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Pfarrsitzungen

Pfarrsitzungen

Pfarrsitzungen, ob katholisch oder evangelisch, sind fester Bestandteil de Kölner Karnevals. Sie ergänzen den bekannten und organisierten Karneval der Stadt auf hervorragende Weise. Ähnlich wie die Viertelszüge sind sie für das die Stadtsprengel typisch und jenseits von Prunk und Pomp für die kleinen Leute des Stadtquartiers Zentrum und Mittelpunkt der Narretei. Zudem sind dort sowohl die Eintrittspreise als auch die Preise für Speis und Trank für jeden erschwinglich.

Die Organisation der Pfarrsitzungen bis hin zur Bewirtung erfolgt durch zahlreiche engagierte Pfarrmitglieder ehrenamtlich. Durch die zivilen Eintrittspreise ist es vielfach nicht möglich, die Stars des Kölner Karnevals zu engagierten. Kein Problem: Greift man doch auf eigene Kräfte zurück (Amateure), die mit ihren Vorträgen, gewürzt durch Vieles aus dem Pfarrleben, die Säle zum Kochen bringen. In manchen Pfarren gegen selbst die Pfarrer und Pfarrerinnen zur Freude ihrer Schäfchen in die „Bütt“. Initiatoren der Pfarrsitzungen waren und sind u.a. Kirchenchöre, das katholische Männerwerk, die Katholische Jugend (KAJUJA) und kirchliche Frauengemeinschaften. Die Namen solcher Sitzungen lehnen sich meist an den Namen des Pfarrpatrons an. KAJUJA hat sich inzwischen vieler Orts verselbständigt und Freunde über die Pfarrgrenzen hinaus.

Manche Pfarrsitzungen haben sich aufgrund des Zuspruches der Jecken stadtweit etabliert, wie z.B. die Pfarrsitzung der Pfarre St. Rochus aus Köln- Bickendorf (Rocholomäus) oder die der Pfarre St. Barbara aus Köln-Neuehrenfeld (Barbaranniter), die heute im großen Stil in den Kölner Sartory-Sälen in der Innenstadt feiern, ohne ihren ursprünglichen Charakter verloren zu haben. Andere, wie die Sitzung des Katholischen Männerwerkes, werden nach wie vor in heimischer Umgebung, nämlich im Brunosaal der Pfarre St. Bruno, Köln-Klettenberg, durchgeführt, obwohl sie inzwischen überörtlichen Kultstatus haben. Die Pfarrsitzungen haben in der Vergangenheit Talente hervorgebracht, die heute zu den Spitzenkräften des Karnevals gehören. Bestes Beispiel ist Willibert Pauls, ne bergische Jung, der seine Karriere bei der KAJUJA in Wipperfürth begann.

Pfarrsitzungen mit ihren örtlichen Bezügen sind keine Konkurrenz zum „großen Karneval“, sondern eine bereichernde Ergänzung. Dort ist der Bär los.