumen der Liebe alle Zeit, und macht Euch immer Spaß un Freud.

Köln ist nach 1957 wieder Austragungsort der Bundesgartenschau. „Rosen, Tulpen und Narzissen – Das ganze Leben könnte so schön sein“ lautet das Zug-Motto. Mit dem 50jährigen Kaufmann Rudolf Hochgürtel fungierte der Inhaber mehrerer exklusiver Modegeschäfte als Prinz Rolf I. Wegen seiner Vorliebe für Opern auch „Rosenkavalier“ genannt, verteilte er anläßlich seiner Proklamation rote Rosen an alle Damen. „Oben-ohne-Tänzerinnen“ auf einigen Herrensitzungen bringen den Kölner Karneval in eine Krise.



1972 – Wir sind alle kleine Sünderlein

Prinz Bernd Beckers (Prinz Bernhard I.)
Inhaber einer Wohnungsbaugesellschaft
Grosse KG von 1823

Bauer Adam de Haas (Bauer Adam)
Betreiber der Kantine im Fernmeldeamt Sternengasse
Grosse KG von 1823

Jungfrau Josef Kreimer (Jungfrau Josi)
Zweigstellenleiter der Aachener Wohnungsbaugesellschaft
Grosse KG von 1823

Prinzen-Motto: Boten der Freude, dat wolle mer sin, mer drei us Kölle, us Kölle am Rhing.

Das Zugmotto „Wir sind alles kleine Sünderlein“ soll, so heißt es, in keinem Zusammenhang mit der drei Wochen später stattfindenden Eröffnung des „Eros-Center“ an der Hornstraße in Zusammenhang stehen.



1973 – Fastelovend wie hä es un wor, zick 150 Johr

Prinz Claus Kegelberg (Prinz Claus II.)
Eisenhändler im mütterlichen Betrieb
Ehrengarde der Stadt Köln

Bauer Rudolf Paffrath (Bauer Rudolf)
Dachdeckerbetrieb
Altstädter Köln

Jungfrau Klaus Ulonska (Jungfrau Claudia)
Fa. für Bedachungsgroßhandel
Altstädter Köln

Prinzen-Motto: Dat soll su blieve en Iwigkeit, d´r Rhing, uns Kölle un d´r Spaß an d´r Freud.

Das „Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.“ feiert sein 150jähriges Jubiläum. Und viele feiern mit: Im künstlerischen Teil der Prinzenproklamation treten die „Keßler-Zwillinge“ und René Kollo auf. Die Stadt Köln spendiert eine leuchtende Straßendekoration, die heute noch von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch in der Innenstadt ein Blickfang ist. Ein Feuerwerk am rechten Rheinufer, das Hunderttausende an den Strom lockt, endet mit der Lichtzeile: „150 Jahre Festkomitee des Kölner Karnevals 1823-1973 Kölle Alaaf“. Die Deutsche Bundespost gibt eine Sondermarke „Karneval in Köln 1823-1975“ heraus.

Die angekündigte Tanzgruppe aus Rio de Janeiro wird mit einem „großen Bahnhof“ in Köln empfangen; die „Tänzerinnen“ entpuppen sich aber schnell als verkleidete Mitglieder des Veedelsvereins „Negerköpp“ aus der Kölner Südstadt.

Die Jusos (Nachwuchsorganisation der SPD) setzen sich nicht durch. Sie wollen den städtischen Zuschuss für den Rosenmontagszug ersatzlos streichen. Das aber machen die etablierten Parteien nicht mit.



1974 – Zustände wie im alten Rom

Prinz Heiner Mühr (Prinz Heiner I.)
Inhaber einer Möbelverleihfirma
KG Uhu

Bauer Wilbert Mühr (Bauer Wilbert)
Inhaber der elterlichen Textil- und Ausstattungsfirma Mühr und Mühr
KG Uhu

Jungfrau Hans Jungkenn
Metzgermeister und Inhaber der elterlichen Metzgerei
KG Uhu

Prinzen-Motto: Loß mer Freud uns maache, juhze, laache.

„Op bläcke Fööss noh Kölle“ heißt die erste LP der Bläck Fööss nach fünf Singles in den letzten vier Jahren. Hatte der Start in den organisierten Karneval wegen der allzu legeren Kleidung und wegen der „unbekleideten Füße“ noch zu heißen Diskussionen geführt, sind die „Fööss“ inzwischen die umjubelten Stars auf allen Bühnen.

Mit der Gruppe „De Höhner“ tauchen neue Gesichter in der Kölner Musikszene auf.

Wagen von Bauer und Jungfrau im Rosenmontagszug 1974

Bauer und Jungfrau warfen reichlich Kamelle

Rosenmontag 1974 – Wagen zur Affäre Wienand

Wagen zur sog. Steiner-Wienand-Affäre um die Bestechung des Abgeordneten Julius Steiner.
Schon damals zeichete sich ab, dass sich der Untersuchungsausschuss ergebnislos auflösen würde.



1975 – Seid umschlungen Millionen

Prinz Edmund Weber (Prinz Edmund II.)
Statiker und Baumeister
Reiter-Korps Jan von Werth

Bauer Kurt Groten (Bauer Kurt)
Fabrik für Stahlblechpackungen
Reiter-Korps Jan von Werth

Jungfrau Josef Müser (Jungfrau Josefa)
Kaufmann in der Wohnungswirtschaft
Reiter-Korps Jan von Werth

Prinzen-Motto: Jeck loß Jeck elans, dun laache, wenn do kanns.

Köln wird (vorübergehend) Millionenstadt. „Seid umschlungen Millionen“ ist auch eine Anspielung auf die Folgen der Kommunal-Reform, die insbesondere in Porz und Wesseling nicht wirklich positiv aufgenommen wurde.

Als „Millionenprinz“ geht Edmund III (Edmund Weber) in die Geschichte des Kölner Karnevals ein. Bei einem im Vorfeld des Ostermann-Jahres ausgeschriebenen Liederwettbewerb gehen beim ausrichtenden Ostermann-Verlag 241 Einsendungen ein. Sieger des auch für den Nachwuchs ausgeschriebenen und mit 20.000 DM dotierten Wettbewerbs werden schließlich doch wieder die „Etablierten“ wie Günter Eilemann, Hans Knipp und Toni Steingass.



1976 – Sang und Klang mit Willi Ostermann

Prinz Hans Lindemann (Prinz Hans I.)
Verkaufsdirektor und Niederlassungsleiter des DKV Autohofs Köln
Mer blieve zesamme

Bauer Hans Burckhart (Bauer Hans)
Oberliegenschaftsrat bei der Stadt Köln
Mer blieve zesamme

Jungfrau Dr. Jan-Uwe Disselbeck (Jungfrau Hanna)
Arzt und Chirurg
Mer blieve zesamme

Prinzen-Motto: Mer blieve zesamme, of krütz udder quer, uns Kölle, d´r Ostermann un d´r Fasteleer !

Willi Ostermanns 100. Geburtstag schlägt sich im Zugmotto nieder: „Sang und Klang mit Willi Ostermann“ erinnerte daran, dass der 1936 verstorbene „Meister“ in seinen mehr als 100 Liedern, deren Inhalte im Zug bildlich dargestellt werden, weiterlebt.

Die „Greesberger“ bestehen 125 Jahre.



1977 – Mer loße de Pöppcher danze

Prinz Paul Petry (Prinz Paul I.)
Architekt
Ehrengarde der Stadt Köln

Wegen eines Todesfalls in der Familie legte Paul Petry nach 20 Tagen sein Amt nieder. Vier Tage später sprang Claus Kegelberg (Prinz 1973), der auch Mitglied der Ehrengarde war, ein.

Bauer Heinz-Werner Bonjean (Bauer Heinz)
Sohn von Bauer 1959
Diplom Volkswirt im väterlichen Malerbetrieb
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Hans Kirsch (Jungfrau Hanni)
Pächter einer Großtankstelle
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: Uns Hätz es kölsch, uns Aat es kölsch, dröm bliev uns Freud och unverfälscht!

Das Kölner Hänneschen feiert das 175jährige Jubiläum. „Mer loße de Pöppcher danze – 175 Johr Kölsch Hännesje“ lautet deshalb das Motto des Rosenmontagszuges, dessen Attraktion die Teilnahme des gesamten „Schmölzjes“, also des Ensemble des in städtischer Regie stehenden mundartgebundenen Stockpuppen-Theaters ist.



1978 – Flohmarkt Colonia

Prinz Heinz Landen (Prinz Heinz VI.)
Küchnermeister
Nippeser Bürgerwehr

Bauer Hans Mirbach (Bauer Hans)
Fassbiergroßhandlung
Nippeser Bürgerwehr

Jungfrau Hans Jungverdorben (Jungfrau Henriette)
Goldschmiedemeister
Nippeser Bürgerwehr

Prinzen-Motto: Mer laache nit nur em Fasteleer, och em Levve fällt uns dat Laache nit schwer.



1979 – Kölsche in aller Welt

Bild vom Kölner Dreigestirn 1979Prinz Hermann-Josef Spicher (Prinz Hermann-Josef I.)
Inhaber der väterlichen Maschinenfabrik
Blaue Funken

Bauer Rainer Hochhausen (Bauer Rainer)
Leiter des Schuhbetriebs der Schwiegereltern
Blaue Funken

Jungfrau Hans-Georg Ferrand (Jungfrau Hannie)
Friseurmeister und Inhaber mehrerer Friseurgeschäfte
Blaue Funken

Prinzen-Motto: Lock och vun fän d´r Sonnesching, mer fiere Fastelovend en Kölle am Rhing.

Es gibt eine wesentliche Neuerung beim Rosenmontagszug: Unter dem Zugleiter Bernd Assenmacher dürften auch Frauen offiziell daran teilnehmen. Bis dahin war ihnen die Teilnahme offiziell verboten.



1980 – Mer loße d’r Dom verzälle

Prinz Bert Zorn (Prinz Bert I.)
Konditormeister und Inhaber des Café Riese
Kölner Narren-Zunft

Bauer Helmut Schüller (Bauer Helmut)
Landesdirektor der Signal-Versicherung
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Wilhelm Oberwalleney (Jungfrau Wilhelmine)
Inhaber eines Raumausstatterbetriebs
Kölner Narren-Zunft

Prinzen-Motto: Halt Handwerk un Heimat en Ihre, un dun ech kölsch Fastelovend fiere.

Zum 100jährige Jubiläum der Domvollendung wird der Dom zum Zug-Motto: „Mer loße dr Dom verzälle“ .

Die Tanzgruppe „Kammerkätzchen und Kammerdiener“ bezahlen ihr Engagement für den kölschen Fastelovend mit einem schweren Unfall. Rita Pabel stürzt am 11.11. so schwer, dass sie sich eine Querschnittlähmung zuzieht. Eine Welle der Hilfsbereitschaft setzt ein; aus dem Erlös zahlreicher Benefizveranstaltungen, an denen sich auch der Circus Roncalli beteiligt, werden die Rehabilitationsmaßnahmen gefördert.



1981 – Zirkus Colonia

Prinz Peter Ganser (Prinz Peter VI.)
Geschäftsführer der Brauerei Ganser
Prinzen-Garde

Bauer Gerd Kick (Bauer Gerd)
Gemüsehändler und Spediteur in der Markthalle
Prinzen-Garde

Jungfrau Dr. Helmut Bends (Jungfrau Helmi)
Zahnarzt
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Un jitt et och ringsöm vill Jemölsch, mer blieve selvs uns treu, denn kölsch bliev kölsch.

Die „Roten Funken“ feiern das Silberjubiläum ihres wiederaufgebauten Hauptquartiers, der „Ühlepooz“. Dabei wird bekannt, dass Auf- und Ausbau sowie die Unterhaltung des historischen Turms bis dahin 1 Million DM gekostet haben, wovon die Hälfte in bar, die andere Hälfte in Sachleistungen aufgebracht wurden.



1982 – Karneval der Schlagzeilen

Prinz Günter Deibert (Prinz Günter I.)
Bankkaufmann, Direktor der Ärzte- und Apothekerbank
Große Kölner KG

Bauer Hanspeter Kottmair (Bauer Peter)
Architekt
Große Kölner

Jungfrau Peter Harens (Jungfrau Petra)
selbständiger Elektromeister
Große Kölner KG

Prinzen-Motto: Maht üch Freud sulang es jeiht, et Levve duhrt kein Iwichkeit.



1983 – Kölner Karneval wie ein Märchen

Prinz Kurt Ludes (Prinz Kurt II.)
Inhaber einer Gastspieldirektion und Künstlervermittlung
KG Alt Köllen

Bauer Reinhold Schornstein (Bauer Reinhold)
Tankstellenpächter
KG Alt Köllen

Jungfrau Hans-Dieter Salchert (Jungfrau Hansi)
Inhaber der elterlichen Buch- und Offsetdruckerei
KG Alt Köllen

Prinzen-Motto: Vergeßt die Sorgen. Dem Griesgram Stopp. Mer drei stelle Kölle op d’r Kopp.



1984 – Hits us Kölle un us aller Welt

Prinz Josef Söller (Prinz Jupp VI.)
Glaserbetrieb
Grosse KG von 1823

Bauer Claus Wagner (Bauer Claus)
Metzgermeister
Rote Funken

Jungfrau Theo Schneefeld (Jungfrau Theodora)
Dachdeckerbetrieb
Rote Funken

Prinzen-Motto: Junge un och ahle Lück, helft met Kölle un sing Eigenaat ze halde en unserer Zick.

Festkomitee-Präsident Ralf Bernd Assenmacher präsentiert auf der Prinzenproklamation mit Jupp Schmitz einen Karnevalisten, der sich viele Jahre zuvor total zurückgezogen hatte. Nach einem grandiosen Auftritt wird „der Schnäuzer“, 82jährige, zum Star der Session.



1985 – Met jroße und met kleine Diere

Prinz Karl Josef Kappes (Prinz Karl Josef I.)
Kreischorleiter
Reiter-Korps Jan von Werth

Bauer Reiner Töller (Bauer Reiner)
Containerfirma
Reiter-Korps Jan von Werth

Jungfrau Fritz Voss (Jungfrau Friederike)
Karosseriebaufirma
Reiter-Korps Jan von Werth

Prinzen-Motto: Wir lieben Wein, Weib und Gesang und Euch Narren im Karneval.

Die Kölnische KG 1945 e.V. sollen zur Feier des 40. Jubiläums das Dreigestirn stellen. Aufgrund von Unstimmigkeiten innerhalb des designierten Trifoliums machen diese jedoch wieder einen Rückzug. Daraufhin nimmt das Reiterkorps Jan von Werth die Möglichkeit wahr, kurzfristig ein Dreigestirn zum 60. Geburtstag der Gesellschaft zu nominieren.



1986 – Karneval der Rekorde

Prinz Hans Olberts (Prinz Hans II.)
Sanitärfirma
Große Mülheimer KG

Bauer Matthias Meyer (Bauer Matthias)
Schuhmacherbetrieb
Große Mülheimer KG

Jungfrau Hans Dieter Salchert (Jungfrau Hansi)
Inhaber der elterlichen Buch- und Offsetdruckerei
Große Mülheimer KG

Prinzen-Motto: Rächs un links vum Rhing mer Fastelovend fiere, domet sich kölsche Hätze besser kenne liere.

Helmut Lengert, die „Jungfrau Helmi“ im närrischen Dreigestirn, muss ihr Amt an Hans-Dieter Salchert abgeben, nachdem es zu Handgreiflichkeiten mit einem Pressefotografen gekommen war.



1987 – Ganz Kölle dräump un jede Jeck dräump anders

Prinz Hans-Carl Hagemann (Prinz Carl V.)
Rechtsanwalt
KG Alt Lindenthal

Bauer Wilfried Wolters (Bauer Wilfried)
Busunternehmer
KG Alt Lindenthal

Jungfrau Hans Dieter Maciejewski (Jungfrau Johanna)
Versicherungsdirektor
KG Alt Lindenthal

Prinzen-Motto: Träume vergehen, doch eins dat es klor, Fastelovend en Kölle fiere mer alle Johr.

Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wird am 12. Juli der von Ferdi Leisten initiierte „Karl Berbuer-Brunnen“ im Severinsviertel im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung an den Kölner Oberbürgermeister übergeben.



1988 – Kölle Alaaf, Colonia feiert Feste

Prinz Claus Dillenburger (Prinz Claus III.)
Dipl. Ingenieur, geschäftsführender Gesellschafter eines Klimaunternehmens
Prinzen-Garde

Bauer Knut Wörner (Bauer Knut)
Verlagskaufmann, Inhaber einer Werbeagentur
Prinzen-Garde

Jungfrau Karl Gottschalk (Jungrau Karla)
Geschäftsführer eines Baumarkts
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Freud ze han und Freud ze maache un vör allem vill ze laache, dozo han mir kölsche Junge uns em Dreijesteen jefunge.



1989 – Wir machen Musik met vill Harmonie

Prinz Peter Valder (Prinz Peter VII.)
Industriekaufmann
Große Kölner KG

Bauer Franz Schmitz (Bauer Franz)
Industriekaufmann bei Tengelmann
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Josef Beck (Jungfrau Josefa)
Klinikdirektor und Geschäftsführer des Bundes deutscher Hirngeschädigter
Fidele Zunft Brüder

Prinzen-Motto: Wir drei sind dabei und jeck wie nie mit viel Musik und Harmonie



1990 – Hereinspaziert, hereinspaziert zur größten Schau der Welt

Prinz Hans-Jürgen Eschweiler (Prinz Hans-Jürgen I.)
selbständiger Unternehmensberater
1. Kleine KG Löstige Innenstädter

Bauer Franz-Josef Kurt (Bauer Franz-Josef)
Gleis- und Tiefbauunternehmer
1. Kleine KG Löstige Innenstädter

Jungfrau Walter Pottgießer (Jungfrau Wally)
Inhaber eines Reisebüros in Philadelphia, wo er auch lebt.
1. Kleine KG Löstige Innenstädter

Prinzen-Motto: Of Prinz, of Jungfrau oder Boor, drei Kölsche Junge sin mer nur. Mer lieben uns Stadt un halden jän ne kölsche Klaaf es lebe Colonia, dreimal Kölle Alaaf.

Die Jungfrau Wally (Walter Pottgießer) steht im Mittelpunkt des Interesses. 1959 nach Amerika ausgewandert, führt er in Philadelphia ein Reisebüro. Doch jedes Jahr ist er zum Karneval pünktlich in Köln.

Am Rosenmontag tobt ein solcher Sturm über Köln (Orkan „Wiebke“), daß alle Großfiguren und auch die Pferde aus dem Zug genommen werden müssen. Da der Zug erst mit großer Verspätung losgehen kann, fährt das Dreigestirn nahezu im Dunkeln durch die Stadt.

Der 8. November wird zum „Trauertag“: Hans Süper „kündigt“ seinem Partner Hans Zimmermann. Mit einer Abschiedstournee im kommenden Jahr will sich das Colonia-Duett nach 16 erfolgreichen Jahren verabschieden.



1991 – Kinema Colonia

Prinz Heinz-Ludwig Busbach (Prinz Heinz-Ludwig I.)
Bäckermeister, Inhaber mehrerer Bäckereien
DKG Schäl Sick

Bauer Heinz-Peter Schnepf (Bauer Peter)
Industriekaufmann und Betriebswirt
DKG Schäl Sick

Jungfrau Dr. Dieter Maffei (Jungfrau Dietlinde)
Lungenfacharzt
DKG Schäl Sick

Prinzen-Motto: Of links vum Rhing, oder op d´r Schäl Sick, Fastelovend fiere all nette Lück

Wegen des Golfkrieges wird der Karneval ringsum abgesagt. Der Krieg am Golf führt zu harten Auseinandersetzungen über die Frage, ob man in solchen Zeiten Karneval feiern könne. In Köln entschließt man sich dazu, trotz massiver Drohungen Andersdenkender den Sitzungskarneval durchzuführen. Die Altstädter treffen sich Weiberfastnacht, wie gewohnt, auf dem Alter Markt, diesmal aber in Zivil, also ohne Uniform. Unterstützt von Bläck Fööss, Höhner, Paveier und 5000 Jecken wird ohne Verstärkeranlagen spontan gesungen und geschunkelt. Der Rosenmontagszug fällt allerdings aus. Es bilden sich daraufhin spontan mehrere kleine Züge, die friedlich durch die Stadt ziehen. Das Dreigestirn darf im darauf folgenden Jahr den Rosenmontagszug mitmachen, so daß 1992 zwei Dreigestirne im Zug mitfahren.



1992 – Et kütt wie et kütt

Prinz Arnold Dircks (Prinz Arnold I.)
Betriebswirt, Inhaber eines Herrenmodegeschäfts
Ehrengarde der Stadt Köln

Bauer Berthold Schneider (Bauer Berthold)
Designer für Damen- und Herrenschuhe
Ehrengarde der Stadt Köln

Jungfrau Manfred Funken (Jungfrau Manfrieda)
Betriebswirt, Betriebsleiter bei Telenorma
Ehrengarde der Stadt Köln

Prinzen-Motto: : Für Spaß un Freud sin mer jebore dem Fastelovend han mer uns erchwore, mer fiere jän met jedem Jeck, denn mer drei han et Hätz om rächte Fleck

Da das Dreigestirn der vergangenen Session keinen Straßenkarneval feiern konnte, darf es ab Weiberfastnacht mit dem neuen Dreigestirn gemeinsam den Straßenkarneval begehen und auch in vollem Ornat und auf einem Extrawagen am Kölner Rosenmontagszug teilnehmen. Fast wäre auch das danebengegangen: Wegen Überladung mit Wurfmaterial platzt ein Reifen. Doch mit einiger Verzögerung kann das Gefährt nach einer Teilentladung wieder flott gemacht werden und sich wieder in den Zug einreihen.

Der tragische Tod von Charly Niedieck am 1.November gibt den Ausschlag für die von Günter Eilemann getroffene Entscheidung, da nach ihm benannte Eilemann Trio aufzulösen. Die folgende Karnevals-Session wird nach 40 Bühnenjahren zum seriösen, aber auch fröhlichen Abschied von der Karnevalsbühne.



1993 – Sinfonie in Doll

Prinz Wilfried Junggeburth (Prinz Wilfried I.)
Bankkaufmann und Finanzberater
Nippeser Bürgerwehr

Bauer Karl Petry (Bauer Karl)
Dipl. Kaufmann und Steuerberater
Nippeser Bürgerwehr

Jungfrau Artur Tybussek (Jungfrau Artura)
Rechtsanwalt
Nippeser Bürgerwehr

Prinzen-Motto: Löstije Leedcher un em Hätze Sunnesching, et Dreijesteen fiert met üch zesamme Fastelovend en Kölle am Rhing.

Die „Nippeser Bürgerwehr“ stellt aus Anlass ihres 90jährigen Jubiläums das Dreigestirn. Auf der Prinzenproklamation fliegen Prinz Wilfried I., Bauer Karl und Jungfrau Arthura die Herzen der Besucher im Sturm zu, als der Prinz zur Gitarre greift und zusammen mit Bauer und Jungfrau ein Lied anstimmt, welches schon bald zum Schlager der Session wird: „Eimol Prinz zo sin, en Kölle am Rhing, en `nem Dreigesteen, voll Sonnesching!“



1994 – Hokuspokus Kölsche Zauberei

Prinz Ralf Cremer (Prinz Ralf I.)
Heizungsbau- und Sanitärbetrieb
KG Alt Köllen

Bauer Reinhold Masson (Bauer Reinhold)
Elektroinstallationsbetrieb
KG Alt Köllen

Jungfrau Herwig Bartsch (Jungfrau Herwiga)
Inhaber eines Zahntechniklabors
KG Alt Köllen

Prinzen-Motto: Kölsch es et Hätz, Kölsch es d´r Senn, Fastelovend es en uns Drei dren.

Im November erleiden viele Kölner einen Schock: Thomas „Tommy“ Engel, Frontmann der beliebten Kölner Band Bläck Fööss, trennt sich von der erfolgreichen Gruppe, der er 24 Jahre angehörte. In Kafie Biermann finden die Fööss schließlich „mehr als nur Ersatz“.



1995 – Colonia ruft die Narren aller Länder

Prinz Rolf Lautenbach (Prinz Rolf II.)
Diplom Ingenieur, Planungsbüro für Heizung, Lüftung.Sanitär
Kölnische KG

Bauer Udo Feldbusch (Bauer Udo)
Bruder von Jungfrau 1971
Vermietung von Arbeitsbühnen
Kölnische KG

Jungfrau Theo Bischof (Jungfrau Theodora)
Sohn von Jungfrau 1954
Versicherungsmakler
Kölnische KG

Prinzen-Motto: Fruhsenn un Laache, dat kann mer liehre. Kutt noh Kölle met uns Drei Fastelovend fiere.



1996 – Typisch Kölsch

Prinz Prinz Kurt Görgens (Prinz Kurt III.)
Geschäftsführer bei Matratzen-Concord
Blaue Funken

Bauer Ewald Kappes (Bauer Ewald)
Inhaber der Fa. Schilder-Express Kappes
Blaue Funken

Jungfrau Fro Kuckelkorn (Jungfrau Froni)
Bestattungsinstitut
Blaue Funken

Prinzen-Motto: Fastelovend en Kölle es Freude pur mem Prinz, d´r Jungfrau un dem Buur.



1997 – Nix bliev wie et es, aber wir werden das Kind schon schaukeln

Bild der Kölner Jungfrau von 1977 Georg Holl

Kölner Jungfrau von 1977 Georg Holl

Prinz Thomas Brauckmann (Prinz Thomas I.)
Diplom Ingenieur in der elterlichen Bauunternehmung
Kölner Narren-Zunft

Bauer Werner Brauckmann (Bauer Werner)
Maurermeister im elterlichen Betrieb
Kölner Narren-Zunft

Jungfrau Georg Holl (Jungfrau Schorschi)
Schwager von Prinz und Bauer
Kaufmann im mütterlichen Geschäft „Bürobedarf Hänsel“ im Centrum von Köln – am Neumark
Kölner Narren-Zunft

Prinzen-Motto: Mer sin närrisch, zünftig, jeck, dun kölsche Fastelovend fiere, Spaß un Freud wäde mer nit verliere.

„Nix bliev wie et es – doch wir werden das Kind schon schaukeln“ lautet das Rosenmontagszug-Motto.

Ein „Familienclan“ stellt das Kölner Dreigestirn: Prinz Thomas (Brauckmann) und Bauer Werner (Brauckmann) sind Brüder und deren Schwager Georg Holl zieht als Jungfrau Schorschi durch den kölschen Fasteleer. Die Kölner Jungfrau „Schorschi“ geht in die Analen ein: Gut 500 Auftritte absolviert der ehemalige Eishockey-Spieler auf Inlinern.



1998 – Fastelovend und Dom im Jubiläumsfieber

Prinz Konstantin Brovot (Prinz Konstantin I.)
Sohn von Prinz 1969
Inhaber der Fa. Köln-Miet (Verleih von Porzellan und Geschirr)
Rote Funken

Bauer Roland Pilot (Bauer Roland)
Inhaber der Fa. Pilot Garten- und Landschaftsbau
Rote Funken

Jungfrau Hans-Willy Fahnenbruck (Jungfrau Hanny)
Inhaber der Fa. Reißwolf (Papierverwertung)
Rote Funken

Prinzen-Motto: Janz Kölle deit jitz jubileere, met uns Drei Fastelovend fiere.

Das „Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.“ feiert sein 175jähriges Jubiläum. Im Kölnischen Stadtmuseum wird in einer Ausstellung der Werdegang des Komitees dargestellt.

Der Sternmarsch am Karnevalsfreitag feiert seine Premiere.



1999 – 999 Jahre – Das waren Zeiten

Prinz Kurt Richter (Prinz Kurt IV.)
Inhaber der Spedition Kurt Richter GmbH
KG Uhu

Bauer Hans-Jürgen Köber (Bauer Jürgen)
Technischer Berater einer Werkzeugfirma
KG Uhu

Jungfrau Klaus Fischer
Friseurmeister, Inhaber eines Friseursalons
KG Uhu

Prinzen-Motto: Mer juhze un mer laache un klimmen op de Stöhl. mer fiere Fastelovend, dat es e doll Jeföhl.

Eigentlich sollen drei Mitglieder des Reiterkorps Jan von Werth in diesem Jahr das Dreigestirn stellen. Vorgesehen waren Günter Clotten als Prinz, Rüdiger Becker als Bauer und Heinz Wittemann als Jungfrau. Kurz nach Bekanntgabe des designierten Dreigestirns 1999 werden Vorwürfe gegen Clotten öffentlich, die ihn als Betrüger darstellen. Er tritt daraufhin zurück. Einige Tage später ziehen auch seine beiden Mitstreiter aus Solidarität ihre Kandidatur zurück. Das Festkomitee hat nun eine Woche vor dem 11.11. kein Dreigestirn. Am 09.11. können dann drei Kandidaten aus der KG UHU Köln-Dellbrück als neues Dreigestirn 1999 präsentiert werden. Tragisch: Die Vorwürfe gegen Clotten stellen sich einige Monate später als falsch heraus.

Die 1949 gegründete „Kajuja“ (Bund der deutschen katholischen Jugend in der Stadt Köln), aus der viele der heute namhaften Karnevalisten hervorgegangen sind, feiert ihr 50jähriges Jubiläum.



2000 – Kölle loß jon, ins neue Jahrtausend

Prinz Ralf Günther (Prinz Ralf II.)
Vertriebsleiter bei Siemens
KG Treuer Husar

Bauer Karsten Schnöring (Bauer Karsten)
Betriebswirt bei Spontex
KG Treuer Husar

Jungfrau Peter Hansmann (Jungfrau Petra)
Inhaber einer Speditionsfirma
KG Treuer Husar

Prinzen-Motto: 2000 Johr fiere mer en Kölle, op der Treue Husar dun mer zälle, met üch Jecke vun Hätze laache. Loß mer zesamme vill Freud uns maache.

„Kölle loß jon, ins neue Jahrtausend“ heißt das zeitgemäße Rosenmontagszugmotto. Nach fast 30 Jahren ändert der Rosenmontagszug seine Richtung. Endete er bislang im Severinsviertel, nimmt er dort am 6. März um 11.00 Uhr seinen Anfang.



2001 – Köln kann sich mit allen messen

Prinz Franz Buchholz (Prinz Franz VIII.)
Inhaber einer Fa. für Gebäudesystemtechnik
Altstädter Köln

Bauer Walter Engelmann (Bauer Walter)
Bestattungsinstitut
Altstädter Köln

Jungfrau Hans Kölschbach (Jungfrau Hansi)
Wirtschaftsprüfer
Altstädter Köln

Prinzen-Motto: Met all üch jecke ston mer he, voll Fruhsenn, Freud un vill Juchee unger Krune un Flamme en Fründschaff zesamme.



2002 – Janz Kölle es e Poppespill

Prinz Michael Pohl (Prinz Michael)
Installateurmeister im väterlichen Betrieb
Müllemer Junge

Bauer Norbert Hasbach (Bauer Norbert)
Sachverständiger bei Gerling
Müllemer Junge

Jungfrau Markus Pohl (Jungfrau Marika)
Sparkassenbetriebswirt
Müllemer Junge

Prinzen-Motto: Mer sin drei kölsche Fetze, han d´r Fastelovend em Hätze. Bei uns weed jedanz, jelaach un jesunge wie bei de Müllemer Junge.

Im diesem Jahr überschattet der Tod eines „Wagenengels“ die Freude am Rosenmontagszug. Als Wagenengel werden die Helfer bezeichnet, die neben den Festwagen hergehen und darauf achten, dass keine Zuschauer oder Kinder unter die Wagen geraten. Die junge Frau wird von einem tonnenschweren Festwagen überrollt , als sie versuchte, die Lücke vor der ersten Achse in einer Kurve zu sichern. Eine Plakette am Gebäude der Artothek Köln erinnert heute an den tragischen Unfall.



2003 – Klaaf und Tratsch op kölsche Art

Prinz Dietmar Broicher (Prinz Dietmar I.)
Inhaber der Recycling Firma Broicher
Nippeser Bürgerwehr

Bauer Manfred Bergfelder (Bauer Manfred)
Versicherungsmakler
Nippeser Bürgerwehr

Jungfrau Dr. Markus Beckers (Jungfrau Mareike)
Zahnarzt
Nippeser Bürgerwehr

Prinzen-Motto: Vun Nippes bes zom Aldermaat do weed och hück noch Kölsch jeschwaat. Met janzem Hätze sin meer Drei bei jedem Klaaf un Tratsch dobei.



2004 – Laach doch ens, et weed widder wäde

Prinz Wolfgang Heckner (Prinz Wolfgang I.)
Inhaber eines Metallbetriebs
Prinzen-Garde

Bauer Peter-Josef Wolf (Bauer Peter)
Leitender Angestellter in der elterlichen Immobiliengruppe
Prinzen-Garde

Jungfrau Bernd Schröder (Jungfrau Berta)
Leiter der Fahrbereitschaft der Deutschen Post
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Uns Vatterstadt es Kölle, op all Jecke dun mer zälle. Bei Spaß un Freud un jecke Saache met üch vun Hätze laache.



2005 – Kölle un die Pänz us aller Welt

Prinz Walter-Ferdinand Passmann (Prinz Walter II.)
Manager bei der STEAG Entsorgungs-GmbH
Kölnische KG 1945 e.V.

Bauer Uli Döres (Bauer Uli)
Döres AG
Kölnische KG 1945 e.V.

Jungfrau Claus Frohn (Jungfrau Claudia)
Unternehmensberater
Kölnische KG 1945 e.V.

Prinzen-Motto: Mer Drei met üch för Kölle

Das Kölner Karnevalsmuseum wird feierlich eröffnet. Stolz ist man im Festkomitee und das zu Recht. Köln die Welthauptstadt des Karnevals hat ab Juni das größte Karnevalsmuseum in dieser Republik.



2006 – E Fastelovendsfoßballspill

Prinz Franz-Josef Hermann (Prinz Josef VII.)
Leiter der Verkaufsförderung im Verkaufsgebiet Rheinland der Coca Cola GmbH
Prinzen-Garde

Bauer Rüdiger Höffken (Bauer Rüdiger)
RH Alurad Höffken GmbH, Attendorn; ARTEC Autoteile GmbH, Herborn und Ladenburger Aluguss GmbH, Ladenburg
Prinzen-Garde

Heinz-Josef („Jupp“) Breuer (Jungfrau Josi)
Hobart GmbH, Hersteller von gewerblichen Großküchengeräten für Gastronomie, Krankenhäuser und Altenheime
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Drei Hätze schlage för Kölle am Rhing, Wo mer sin, is jede Dach Sunnesching. Met üch dunn mer jän verzälle, Denn mer dunn et jo all nor för Kölle!



2007 – Mir all sin Kölle!

Prinz Josef Beumling (Jacky I.)
Hochschullehrer an der Fachhochschule in Köln
Kölsche Funke rut-wiess von 1823 e.V.

Bauer Walter Hüsch (Bauer Walter)
Geschäftsführer der Walter Hüsch Heizung und Sanitärgesellschaft mbH sowie der Hüsch und Baumann GbR Bauaustrocknung.
Kölsche Funke rut-wiess von 1823 e.V.

Jungfrau Jörg Anton Kaltwasser (Antonia)
Er betreibt das Unternehmen Jörg Kaltwasser Elektrotechnik.Kölsche Funke rut-wiess von 1823 e.V.
Kölsche Funke rut-wiess von 1823 e.V.

Prinzen-Motto: Kölle uns Welt weed op d’r Kopp jestellt

Kardinal Meisner feiert zum ersten Mal vor der Proklamation mit dem Dreigestirn, der Standartengruppe und sämtlichen Präsidenten ein Hochamt im Kölner Dom.



2008 – Jeschenke för Kölle – uns Kulturkamelle!

Prinz Rainer Herschel (Rainer I.)
Cargolux International Airlines
KG Seiner Tollität Luftflotte

Bauer Harald Kloiber (Bauer Harald)
Einkäufer bei NetCologne
KG Seiner Tollität Luftflotte

Jungfrau Thomas A. Heinen (Jungfrau Albertina)
Drei-Punkt Berufsbekleidung GmbH
KG Seiner Tollität Luftflotte

Prinzen-Motto:Wir heben ab met üch för Kölle un besöke uns Kulturkamelle.

Es gibt Kritik an Wagen im Rosenmontagszug, die den Bau der Moschee in Ehrenfeld thematisierten. Die betreffenden Wagen werden dazu angehalten, ihren Aufbau zu ändern.



2009 – Unser Fastelovend – himmlisch jeck

Prinz Hans-Georg Haumann (Hans-Georg I.)
Gebietsverkaufleiter Gastronomie.
EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V.

Bauer Bernd Tschirschnitz (Bauer Bernd)
EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V.

Jungfrau Hajo Jennes (Jungfrau Johanna)
Elektro-Meister
EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V.

Prinzen-Motto: Ov om Pääd oder en der Weetschaft op der Eck meer Drei fiere met üch himmlisch jeck



2010 – In Kölle jebützt

Prinz Markus Zehnpfennig (Prinz Markus)
Gastronom
Grosse Braunsfelder KG

Bauer Hubert Hornung (Bauer Hubert)
Ingenieur
Grosse Braunsfelder KG

Jungfrau Wolfgang Fritsch (Jungfrau Martina)
Geschäftsbereichsleiter der Internationalen MBS Logistics Gruppe
Grosse Braunsfelder KG

Prinzen-Motto: En Braunsfeld ha’mer uns jefunge, dunnbütze un fiere, meer drei kölsche Junge!

Der Rosenmontagszug kann aufgrund des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs nicht die gewohnte Strecke über den Waidmarkt gehen und wurde daher über die Löwengasse, Follerstraße, Matthiasstraße und Mühlenbach umgeleitet.



2011 – Köln hat was zu beaten

Prinz Frank Frank Steffens(Prinz Frank I.)
Vertriebstrainer in der Personalentwicklung
Bürgergarde „blau-gold“

Bauer Günter Flüch (Bauer Günter)
Steuerberater
Bürgergarde „blau-gold“

Jungfrau Hans René Sion (Jungfrau Reni)
Geschäftsführer Brauhaus Hans Sion in Köln
Bürgergarde „blau-gold“

Prinzen-Motto: Ov Beat, Kölsche Leedcher oder Pop mer Drei vun “blau-gold” fiere met üch nonstop



2012 – Jedem Jeck sing Pappnas

Prinz Marcus Gottschalk (Marcus II.)
Bayer MaterialScience AG
Prinzen-Garde

Bauer Thorsten U. Schmidt (Bauer Thorsten)
Gesellschafter und Geschäftsführer der DELTAX Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft mbH
Prinzen-Garde

Jungfrau Dr. Oliver von Rosenberg (Jungfrau Olivia)
Rechtsanwalt
Prinzen-Garde

Prinzen-Motto: Fastelovend en Kölle es eifach doll de Junge un Mädcher sin wundervoll. Dröm feere mer aan einem Stöck, meer Drei met all dä nette Lück!

Erstmals im Kölner Karneval geht ein Prinz ganz offen mit seiner Homosexualität um.



2013 – Fastelovend em Blot – he un am Zuckerhot

Prinz Ralf Görres (Ralf III.)
Bankangestellter
Alte Kölner KG „Schnüsse Tring“ 1901 e.V.

Bauer Dirk Königs (Bauer Dirk)
RTL Television GmbH, Personalservices in Personalabteilung der Mediengruppe RTL Deutschland GmbH
Alte Kölner KG „Schnüsse Tring“ 1901 e.V.

Jungfrau Axel Busse (Jungfrau Katharina)
Leiter des Teams Pensions Adminstrative Services sowie Qualitätsmanagementbeauftragter für das Thema „Pensions-Consulting“ bei der Bayer Business Services GmbH
Alte Kölner KG „Schnüsse Tring“ 1901 e.V.

Prinzen-Motto: Von Köln bis Rio, mir drei sin euer Trio.



2014 – Zokunf – Mer spingkse wat kütt

Prinz Björn Griesemann (Björn I.)
Fabrikant für Chemieanlagen im Familienbetrieb
Blaue Funken

Bauer Professor Dr. Michael Bernecker (Bauer Dirk)
Professor für Marketing und Betriebswirtschaftslehre (der erste Professor in einem Dreigestirn!)
Blaue Funken

Jens Hermes (Jungfrau Hermina)
Marketing-Direktor bei Japan Tabacco International
Blaue Funken

Prinzen-Motto: Jeder ess em Fastelovend ne Held. Wenn mer zesamme feere un laache, ömärme mer Kölsche de janze Welt.

Nach 18 Jahren stellen die Blaue Funken endlich wieder das Dreigestirn. Bei den Getränken hat der Prinz allerdings keinen guten Geschmack. Statt ein deftiges Kölsch ist er Weinliebhaber mit einer umfangreichen Weinsammlung. Nun denn: Die Kölner werden es ihm verzeihen. Denn ansonsten ist er ganz „kölsche Jung“ mit FC-Dauerkarte und Herz für die Stadt und ihre Bürger.



2015 – Social jeck – kunterbunt vernetzt

Anlässlich des Terroranschlags auf die französische Zeitschrift Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 plant die Kölnische KG einen Mottowagen zu diesem Thema unter der Überschrift „Meinungsfreiheit“. Das Festkomitee zieht diesen Wagen allerdings zwei Wochen vor Karneval zurück, da, so Zugleiter Christoph Kuckelkorn, „viele Bürger Sorgen geäußert“ hätten. Man wolle „in erster Linie Fastelovend feiern“. Diese Entscheidung stößt bundesweit auf kritische Reaktionen, aber auch auf Verständnis. Überraschend fährt schließlich unangekündigt ein abgewandelter Wagen zu diesem Thema im Rosenmontagszug mit.



2016 – Mer stelle alles op der Kopp



2017 –  Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck



2018 – Mer Kölsche danze us der Reih